Facebook-Chef

03. Juni 2020 07:19; Akt: 03.06.2020 07:23 Print

Zuckerberg will Trump nicht wie Twitter zensieren

Mark Zuckerberg hat seine Entscheidung vor Facebook-Mitarbeitern verteidigt, nicht gegen eine umstrittene Äußerung von US-Präsident Trump vorzugehen.

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Die Androhung von Gewalt durch Regierungen sei von den Facebook-Regeln bereits gedeckt: CEO Mark Zuckerberg. (Archivbild) (Bild: Keystone/Michael Reynolds)

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat vor Mitarbeitern seine Entscheidung verteidigt, anders als Twitter nicht gegen eine umstrittene Äußerung von US-Präsident Donald Trump vorzugehen. Der 36-Jährige stellte sich am Dienstag Fragen von Beschäftigten per Videokonferenz. Er habe dabei unter anderem erklärt, dass die Androhung von Gewalt durch Regierungen von den Facebook-Regeln gedeckt sei, berichtete die New York Times unter Berufung auf einen Mitschnitt der Unterhaltung.

Bei der Kontroverse geht es um einen Tweet von Trump, der auch auf dessen Facebook-Profil gespiegelt wurde. Darin reagierte der US-Präsident auf erste Ausschreitungen in Minneapolis nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt. Der Präsident schrieb, man werde die Kontrolle wiederherstellen, und fügte hinzu: «Wenn Plünderungen beginnen, wird geschossen» – «when the looting starts, the shooting starts». Der Satz ist ein historisch behaftetes Zitat. Mit diesen Worten hatte 1967 der damalige Polizeichef von Miami ein hartes Vorgehen gegen die schwarze Bevölkerung angekündigt.

Facebook-Mitarbeiter kündigte aus Protest

Twitter versah Trumps Tweet mit einem Warnhinweis, weil er das Verbot von Gewaltverherrlichung auf der Plattform verletze. Zuckerberg erklärte dagegen bereits vergangene Woche, der Beitrag sei mit Facebooks Regeln vereinbar, auch wenn ihm persönlich solche «spaltende und aufwieglerische Rhetorik» widerstrebe. «Aber meine Verantwortung ist es, nicht nur persönlich zu reagieren, sondern als Chef einer Institution, die sich der Redefreiheit verschrieben hat», schrieb er in einem Facebook-Beitrag.

Dieser Argumentationslinie folgte er auch in der Videokonferenz mit den Mitarbeitern. Die Regeln, die Facebook bei dem Trump-Beitrag angewandt habe, sorgten auch dafür, dass das Video von Floyds Tod auf der Plattform bleibe, erklärte er der Technologiewebsite The Verge zufolge. In der Unterhaltung hätten viele Beschäftigte die Entscheidung zu den Trump-Äußerungen kritisiert, hieß es bei der New York Times und The Verge. Eine der Fragen sei gewesen, warum so viele kluge Köpfe bei Facebook ein Auge zudrückten, um Trump nicht zu verärgern. Zuvor hatten mehrere Manager öffentlich erklärt, dass sie nicht mit dem Kurs einverstanden seien. Mindestens ein Programmierer kündigte aus Protest.

(L'essentiel/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • The Masked Knadderer am 03.06.2020 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Dee Programmeirer deen aus Protest gekennegt huet wees net dat enn duerch dei Dommheet lo keng Arbecht mei huet an dat et schweier as eng nei Schaff ze fannen. Ech fannen Handhabung wei Facebook dat mecht gut an Twitter soll sech mol eng Scheif vun Facebook oofschneiden. Well du gees jo net en Tweet zenseiren oder mat Warnhinweis markeiren deen vum President vum Land kënnt. Och wann den Tweet vum Trump as.

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  • dan danchen am 03.06.2020 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    majo,et muss jo een dem Donald hannen eran krauchen!

  • Sylvie am 03.06.2020 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Kleiner Speichellecker!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sylvie am 03.06.2020 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Kleiner Speichellecker!!

  • The Masked Knadderer am 03.06.2020 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Dee Programmeirer deen aus Protest gekennegt huet wees net dat enn duerch dei Dommheet lo keng Arbecht mei huet an dat et schweier as eng nei Schaff ze fannen. Ech fannen Handhabung wei Facebook dat mecht gut an Twitter soll sech mol eng Scheif vun Facebook oofschneiden. Well du gees jo net en Tweet zenseiren oder mat Warnhinweis markeiren deen vum President vum Land kënnt. Och wann den Tweet vum Trump as.

    • Sylvie am 03.06.2020 10:19 Report Diesen Beitrag melden

      "Well du gees jo net en Tweet zenseiren oder mat Warnhinweis markeiren deen vum President vum Land kënnt", ma natirlech, virun allem wann desen "Präsident" Donald Trump heescht!! Desen Prolet derf zwar leider den Titel Präsident drohen, ma hien behelt sech awer net wéi e Präsident. Au contraire, eschter wei e provokanten Schaarfmaacher a Brandstefter. Bravo un Twitter, déi desem geeschteg mannerbemettelten Mensch net alles durchgoen loosen!

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  • dan danchen am 03.06.2020 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    majo,et muss jo een dem Donald hannen eran krauchen!

  • bnm am 03.06.2020 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage mich wie tief der Zuckerberg wohl im A...h von Trump steckt.