Rock am Ring

06. Juni 2016 15:07; Akt: 06.06.2016 15:25 Print

«Das Festival hätte nicht beginnen dürfen»

MENDIG - Mehr als 70 Rockfans werden nach einem heftigen Unwetter am Festival «Rock am Ring» verletzt. Ein Luxemburger Besucher berichtet über ein chaotisches Wochenende.

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Nach dem wetterbedingten Abbruch des Musikfestivals «Rock am Ring» in Rheinland-Pfalz wird Kritik am Veranstalter laut. «Das Festival hätte gar nicht beginnen dürfen», sagt RaR-Besucher Max, 28, aus dem luxemburgischen Beles, zu L'essentiel. «Als wir am Freitagabend um 19 Uhr auf das Gelände kamen, stand bereits alles unter Schlamm. Die Situation auf den Campingplätzen war chaotisch.»

Um 20 Uhr verfinsterte sich der Himmel über dem ehemaligen Flugplatz nahe Mendig schlagartig, ein heftiges Gewitter brach los. «Es war, als würde die Welt untergehen», berichten Augenzeugen später. Mehr als 70 Besucher werden durch Blitzeinschläge verletzt, der starke Regen spült hunderte Zelte weg und setzt sie unter Schlamm. Der Luxemburger Max erinnert sich an die dramatischen Minuten: «Wir sahen Blitze und es hat heftig gedonnert. Ich hatte Glück, weil ich ein Wurfzelt dabei hatte. Das gab mir einigermaßen Schutz.» Draußen knieten einige Besucher im Regen und hofften, dass das Gewitter schnell vorübergeht. «Ich hörte Mädchen aus Angst weinen. Andere Besucher wiederum liefen ‹oben ohne› herum und haben einfach weitergefeiert.» Eine Massenpanik kann zum Glück vermieden werden.

Fans hoffen auf Entgegenkommen

Am nächsten Tag war dann lange unklar, ob «Rock am Ring» weitergehen kann. Die Organisatoren lieferten widersprüchliche Informationen, schickten Besucher am Nachmittag quer über das Festivalgelände. Am Abend fanden dann noch Auftritte von den Red Hot Chili Peppers und The BossHoss statt. Doch die Konzerte am Sonntag mit Black Sabbath, Korn und Fettes Brot fielen wegen einer erneuten Unwetterwarnung aus – zum Unmut des Veranstalters. «RaR»-Macher Marek Lieberberg nannte den Abbruch im Trierischen Volksfreund «falsch». Er kritisiert die vorzeitige Räumung des Geländes und der Zeltplätze: «Es hat eher an Fahnenflucht erinnert, als sich die Fans ihre Wege über die Felder bahnten und ihr Hab und Gut zurückließen. Das Ganze ist nicht gerade eine Sternstunde der verantwortlichen Behörden.»

Der Luxemburger Max hält die Absage aus Sicherheitsgründen im Nachhinein für den richtigen Schritt: «Es war einfach zu riskant.» Erschöpft und mit Muskelkater nach den vielen Fußmärschen durch den knietiefen Schlamm trat er am Sonntag die Heimreise an. Ein Teil der 90.000 Festivalbesucher hatte bereits am Vortag die Heimreise unter chaotischen Bedingungen angetreten. Im Gegensatz zu vielen anderen Besuchern steckte das Auto von Max nicht im Schlamm fest. Ob er trotz allem nächstes Jahr wieder kommt? «Ich glaube schon.» Der Luxemburger hofft aber, dass der Veranstalter den Fans wegen der Absage irgendwie entgegenkommt. Einer möglichen Rückerstattung von Eintrittsgeldern hatte Lieberberg eine Absage erteilt.

(Jörg Tschürtz/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nostradamus am 06.06.2016 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Klimawandel, El Nino, Erderwärmung , Unwetter, Tornados in Europa usw So langsam wird auch hier die grosse Masse kapieren, dass das nicht nur die Malediven, Indien und die Sahelzone betrifft. In Zukunft können wir Open Air Veranstaltungen vergessen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nostradamus am 06.06.2016 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Klimawandel, El Nino, Erderwärmung , Unwetter, Tornados in Europa usw So langsam wird auch hier die grosse Masse kapieren, dass das nicht nur die Malediven, Indien und die Sahelzone betrifft. In Zukunft können wir Open Air Veranstaltungen vergessen.