Homophobie, Sexismus, Fat-Shaming

21. Januar 2018 15:14; Akt: 22.01.2018 10:45 Print

2018 ist «Friends» plötzlich daneben

Seit einigen Monaten ist die 90s-Kult-Sitcom «Friends» bei Netflix im Stream. Junge Nutzer sehen sie somit zum ersten Mal – und stören sich an Witzen.

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Während ihrer zehnjährigen Laufzeit wurde die Sitcom mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und mit Kritikerlob überschüttet – und auch bald 15 Jahre nach dem Finale taucht «Friends» gerne und oft in Serien-Bestenlisten auf. Doch: Diese Listen werden meist von Leuten erstellt, die viel TV-Konsum-Erfahrung haben, heute also in einem Alter von 40 plus sind.

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Darf man «Friends» einen unsensiblen Umgang mit heiklen Themen vorwerfen?

Seit Anfang des Jahres ist die Sitcom um die New Yorker Rachel (Jennifer Aniston), Monica (Courteney Cox), Phoebe (Lisa Kudrow), Joey (Matt LeBlanc), Chandler (Matthew Perry) und Ross (David Schwimmer) auch in Großbritannien bei Netflix im Stream verfügbar (in Luxemburg bereits seit längerem). Somit haben junge Millennials erstmals bequemen Zugang dazu. Und einige von ihnen würden «Friends» wohl keinesfalls auf eine Bestenliste packen.

Der Grund: Sprüche, die um die Jahrtausendwende herum in Ordnung gegangen sind, werden 2018 als unterste Schublade empfunden. Auf Twitter empören sich die neuen Zuschauer über das ihrer Meinung nach überholte Gag-Niveau.

Vorwurf: Homophobie!

«Die Leute merken erst jetzt, dass ‹Friends› problematisch ist? Gleich zu Beginn machen sie sich über eine lesbische Frau lustig.»

Vorwurf: Sexismus!

«Ich hasse nichts mehr als Ross in der ‹Friends›-Folge mit der männlichen Nanny. Er ist so sexistisch und homophob, ich will nur noch in den Fernseher springen und ihn erwürgen.»

Vorwurf: Fat-Shaming!

«Nichts bei ‹Friends› ist besonders gut gealtert, aber die ‹fette Monica› ist wirklich schlimm.»

Andere sehen es gelassener

Viele junge User verteidigen die Show aber und weisen darauf hin, dass «Friends» ein Produkt aus einer anderen (vergangenen) Zeit ist.

«Ich finde zwar, dass ‹Friends› problematisch ist, aber es waren halt andere Zeiten damals. Das bedeutet natürlich nicht, dass sich die Leute deswegen nicht darüber aufregen können ...»

«An die Leute, die ‹Friends› anprangern: Habt ihr vorher noch nie Fernsehen aus den 90ern geschaut? Es ist nicht problematisch, so war die Welt damals eben. Kommt darüber hinweg!»

Und sie meint: «Ich schaue ‹Friends› gerade zum ersten Mal auf Netflix und wow, ist das politisch nicht korrekt! Lustiges Zeug. Werde weiterschauen!»

Und wie denkst du darüber? Darf man «Friends» einen unsensiblen Umgang mit heiklen Themen vorwerfen oder machen die neuen Zuschauer viel Lärm um nichts? Stimme ab und diskutiere in den Kommentaren mit!

(L'essentiel/shy)

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