Sexy Twist

28. August 2017 08:48; Akt: 28.08.2017 08:59 Print

Diese Datingshow bietet mehr als nur Nacktheit

Die MTV-Sendung «Undressed» bringt Fremde zusammen, die sich gegenseitig vor laufender Kamera ausziehen. Trotz des plumpen Konzepts steckt ein kleines bisschen mehr dahinter.

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Das Konzept ist nicht neu – aber umso erfolgreicher: Dating-Shows im TV mit viel viel nackter Haut. «Naked Attraction» oder «Adam sucht Eva – Gestrandet im Paradies» heißen diese im deutschen Privatfernsehen etwa. Da wackeln jede Menge entblößte Körperteile durchs Bild und die Menschen, die an denen dranhängen, suchen natürlich nach der wahren Liebe.

Vor laufender Kamera. Splitterfasernackt. Kann man machen. Ob man die Mama damit stolz macht, ist eine andere Frage. Aber wie heißt es so schön? Ist der Ruf erst ruiniert... Und den Zuschauer und die Quote freut's – von nackten Hintern, Brüsten und Pimmeln kann man schließlich nie genug sehen.

Bis auf die Unterwäsche

Jetzt ist sogar MTV auf den Zug aufgesprungen und hat das Konzept einer Show übernommen, die schon seit Jahren auf anderen Sendern in Italien und Australien so einige Erfolge feiert. Und trotz der natürlich immer noch ziemlich offensichtlichen «Sex sells»-Herangehensweise ist «Undressed» doch irgendwie anders.

Während die meisten dieser Sendungen ganz gut als Wichsvorlage herhalten können und diese Tatsache nicht einmal groß zu vertuschen versuchen, greift der ehemalige Musiksender mit seinem neuesten Dating-Format ein kleines bisschen weniger in die Pornokiste, um stattdessen etwas mehr Tiefgründigkeit zu fordern. Soweit das eben möglich ist – bei einer Show, in der sich Fremde gegenseitig bis auf die Unterwäsche ausziehen und dann 30 Minuten Zeit haben, einander kennenzulernen.

Schwule Trump-Supporter und Transmänner

Die gut gecasteten Darsteller sind nämlich nicht nur (natürlich auch, aber eben nicht ausschließlich) durchtrainierte, weiße, heterosexuelle Models ohne Charme und eigene Meinung. MTV versucht, ein möglichst breites Spektrum an Menschen, Charakteren, Äußerlichkeiten und sexuellen Orientierungen abzudecken: Vom tätowierten Künstler-Girl über die kurvige dunkelhäutige Frohnatur bis hin zu einem Transmann, der noch mitten in seiner Transformation steckt.

Neben den obligatorischen «Aufgaben» wie Kissenschlacht, Kuscheln in Löffelchenstellung und dem Beantworten von dämlichen Sexfragen («Spielt Penisgröße eine Rolle?») gibt es tatsächlich auch einige Momente, die «Undressed» von seinen Konkurrenten unterscheidet. Die ziemlich emotionale Folge mit dem schüchternen Devlin, der auf Transmann Blake trifft geht einem doch näher, als man eigentlich zugeben möchte. Auch vor politischen Ansätzen schreckt die Sendung nicht zurück – und gibt einem schwulen Trump-Supporter die Möglichkeit, sich auszuziehen, seine Ansichten zu erklären und eventuell die grosse Liebe zu finden.

Schließlich bleibt zu sagen, dass sich das Konzept zwar dank einiger netter Ansätze von der Masse abhebt, aber letzten Endes doch nicht viel mehr ist, als eine weniger sexistische und heteronormative Version altbekannter MTV-Dating-Hits wie «Next» oder «Dismissed». Mit erotischem Twist.

(L'essentiel/Tilllate/ben)

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