Ohne Schnitt

17. Juli 2018 12:54; Akt: 17.07.2018 13:07 Print

Einen solchen «Tatort» haben Sie noch nie gesehen

Anfang August wird der neue Schweizer «Tatort» ausgestrahlt. Die Episode bricht mit der Konvention: «Die Musik stirbt zuletzt» wurde in einer einzigen Einstellung gefilmt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema

Bevor der Luzerner «Tatort» 2019 in Rente geht, wird noch einmal Großes gewagt: Während alle bisherigen «Tatort»-Episoden mit Zeitsprüngen arbeiteten und die Ermittlungen gerafft zeigten, wurde «Die Musik stirbt zuletzt» als One-Take gedreht, also in einer einzigen langen Einstellung.

Die Handlung wird den Zuschauern demnach in Echtzeit gezeigt – ungeschnitten. Die Kommissare Flückiger und Ritschard haben nicht viel Zeit, um ihren neusten Fall zu lösen: 88 Minuten, um genau zu sein. Doch wie kam die Idee zu diesem anspruchsvollen TV-Experiment zustande? Und womit hatten die Involvierten am meisten zu kämpfen? Die Antwort auf die wichtigsten Fragen.

Worum geht es in «Die Musik stirbt zuletzt»?

In einem Luzerner Kongresszentrum findet ein Benefizkonzert mit Musik von Komponisten, die während des Zweiten Weltkriegs in Konzentrationslagern umgekommen sind, statt. Der Abend gerät aus den Fugen – im Zentrum der Story stehen ein Giftanschlag, eine Erpressung und ein Mord.

Ebenfalls vor Ort sind die Kommissare Reto Flückiger und Liz Ritschard: Während das Konzert weitergespielt wird, um Panik zu vermeiden, suchen sie im Eiltempo den Täter.

Woher stammt die Inspiration für das Projekt?

«Ich war sofort begeistert von der Idee der Einheit von Zeit und Ort», erklärt Regisseur Dani Levy. Seine Inspiration: der Film «Victoria» von 2015, der in einer Berliner Partynacht spielt und radikal in einer einzigen Kameraeinstellung umgesetzt wurde.

One-Take: Wie geht das

Beim One-Take gibt es keinen Schnitt und keine verschiedenen Einstellungen, sondern nur eine kontinuierliche Aufnahme. Wenn etwas komplett schiefläuft und nicht durch Improvisation überspielt werden kann, muss der ganze Film also von vorn gedreht werden.

Wie viele Anläufe hat es gebraucht?

Am Ende der Probe- und Dreharbeiten wurden vier ganze Aufnahmen aufgezeichnet. Laut Levy wurde das Material jeweils analysiert, um eventuelle Schwachstellen auszumerzen. «Wir kritisierten, probten neu, kürzten und schrieben gegebenenfalls sogar um.»

Was sagen die Schauspieler

Während die Crew den Ablauf der Handlung minutiös planen muss, damit am Ende alles klappt, ist es für die Darsteller wichtig, flexibel zu bleiben. «Es ist Improvisationsvermögen gefragt, um auf alles reagieren und intuitiv erfinden zu können», sagt Delia Mayer.

Diese Improvisation hat Stefan Gubser beim Dreh für «Die Musik stirbt zuletzt» sehr genossen: «Das könnte für manche zwar ein Nachteil sein, aber ich sehe das persönlich eher als Vorteil. Ich improvisiere gern.»

Geht das Experiment auf?

Laut Bild.de ist «Die Musik stirbt zuletzt» bei Test-Vorführungen nicht gut angekommen. Die deutsche Zeitung stellt sogar die Frage in den Raum, ob der neue Luzerner «Tatort» «der schlechteste aller Zeiten» sein könnte.

Seine persönliche Meinung wird sich jeder Zuschauer am 5. August machen können. Dann strahlt die ARD «Die Musik stirbt zuletzt» als ersten «Tatort» nach der Sommerpause aus.

Weitere Filme und Sequenzen, die in einer Einstellung gedreht wurden, sehen Sie in der Bildstrecke oben.

(L'essentiel/anh)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.