Abrechnung

11. Juli 2017 08:43; Akt: 11.07.2017 08:48 Print

Oliver Kalkofe sieht fürs deutsche TV schwarz

Der 51-Jährige äußert sich zum «Über-den-Kopf-streichel-Fernsehen». Die Verantwortlichen müssten sich in die Ecke stellen und schämen, findet Kalkofe.

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Er ist Schauspieler, Komiker, Kabarettist, Satiriker, Moderator, Parodist und Kolumnist. Und er hat eine klare Meinung zur Fernsehlandschaft Deutschlands: «TV-Macher müssten sich jeden Abend schämen.» Oliver Kalkofe findet im Gespräch mit der «Bild» klare Worte – und lässt kein gutes Haar an Unterhaltungsshows, Talkshows, Serien und Spielfilmen.

Veraltete, hundertfach kopierte Formate

RTL bekommt sein Fett weg: «Die haben drei Formate, die seit Jahren laufen. Das interessiert mich nicht, weil es eh immer das Gleiche ist. Sat 1 versucht das dann wie immer nachzumachen und fällt auf die Fresse.» Ein anderes Problem sieht Kalkofe bei ARD und ZDF: «Sie kriegen es einfach nicht hin, mit der Zeit zu gehen. Selbst wenn sie es versuchen, bleibt es immer das brav-betuliche Über-den-Kopf-streichel-Fernsehen.»

Krimis en masse

«Tatort»-Krimis, wohin das Auge reicht, findet Kalkofe. Doch an Inhalt mangle es gewaltig – darüber mache sich keiner Gedanken. «Es gibt gute und schlechte «Tatorte», das war schon immer so. Aber ich möchte nicht ständig nur Krimis sehen. Schmunzel-Krimi, Lokal-Krimi und was es noch so für Omma gibt.» Was international auf dem Markt passiere, sei großartig. Doch Deutschland hinke Jahre hinterher.

Monotoner Einheitsbrei

Der TV-Kritiker vergleicht Bundeskanzlerin Angela Merkel (62) mit den öffentlich-rechtlichen Sendern. «Sie machen immer das Gleiche, wollen die Leute bloß nicht aufregen. Dabei wäre es deren Aufgabe, innovativ zu sein. Denn sie bekommen das Geld von uns. Sie müssten uns jedes Mal überraschen. Und wenn sie schon fünf Polit-Talkshows machen, müssten die sich alle voneinander unterscheiden. Aber was nützen fünf gleiche?»

Eine Entschuldigung wäre fällig

«Eigentlich müssten sich die Verantwortlichen jeden Abend in die Ecke stellen, eine Eselsmütze aufsetzen und sich schämen. Und sich vor den Hauptnachrichten bei den Zuschauern entschuldigen. ‹Wir bekommen zwar Ihr Geld, aber wir können es nicht besser, tut uns leid›», fordert Kalkofe.

Lichtblick: Joko und Klaas

Einzig bei Joachim «Joko» Winterscheidt (38) und Klaas Häufer-Umlauf (33) sieht Kalkofe Hoffnung fürs deutsche Fernsehen. Mit ihrem Format «Circus HalliGalli» zelebrierten sie, wie Häufer-Umlauf selbst sagt, «festlich inszenierten Trash und substanziellen Schwachsinn» – das kommt bei Kalkofe an. «Die wollen noch wirklich was Neues machen», sagt er. Blöd nur, dass «Circus HalliGalli» am 20. Juni 2017 das letzte Mal ausgestrahlt wurde.

Time to say goodbye: Joko und Klaas verabschieden sich. (Video: Youtube / Circus HalliGalli)

Sehen Sie in der Bildstrecke wer Oliver Kalkofe ist und wie er sich im deutschen Fernsehen einen Namen gemacht hat.

(L'essentiel/net)

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