Rassismus-Vorwürfe

10. April 2018 17:10; Akt: 10.04.2018 17:19 Print

Darum ist die «Simpsons»-​​Figur Apu umstritten

Er hat acht Kinder und einen starken Akzent. Die Darstellung der «Simpsons»-Figur Apu ist wegen der offensichtlichen Stereotype, die sie bedient, umstritten. Nun reagierten die Macher der Serie.

Diese Szene der neuen «Simpsons»-Folge sorgt derzeit für Aufruhr. (Video: Twitter/Tamedia)

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In der beliebten US-Serie «Die Simpsons» zählt Apu Nahasapeemapetilon zu den immer wiederkehrenden Figuren. Der indischstämmige Familienvater mit acht Kindern ist der Besitzer des Springfielder Kwik-E-Mart und ein langjähriger Freund von Homer und Marge. Besonders prägnant an Apu ist sein starker indischer Akzent, den er von dem weißen Sprecher Hank Azaria verliehen bekommt.

Vergangenen November übte der Comedian Hari Kondabolu (35) mit der Dokumentation «The Problem with Apu» (zu Deutsch: «Das Problem mit Apu») allerdings Kritik an der Darstellung von Apu: Die Figur bediene flache Stereotype bezüglich indischstämmiger Menschen.

Stars wurden mit Apu-Witzen aufgezogen

Für seinen Film interviewte Kondabolu auch Prominente wie «Master of None»-Star Aziz Ansari (35), Kal Penn (40) aus «Designated Survivor» oder Schauspieler Aasif Mandvi (52) zur Sachlage und kam zu dem Ergebnis: Die Darstellung von Apu ist rassistisch.

Die Stars selbst gaben zudem zu, mit Apu-Witzen aufgezogen worden zu sein, wie «Spiegel online» berichtet. Die Dokumentation sorgte für Diskussionen im Netz.

Die umstrittene Szene

Nun gingen die Macher der «Simpsons» endlich auf die Vorwürfe ein und thematisierten sie in der neusten Folge «No Good Read Goes Unpunished», die am Sonntag in Amerika ausgestrahlt wurde. Wie unter anderem Esquire.com schreibt, liest Marge darin ihrer Tochter Lisa aus dem Lieblingsbuch ihrer Kindheit, «The Princess in the Garden», vor.

Marge realisiert allerdings schnell, dass das Buch sehr rassistische Andeutungen beinhaltet, und versucht die Passagen an die heutige Zeit anzupassen. Dadurch verkürzt sich aber auch die Geschichte, und die Entwicklung der Prinzessin fällt in sich zusammen.

Als Lisa die Abänderungen bemerkt, betrachtet sie ein Bild von Apu, auf dem «Don't have a Cow» steht (zu Deutsch: «Halte keine Kuh»), und sagt: «Etwas, das vor Jahrzehnten noch bejubelt wurde und als nicht beleidigend galt, ist jetzt politisch inkorrekt. Was soll man da machen?» Marge reagiert mit den Worten: «Mit manchen Dingen muss man sich zu einem späteren Zeitpunkt beschäftigten.» Und Lisa fügt hinzu: «Wenn überhaupt!»

«Das ist traurig»

Nach der Ausstrahlung sorgt die Szene auf Twitter für Aufruhr. Auch Hari Kondabolu kommunizierte bereits seinen Unmut auf der Social-Media-Seite. «Wow. Politisch inkorrekt? Das ist es, was man von meinem Film und der daraufhin entstandenen Debatte mitgenommen hat? Mann, ich habe diese Show wirklich geliebt. Das ist traurig», schrieb der Comedian.

Neben Hari Kondabolu äußerten sich auch andere User zur aktuellen Episode. So schrieb etwa @ASliceofComics: «Ja Simpsons, wir wissen, dass ihr es vermisst, Apu zu benutzen. Aber Fortschritt bedeutet auch, sich Schwächen in eurem Werk einzugestehen und sie zu reparieren.»

Erstes Statement von Executive Producer

Auf Anfrage von Esquire.com an den Sender Fox gab «Simpsons»-Executive Producer Al Jean ein erstes Statement zur neuen Folge ab. Beziehungsweise eben keines: «Die Episode spricht für sich selbst.»

(L'essentiel/kao)

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