«Ganz grosses Kino»

06. August 2018 08:31; Akt: 06.08.2018 08:46 Print

Der Schweiz-​​Tatort wird zur Ausnahme mal gelobt

Der neuste Luzerner «Tatort» wurde als One-Take ohne Schnitt inszeniert. Der Mut zahlt sich aus: Erstmals jubelt auch die Presse über den Schweizer «Tatort».

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Viel und gern wurden die «Tatort»-Fälle aus Luzern kritisiert, von Medien und Zuschauern gleichermaßen. Unterdurchschnittliche Quoten festigten den Eindruck, dass das Schweizer Ermittler-Duo einen besonders schweren Stand unter den «Tatort»-Fans hat.

Nun wagten die Macher mit der neusten Folge «Die Musik stirbt zuletzt» ein Experiment: Der Fall wurde von Dani Levy nach intensiven Probewochen und mit Einsatz von 1500 Statisten als One-Take inszeniert, ohne einen einzigen Schnitt.

9 von 10 Punkten

Während Bild.de im Vorfeld nach einem ersten Screening noch vom möglicherweise schlechtesten Tatort aller Zeiten schrieb und fragte, ob die Folge «zu schlecht zum Senden» sei, fallen die Kritiken nun ganz anders aus. Allen voran Spiegel.de: Dort ist die Rede von «ganz großem Tatort-Kino». Besonders Kameramann Filip Zumbrunn wird gelobt: Er beweise «virtuose Beweglichkeit» und habe so Szenen eingefangen, die «man so im deutschsprachigen Fernsehen noch nicht gesehen hat». Diese Leistung schlägt in der Bewertung mit 9 von 10 möglichen Punkten zu Buche.

Lob auch im Feuilleton der «Frankfurter Allgemeinen»: Zum Glück seien Experimente innerhalb des «Tatort»-Formats möglich. «Ziemlich originell verknüpft Levy als Autor und Regisseur Genre- und Autorenkino zu einem spannenden Krimi als Gesellschaftssatire», heißt es. Das Fazit ist letztlich dasselbe wie beim «Spiegel»: «Das ist großes Kino.» Stern.de hält fest, dass Regisseur Levy und Kameramann Filip Zumbrunn «einen wirklich ungewöhnlichen Film geschaffen» haben, der als «spannendes Experiment» gewürdigt wird.

Lob aus der deutschen Medienlandschaft

Die «Augsburger Allgemeine» titelt «Die Schweiz kann es doch» und stuft die Folge als «überdurchschnittlich» und «bemerkenswert» ein. Bei der «Frankfurter Rundschau» fällt die Bilanz zwiespältig aus. «‹Die Musik stirbt zuletzt› ist ein formal gewagter, den Zuschauer forsch und durchaus erfolgreich hineinziehender ‹Tatort›; was die Handlung und ihre Auflösung betrifft aber ist er allzu lässig.»

Unter dem Hashtag #Tatort twitterten Zuschauer, bei denen der «Tatort» zur Zielscheibe für ordentlich Häme wurde:

(L'essentiel/fim/shy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • gudde Witz am 06.08.2018 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wusste nicht dass unterbelichtete Wackelfilme heute eine Kunstform sind. Kann endlich meine eigene schlechte Filme auf YouTube laden und reich werden.

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  • gudde Witz am 06.08.2018 15:36 Report Diesen Beitrag melden

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