Duncan Laurence

19. Mai 2019 13:58; Akt: 19.05.2019 14:04 Print

Die Niederlande gewinnen den Song Contest

Der Song Contest in Tel Aviv ging an Duncan Laurence. Highlights waren kinderfreundliche Sado-Maso-Nummern. Der Tiefpunkt: Madonna

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Duncan Laurence aus den Niederlanden war schon vor dem Song Contest in Tel Aviv mit «Arcade» der haushohe Favorit. Nach seinem Auftritt war aber die Luft ein wenig raus. Die ersten 12 Punkte der Fachjury gingen trotzdem gleich einmal an ihn, dann sackte er zwischenzeitlich ab und blieb abgeschlagen.

Erster Sieg seit 1975 für Niederlande

Das Publikums-Voting machte alles wieder gut. Die Buchmacher behielten recht, Duncan und seine Klavier-Ballade «Arcade» holten sich den Sieg. Es ist der erste Sieg für Holland seit 1975 ("Ding-a-dong" von Teach-In). Böse Zungen behaupten, den Sieg habe Duncan seinem Musik-Video (siehe Video weiter unten) zu verdanken, bei dem man ihn nackt sieht.

Cesar-Sampson-Effekt beim Jury-Voting

Beim Jury-Voting kristallisierte sich ein «Cesar-Sampson-Effekt» heraus. Die Fachjury liebte Tamara Todevska aus Nordmazedonien. Ihr Song «Proud» setzte sich beim Voting der Fachjury ab und lag lange, lange Zeit auf Platz 1. Erst ganz kurz vor Ende überholte sie der Schwede John Lundvik und hatte dann zwei Punkte Vorsprung. Der Zwischenstand betrug 239 zu 237 Punkten. Das nützte beiden wenig, sobald das Publikum mitmischen durfte.

Zuschauer änderten alles, kürten Duncan Laurence zum Sieger

Die Anrufer drehten dieses Ergebnis aber wieder um. Das Publikums-Voting pushte zum Beispiel Norwegen mit 239 Punkten. Plötzlich lagen KEiiNO sie auf Platz 1, aber nur kurz. Schade, «Spirit in the Sky» war eine interessante Nummer. Auch Russland machte sich mit 369 Punkten Hoffnungen. Der Sieg ging jedoch wie vorhergesagt an die Niederlande. Duncan Laurence bestätigte, was die Buchmacher praktisch von Sekunde eins vorhergesagt hatten.

Viel Sadomaso und eine Überfliegerin

Die besten Shows lieferten Island (Hatari) und Zypern (Tamta), die sich beide in SM-Kostüme geschnallt hatten. Australiens Kate Miller-Heidke hob ab – fünf Meter hoch und versuchte sich in ihrer Interpretation der «Königin der Nacht». Der Song hieß passenderweise «Zero Gravity». Norwegens KEiiNO punkteten mit Joik-Gesang, den vor dem Song Contest kaum jemand kannte, der sich aber nachher eine neue Fangemeinde erarbeitet hatte. Auch der Schweiz wurden mit Luca Hänni gute Chancen gegeben. Italiens Rap-Künstler Mahmood konnte bei der Jury punkten.

Madonnas gehypter Auftritt wurde zur Qual

Lange wurde gerätselt, ob Madonna beim Voting auftreten wird und wirklich, die Queen of Pop erschien. Erst ließ sie bei der Vorstellung die Diva raushängen und sorgte so für hochgezogene Augenbrauen. Dann wurde es schlimmer und schlimmer. Ihr Auftritt soll eine Million gekostet haben. Jeder Ton war schief, die beiden Songs "Like a Prayer" und "Future" (im Duett mit Quavo) wurden zur Qual. Madonna sang falscher als jeder der Song-Contest-Teilnehmer davor. "Future" wurde zum Autotune-Gemetzel. Nicht nur auf Twitter war man froh als sie endlich ging und das Voting losging.

(L'essentiel/lam)

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