Comedy-Serie «Jerks»

28. Februar 2017 17:15; Akt: 28.02.2017 17:15 Print

«Gott, was hab ich mir auf die einen gehobelt»

Sie ist unglaublich lustig. Aber auch wahnsinnig derb. Die neue Comedy-Serie «Jerks» lässt an Peinlichkeiten nichts aus. Ohne dabei aber peinlich zu sein.

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Nein, zartbesaitete Gemüter dürften an dieser Serie keine Freude haben. Da geht es um weibliche Orgasmen, Pädophilie, absichtliche politische Inkorrektheit – und ums Masturbieren. Vor allem darum.

Das läuft bei «Jerks» dann etwa so ab. Christian Ulmen, der in der Serie einen 41-jährigen Komiker namens Christian (also sich selbst) spielt, liegt mit Freundin Emily (Emily Cox) im Bett. Er soll seine Spermien testen lassen, fordert sie ihn auf. Damit das mit dem Baby endlich klappt. «Ich geh morgen zum Arzt», verspricht Christian. Emily antwortet: «Du musst dann dort in einen Becher wichsen.»

Festival der Peinlichkeiten

Und so geht das munter weiter, praktisch im Minutentakt. Derbe Sprüche sind Programm, ausgesprochen wird, was die meisten von uns sonst nur denken. Auch deshalb, weil bei den Dreharbeiten vieles improvisiert war. Christian und sein bester Kumpel Fahri (Fahri Yardim, zu sehen im «Tatort» mit Til Schweiger) lassen keine Peinlichkeit aus.

In «Jerks» treten, nebst den Hauptdarstellern selbst zahlreiche Prominente auf. Rapper Sido zum Beispiel, Nora Tschirner, Collien Fernandes (Ulmens Frau, die in der Serie seine Ex spielt) oder «Traumschiff»-Darsteller Karsten Speck. Er ist in der Serie Arzt bei einer Samenbank. Typ alternder, dauergeiler Sabberdoktor.

«Prachts-Titten, Knackarsch ...»

Karsten zu Christian: «Collien, Alter. So eine süße kleine Schoko-Schnitte. Diese Prachts-Titten, Knackarsch ... Gott, was hab ich mir auf die einen gehobelt.» Und dann, fast im gleichen Atemzug: «Hast du zufällig die Handynummer von Nora Tschirner? Die würd ich gerne mal von hinten besuchen.»

Was Ulmen und Yardim dem TV-Publikum auf Prosieben zu später Stunde auftischen, ist manchmal schwer zu ertragen. Kratzt an der Grenze dessen, was Privatfernsehen Anno 2017 zeigen will und darf.

Abrechnung mit sich selbst

Christian und Fahri, sie fragen nicht – sie tun einfach. Nehmen sich weniger ernst als die Zuschauer. Sie mögen manchmal als Machos alter Schule daherkommen. In Tat und Wahrheit kämpfen sie aber in Zeiten der Gleichberechtigung nur mit dem Verlust ihrer eigenen Identität.

Etwa, wenn sie von ihren Partnerinnen in die Mangel genommen werden. Da steht dann jeder sich selbst am nächsten. Kein Platz für eine Bromance. Nie. Der andere wars. Mitleid muss mit diesen Typen daher niemand haben. Warum denn auch? Diese zwei kleinen Würstchen, die nur dann Spaß haben, wenn sie sich über noch armseligere Geschöpfe lustig machen können?

«Sensationell politisch inkorrekt»

Klar, «Jerks» mag nicht jedermanns Geschmack sein. Man verpasst dann aber laut der Zeit» die «beste deutsche Comedy seit ‹Stromberg›». Die Süddeutsche Zeitung meint: «Die Grenzen des sogenannten guten Geschmacks werden extrem erweitert. Sensationell politisch inkorrekt.»

Stimmt. Ein letztes Beispiel. Christians Töchter, die mittlerweile bei Collien und ihrem neuen Freund Kay One (auch er der Echte) wohnen, stürmen zur Tür. Die eine sagt zum Rapper begeistert: «Ich kann das Lied mit den Schlampen jetzt auf dem Klavier spielen.» Die andere fügt hinzu: «Und ich das mit den Fotzen.» Christian schaut bedröppelt aus der Wäsche. Ein echter Jerk eben.

«Jerks», immer dienstags um 23.15 Uhr in einer Doppelfolge auf Prosieben.

Trailer zu «Jerks» (Quelle: Youtube).

(L'essentiel/Yves Schott)

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