Netflix-Serie «Altered Carbon»

22. Januar 2018 10:48; Akt: 22.01.2018 10:51 Print

In der Zukunft sterben nur die Armen

Nach «Stranger Things» und «Dark» schickt Netflix mit «Altered Carbon» erneut eine Sci-Fi-Serie an den Start. Genre-Fans dürfen frohlocken.

Der Trailer zur neuen Netflix-Serie. Quelle: YouTube.com

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Sci-Fi- und Mystery-Fans haben in Netflix ihren sicheren Hafen gefunden. Der Streaming-Anbieter hat bewiesen, dass Genre-Serien nicht nur ein kleines Nischen-Publikum ansprechen. Oder zumindest, dass sich weltweit genug Interessierte finden, um teure Produktionen zu rechtfertigen.

Obwohl der Anbieter nie Zuschauerzahlen öffentlich macht, ist klar: Die beiden «Stranger Things»-Staffeln sind schon Kult, und die erste deutschsprachige Produktion «Dark», in der es um Zeitreisen geht, soll sogar die meistgesehene, nicht englisch-sprachige Serie von Netflix überhaupt sein.

Der Tod ist nur eine Option von vielen

Nun hat sich das Unternehmen ein weiteres ambitioniertes Projekt vorgeknüpft: «Altered Carbon», eine zehnteilige Serie, die auf dem Cyber-Punk-Roman von Richard K. Morgan basiert. Showrunnerin Laeta Kalogridis versuchte viele Jahre lang vergeblich, den Roman für die große Leinwand zu adaptieren.

Doch das Thema schien zu komplex, die Erfolgsaussichten zu klein. «Ghost in the Shell», die Manga-Adaption, die inhaltlich sehr nah an «Altered Carbon» ist, floppte vergangenes Frühjahr trotz Scarlett Johansson in der Hauptrolle an der Kinokasse.

«Altered Carbon» spielt in einer Zukunft, in der neue Technologien das menschliche Bewusstsein digitalisieren können, der Körper austauschbar und der Tod somit nicht von Dauer ist – sofern man das nötige Kleingeld hat. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Takeshi Kovac, der letzte Soldat einer interstellaren Elite-Einheit, die sich der neuen Weltordnung wiedersetzt hat.

«Altered Carbon» passt perfekt in unsere Zeit

Nach deren Niedergang wird Kovacs Geist gefangen und für Jahrhunderte «eingelagert». Erst durch die Hilfe des steinreichen Unternehmers Laurens Bancroft bekommt Kovacs (Joel Kinnaman) die Chance auf ein neues Leben in einem neuen Körper. Im Gegenzug dafür soll er einen Mordfall lösen: Den Mord an Bancroft selbst.

Netflix trifft mit dem Format einen Nerv. Obwohl der Roman von Morgan bereits 2002 erschien, fühlt er sich 2018 aktueller denn je an. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer, IT-Magnaten scheffeln mit ihren Apps absurde Beträge, gesichtslose Investment-Firmen sind auf Profit-Maximierung aus, während die Unterschicht immer weniger zum Leben hat.

Wer sich weniger für die gesellschaftskritische Meta-Ebene interessiert, kann sich an einem soliden Murder-Mystery erfreuen – und am Adoniskörper des schwedischen Hauptdarstellers Joel Kinnaman («Suicide Squad», «The Killing»), den er in Folge eins komplett hüllenlos zeigt.

Netflix zeigt ab 2. Februar alle zehn Folgen der ersten Staffel von «Altered Carbon».

(L'essentiel/cat)

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