Bikram Choudhury

03. Dezember 2019 11:40; Akt: 03.12.2019 11:52 Print

Umstrittener Yogi äußert sich zur Netflix-​​Doku

Die Doku «Bikram: Yogi, Guru, Predator» hält Netflix-Fans rund um den Globus in Atem. Was wurde aus dem umstrittenen Guru?

«Bikram: Yogi, Guru, Predator» zeichnet den Aufstieg von Bikram Choudhury nach. Quelle: Netflix

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Wer ist der Typ?

Bikram Choudhury siedelte 1973 von Indien nach Kalifornien über, wo er in Los Angeles das Bikram Yoga College of India gründete. Teilnehmer trainieren beim Bikram-Yoga in einem auf 40 Grad Celsius erhitzten Raum. Mittlerweile gibt es in den USA und Europa knapp 1200 Bikram-Yoga-Schulen. Er baute damit über die Jahre ein 100-Millionen-Dollar-Imperium auf.

Warum ist er umstritten?

Choudhury hält seine Yoga-Klassen in einer knappen schwarzen Badehose und mit einer Rolex am Handgelenk ab. Seine Jünger begrüsst er so: «Willkommen in der Bikram-Folterkammer, wo ihr euch die nächsten 90 Minuten selbst umbringen werdet.»

Wie Teilnehmer in der Netflix-Doku berichten, soll er sich über ihr Aussehen und Übergewicht lustig gemacht haben. Vor allem aber werden dem Guru systematischer sexueller Missbrauch und Schikanen verschiedenster Art vorgeworfen.

Wurde er verurteilt?

Laut ABC News gingen 2013, lange vor dem Beginn der #MeToo-Bewegung, insgesamt sechs Frauen mit Vergewaltigungsvorwürfen gegen den Yogi an die Öffentlichkeit. Durch außergerichtliche Einigungen in mehreren Fällen häufte er 16 Millionen Dollar Schulden an und erklärte den Konkurs.

Er floh aus den USA, nachdem seine frühere Anwältin Micki Jafa-Bodden ein Gerichtsverfahren gegen ihn gewonnen und 7 Millionen Dollar zugesprochen bekommen hatte. Bis heute soll der umstrittene Guru keinen Cent davon bezahlt haben.

Wo ist er jetzt?

Choudhury lebt mittlerweile in Mexiko und hält dort in Acapulco und in seiner Heimat Indien weiterhin Yoga-Klassen ab. Fans aus aller Welt reisen extra zu ihm, um sich ausbilden zu lassen.

Bikram-Studios florieren weltweit. Kommendes Jahr will der 75-Jährige durch Indien touren und dort seine Yoga-Klassen halten. Kostenpunkt: knapp 4000 Dollar pro Person.

Was sagt er über den Film?

Choudhury hat die Netflix-Doku gesehen und sieht die Sache naturgemäß anders als seine Ankläger. Über seinen Sprecher ließ er ausrichten: «Bikram Choudhury weist die im Film erhobenen Vorwürfe von sexuellem Missbrauch und Belästigung entschieden zurück und ist tief betroffen von der anhaltenden Diffamierung seines Charakters.» Netflix bereite nur alte Vorwürfe neu auf.

Fakt ist aber: Durch den Film erlebt das Hot Yoga eine Art Renaissance. Leute strömen in die Studios, um Bikram auszuprobieren. Davon profitiert schlussendlich wieder Choudhury. Die Netflix-Doku habe dem Hot Yoga zu einem Comeback verholfen, sagt sein Sprecher.

«Bikram: Yogi, Guru, Predator» ist jetzt auf Netflix abrufbar.

(L'essentiel/cat)

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