«Mindhunter»

19. August 2019 12:44; Akt: 19.08.2019 12:44 Print

Warum faszinieren uns Serienmörder so?

In der neuen Staffel der Netflix-Serie «Mindhunter» befasst sich das FBI weiterhin mit dem personifizierten Bösen: Serienmördern. Deren Geschichten packen uns immer wieder aufs Neue.

In Staffel zwei von «Mindhunter» hat Sektenführer Charles Manson einen großen Auftritt. Quelle: Netflix

Zum Thema
Fehler gesehen?

Sind Serienmörder eine Erscheinung der neueren Zeit?

Nein. Seit Jahrhunderten gibt es dokumentierte Fälle von Serienmorden. So soll Franzose Gilles de Rais um 1432 nicht weniger als hundert Kinder zu Tode gefoltert haben. Doch erst Mitte der 1970er Jahre bekam das Phänomen einen Namen. Und Serienkiller wurden vom FBI eingehend studiert und klassifiziert.

Worum gehts in «Mindhunter»?

Diese neue Herangehensweise an Triebtaten inspirierte David Fincher zu seiner Serie «Mindhunter», die aktuell in der zweiten Staffel läuft. In der Netflix-Show werden unter anderem die Fälle der Serienmörder David Berkowitz (auch bekannt als Son of Sam) und Dennis Rader (auch bekannt als BTK-Blind, Torture oder Kill) beleuchtet, die in den 1970ern mehrere Morde verübten.

Was macht Hollywood?

Film-Projekte über Serienmörder gibt es gerade mehrere. Dieses Frühjahr kam in den USA ein Spielfilm über Ted Bundy ins Kino, der in den 1970er Jahren dreißig Menschen tötete.

Auch ein Kinoprojekt über Charles Manson war im Mai auf der großen Leinwand zu sehen. Der Sektenführer hat zwar selbst niemanden umgebracht, aber Ende der 1960er Jahre seine Anhänger zu neunfachem Mord angestiftet.

Sein Bann ist ungebrochen: In Quentin Tarantinos neuem Film «Once Upon a Time in Hollywood» spielt er eine zentrale Rolle. Ebenso in «Mindhunter».

Werden Serienmörder in der Popkultur richtig dargestellt?

Meistens nicht. Kino-Serienmörder wie Hannibal Lecter («Hannibal», «Red Dragon», «Das Schweigen der Lämmer») werden zu charmanten Genies hochstilisiert. Das entspricht aber nicht der Wahrheit. Es gibt zwar einige wenige Serientäter mit hohem IQ – etwa Edmund Kemper, der zehn Menschen ermordet hat. Im Durchschnitt allerdings liegt der Intelligenzquotient der erfassten Serientäter unterhalb dessen der Gesamtbevölkerung.

Warum faszinieren uns Serienmörder so?

Menschen mit einem normal ausgeprägten Respekt vor dem Leben anderer können nicht nachvollziehen, weshalb manche Täter so brutale Verbrechen an Wildfremden begehen können. Das macht den Reiz der Geschichten aus. «Morbide Neugier» ist laut Forschung das Schlagwort. So wie manche bei Autounfällen nicht wegsehen können, gilt das selbe für brutale Morde: True-Crime-Storys sind so etwas wie Geistergeschichten für Erwachsene.

Besonders Frauen scheinen sich für Serienmörder zu interessieren. Laut Psychiater Borwin Bandelow, der sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigt, hängt das mit dem «Rotkäppchen-Syndrom» zusammen: Manche Frauen empfinden eine überhöhte Faszination für das Animalische.

(L'essentiel/cat)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.