Weltraum-Horror «Life»

20. März 2017 11:08; Akt: 20.03.2017 11:17 Print

Der brutalste Sci-​​Fi-​​Schocker seit «Alien»

Sie kommen, um dich zu holen: Bei einer Weltraum-Expedition erleben Ryan Reynolds und Jake Gyllenhaal den blanken Horror.

Der Trailer zum Sci-Fi-Schocker «Life». Quelle: Sony Pictures

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Wer sich in «Life» setzt, könnte ihn in den ersten Minuten für einen müden Abklatsch von «The Martian» halten. Oder «Gravity». Superstars im All (Ryan Reynolds! Jake Gyllenhaal!), das muss doch ein halbwegs versöhnliches Ende nehmen. So viel vorweg: Tut es nicht.

Ein erster Hinweis darauf ist Regisseur Daniel Espinosas Kameraführung. Der Schwede («Child 44», «Safe House») stellt die Bilder teilweise auf den Kopf, zeigt uns die Perspektive der schwerelosen Astronauten, während sie einen Störungsfall an Bord beheben.

Das ist für Leute mit Hang zu Schwindelanfällen nicht einfach anzusehen, und vor allem gibt es einen Vorgeschmack darauf, was da kommen wird. Genauso wie die Besatzung ist auch der Zuschauer im nahenden Albtraum im All gefangen.

Ein fieses Alien im Gepäck

Aber erstmal zur Handlung: Die sechsköpfige Besatzung einer internationalen Raumstation (u.a. Ryan Reynolds, Jake Gyllenhaal und Rebecca Ferguson) ist auf dem Heimweg von ihrer Mission. Im Gepäck haben die Wissenschaftler einen Organismus, den eine unbemannte Sonde auf dem Mars eingesammelt hat.

Sie geben dem putzigen Tierchen, das sich im Labor rasant entwickelt, den Namen Calvin. Schon wenige Tage später hoffen sie nicht mehr auf einen Nobelpreis, sondern auf eine minimale Chance, diesen Horrortrip zu überleben.

Hommage an Genre-Klassiker «Alien»

Kommt Ihnen das bekannt vor? «Life» orientiert sich klar an den Genre-Meilensteilen «Alien» und «The Thing», die im Grunde dieselbe Geschichte erzählen. Davon darf man sich aber keinesfalls abschrecken lassen, denn Espinosa schafft eine klaustrophobischen Atmosphäre und hält die Spannung bis zur letzten Filmsekunde aufrecht.

Wie muss man sich Calvin vorstellen? Das Alien selbst ist ein Protoplasma, das zunächst wie ein niedlicher Sternfisch aussieht und am Ende auf die Größe eines Oktopus heranwächst. Calvin wird im Laufe der Handlung aber nicht nur größer, sondern auch intelligenter. Er passt sich an seine Umwelt an und wird dadurch nur noch gefährlicher.

Blutiger Schocker

Wie man sich an dieser Stelle denken kann, segnet ein Besatzungsmitglied nach dem anderen das Zeitliche. Der Film wird zum regelrechten Schocker. Doch auch hier überrascht uns der Regisseur. Wen es als Ersten trifft, würde man nie erahnen. Und dieser erste Todesfall hat es in sich. Brutal, blutig, aber auch intim und tief traurig. Und sicher nichts für Menschen mit schwachen Nerven oder nervösem Magen.

Nervös dürfte wohl auch «Alien»-Schöpfer Ridley Scott sein, denn Espinosa legt mit «Life» einen cleveren und mitreißenden Beitrag zum Genre Sci-Fi-Horror vor. Und grätscht dem Kultregisseur damit mitten in die Fan-Euphorie hinein: Im Mai startet mit «Alien: Covenant» nämlich der sechste Teil der Alien-Filmreihe.

«Life» startet am 23. März in den deutschen Kinos. Ein Starttermin für Luxemburg ist noch nicht bekannt.

(L'essentiel/C. Steiner)