«Guardians of the Galaxy Vol. 2»

30. April 2017 18:01; Akt: 30.04.2017 18:03 Print

Es kann nie genug Baby Groot geben

Im zweiten «Guardians of the Galaxy» hat das kleine Baum-Alien einige große Auftritte. Wir listen auf, was am Sequel sonst noch toll ist – und wo daneben geschossen wurde.

Der letzte Trailer zu «Guardians of the Galaxy Vol. 2» vor dem Filmstart am 27. April 2017. (Video: Marvel Studios/Walt Disney)

Zum Thema

«Guardians of the Galaxy» überraschte 2014 sowohl Kinogänger als auch Filmkritiker mit einer vor Witz strotzenden Unbekümmertheit, die die anderen Streifen des Marvel Cinematic Universe wie «Leaving Las Vegas» alt aussehen ließ.

Drei Jahre später läuft der Nachfolger an und Regisseur/Drehbuchschreiber James Gunn (46) stolpert über ein paar Elemente, mit denen er seinen Comic-Triumph zu wiederholen versucht – er macht aber auch vieles richtig. Hier sind vier Dinge, bei denen der 20-Minuten-Redakteur Beifall klatschte und drei, die ihn die Nase rümpfen ließen.

Kleiner Hinweis: Richtige Spoiler gibt es hier keine, aber wer komplett unvoreingenommen ins Kino gehen möchte, liest besser woanders auf 20min.ch weiter.

Die Schauspieler stellen ihre Figuren vor. (Quelle: Facebook/guardiansofthegalaxy)

Was gelungen ist:

Baby Groot ist der Wahnsinn

Am Ende von Teil 1 gibt das Baum-Alien Groot (Vin Diesel) sein Leben für die Gruppe und wird anschließend als Knospe wiedergeboren. Diese ist nun zu einem kleinen Pflänzchen herangewachsen und sorgt mit jedem Auftritt für ungehemmte Verzückung. Regisseur James Gunn hat zudem die Dosierung raus und überzuckert den Film nicht mit Baby Groot – davon könnten sich die Minions-Verantwortlichen in der «Despicable Me»-Schmiede ein Scheibchen abschneiden.

Hach, Baby Groot. <3 (Videomaterial: Marvel Studios/Walt Disney)

Dreamteam Drax und Mantis

Die gute Nachricht: Der graue Hüne Drax (Dave Bautista) bekommt mehr zu sagen. Und zu lachen – wenn der Muskelprotz ungehemmt losprustet, gibt es auch in den Zuschauerrängen kein Halten mehr. Die bessere Nachricht: Seine ungefilterten Meinungsbekundungen treffen später auf den emotionalen und komplett naiven Neuzugang Mantis (Pom Klementieff), was einige der köstlichsten Gags des Films zur Folge hat.

Ein Beispiel für die Komik-Magie von Drax und Mantis (Videomaterial: Marvel Studios/Walt Disney)

Der Hoff

«Hooked on a Feeling» von Blue Swede wurde zum Quasi-Titellied des ersten Films, «Guardians of the Galaxy Vol. 2» hat nun seinen eigenen, offiziellen Theme-Song erhalten: «Guardians Inferno» mit Sprechgesang von niemand Geringerem als David Hasselhoff (64). Und wenn der Hoff schon mitsingt, könnte er doch auch gleich in der Comicverfilmung mitspielen, nicht? Wir wollen nicht zu viel verraten und auch der «Knight Rider» selbst gibt sich bedeckt:

David Hasselhoff an der Hollywood-Premiere von «Guardians of the Galaxy Vol. 2». (Quelle: Youtube/Marvel Entertainment)

Der Ohrenschmaus

Und wenn wir schon bei der Musik sind: Der Soundtrack des Films steht dem «Awesome Mix Vol. 1» qualitativ in nichts nach. Zwar hatte der erste Teil insgesamt die größeren Hits (unter anderem von David Bowie, Marvin Gaye und The Jackson 5), aber der «Awesome Mix Vol. 2» liefert mehr sexy Disco-Funk («Flash Light» von Parliament), schimmernden Hard-Rock («Fox on the Run» von Sweet) und 70s-Gitarren («Surrender» von Cheap Trick») – und wie oben erwähnt die Naturgewalt Hasselhoff.

David Hasselhoffs musikalischer Beitrag zum «Awesome Mix Vol. 2». (Quelle: Youtube/marvelVEVO)

Was nicht so gelungen ist:

Die Stars werden aufgeteilt

Einer der Hauptgründe, der «Guardians of the Galaxy» zu einem Instant-Klassiker machte, ist das Zusammenspiel des Schauspieler-Ensembles. Nach dem fulminanten Beginn werden die Protagonisten in Teil 2 getrennt – und damit wird auch ihr Gag-Potenzial beschnitten. Außerdem kommt die Handlung schwerer in die Gänge, weil mehrere Story-Stränge verfolgt werden müssen.

Die Vater-Sohn-Geschichte

Peter Quills (Chris Pratt) lockere Attitüde in Kombination mit seinem vergeblichen Bestreben, als abgeklärter Space-Cowboy Star-Lord wahrgenommen zu werden, machte ihn in Teil 1 zum Sympathieträger. Als er in der Fortsetzung auf seinen Vater Ego (Kurt Russell) trifft, entwickelt er sich zum kleinen Jungen zurück und verliert sämtliche Coolness. Das ist nicht nur unangenehm anzuschauen, sondern auch nicht sonderlich unterhaltsam.

Peter Quill trifft seinen Vater Ego. (Videomaterial: Marvel Studios/Walt Disney)

Die Romanze

Ordentlich geknistert hat es zwischen Quill und Gamora (Zoe Saldana) schon im Vorgänger und abermals tänzeln die beiden um einander herum. Quill witzelt sogar darüber, dass es nicht zu konkret werden soll, damit das Publikum gespannt bleibt – wie das eben in Filmen gang und gäbe ist. Dabei wären die «Guardians of the Galaxy» doch genau die richtige Truppe, um solchen Kino-Konventionen den Finger zu zeigen und es anders zu machen.

«Guardians of the Galaxy Vol. 2» läuft am Donnerstag, 27. April, in den Deutschschweizer Kinos an.

(L'essentiel)

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