«Bohemian Rhapsody»

30. Oktober 2018 08:50; Akt: 30.10.2018 09:09 Print

Fans werden ihn beim ersten «Ey-​​Oooh» lieben

Eine Legende auf der Leinwand. Wer Queen liebt, sollte sich «Bohemian Rhapsody» nicht entgehen lassen.

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Noch bevor «Bohemian Rhapsody» beginnt, nach dem Einblenden des «20th Century Fox»-Logos, hört man, als ersten menschlichen Laut, ein «Ey-Oooh». Ein Doppellaut, der weniger als eine Sekunde dauert. Trotzdem weiß jeder im Kinosaal, wer hier zu hören ist. Freddie Mercurys Stimme ist, fast 3o Jahre nach seinem Tod, unverkennbar, unverwechselbar, unvergleichlich und unvergessen.

«Bohemian Rhapsody» ist kein Film über Queen sondern einer über Freddie und seine Bandkollegen. Brian May und Roger Taylor haben am Film mitgearbeitet. Es ist irgendwie verständlich, dass sie sich nicht selbst zu lebenden Legenden stilisieren wollten. Stattdessen darf es Freddie im Film sagen. «Du bist eine Legende», sagen ihm die Kollegen. «Wir sind alle Legenden», antwortet Mercury. Nur manche haben eben mehr Leinwandminuten.

«Queen» ging 1970 aus der Band «Smile» hervor und bekam einen neuen Leadsänger. Farrokh Bulsara, Sohn einer Einwandererfamilie aus Sansibar (heute Tansania), hatte viel zu große Zähne und einen kolportierten Stimmumfang von vier Oktaven. Unter dem Namen Freddie Mercury schrieb er mit Brian May, Roger Taylor und (kam wenig später dazu) John Deacon Musikgeschichte.

Mit «Live Aid» beginnt und endet alles

1985 stahlen die vier beim legendären «Live Aid»-Gig im Londoner Wembley Stadion Superstars wie Elton John, The Who und Eric Clapton die Show. Mit diesem Meilenstein der Bandgeschichte beginnt der Film und er setzt auch den Schlusspunkt. 1991 starb Mercury mit 45 Jahren viel zu früh an einer Lungenentzündung, gegen die sich sein durch Aids geschwächter Körper nicht mehr wehren konnte. Das sieht im Kino jedoch keiner mehr.

Der wahre Star sind die Zähne

Die Zähne, die Gesten, die Stimme: Jedes Detail an Freddie ist ikonisch. Rami Malek hat den «Queen»-Sänger bin ins Detail studiert und liefert eine grandiose Leistung ab. Seine Zahnprotese soll sich Malek nach dem Dreh als Andenken mit nach Hause genommen haben. Sie spielt eine zentrale Rolle und ist das einzige, was dem Hauptdarsteller die Show stehlen könnte.

Noch jung und unsicher versucht Farrokh Bulsara seine großen Beißer - er hatte vier zusätzliche Zähne im Oberkiefer - mit den Lippen zu verstecken. Als Star ließ er sich das Gebiss nicht mehr richten. Freddie glaubte, dass er ihm seine unverwechselbare Stimme zu verdanken hatte.

Greatest Hits als Drehbuch

«Bohemian Rhapsody» ist ein Ohrenschmaus für Fans. Ein Queen-Hit jagt den anderen, ob als Hintergrundmusik oder als Dreh- und Angelpunkt für die Szenen. Wer die Songs auswendig kann, muss sich ständig auf die Lippen beißen, um im Kinosaal nicht mitzusingen.

«Sechs verdammte Minuten»

EMI-Boss Ray Foster (fast nicht wiederzuerkennen: Mike Myers) will Queens neuen Song «Biohemian Rhapsody» nicht als Single veröffentlichen. Mit den Worten «Er dauert ewig! Sechs verdammte Minuten», kanzelt er die Nummer ab, die Queens erster Nummer-1-Hit wurde.

Zum Glück ließen sich Queen vom EMI-Boss nichts dreinreden. Mit den Worten «Das wird dir noch Leid tun» und einem Stein durchs Fenster wechseln sie das Label.

Während es mit der Band steil bergauf geht, stürzt Freddies Privatleben in die Krise.Er fühlt sich zu Männern hingezogen. Die Verlobung mit seiner großen Liebe Mary Austin(Lucy Boynton) scheitert, die Freundschaft liegt lange auf Eis. Auch innerhalb der Band kommt es zu Spannungen. Freddie sehnt sich nach Liebe, findet aber nur Glamour und Partys und wird von seinem verschlagenen Assistenten Paul Prenter abgeschottet, was fast zum Bruch mit der Band führt.

Kleine Schummeleien für die Story

Hier zeigen sich die Schwächen von «Bohemian Rhapsody». Wer eine knallharte Abrechnung mit der Vergangenheit erwartet, wartet vergeblich. Grausige Details zu Freddies Krankheit bleiben aus, die Differenzen innerhalb der Band werden zwar thematisiert, ohne jedoch ins Detail zu gehen. Auch an der Zeit wurde getrickst, um die Story runder zu machen. Einige Meilensteine der Queen-Geschichte, die nach dem «Live Aid»-Konzert passierten, wurden vorverlegt. Das Treffen mit Freddies Eltern, die Wende in der Beziehung zu Prenter und das Erscheinen einiger Hits wurde noch schnell in die Story gepackt.

Bedenkt man, dass Brian May und Roger Taylor am Film mitarbeiteten ist es nicht verwunderlich, dass nicht jedes schmutzige Detail der Bandgeschichte ins Scheinwerferlicht gezerrt und genüsslich von allen Seiten beleuchtet wird. Was die beiden jedoch einbringen, sind Details, die sonst niemand wissen konnte. Und ein Fokus auf das sinnliche Begreifen der Stimmungen statt harter Fakten. Sie halfen mit, Queens Musik spürbar zu machen.

Queen beim «Live Aid»-Konzert am 13.7.1985

Das Resultat spricht für sich. 2 Stunden und 15 Minuten vergehen wie im Flug, die spannende Story steuert auf einen Höhepunkt zu, bei dem kein Fan-Auge trocken bleibt. «Live Aid», das legendäre Konzert, bei dem Queen die Maßen begeisterten, ist bombastisch in Szene gesetzt. Als absoluter Olymp der Musikgeschichte präsentiert, reißt es einen fast von den Sitzen. Näher kann man einem Queen-Konzert nicht kommen, ohne dabeigewesen zu sein.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Total Bescheuert am 04.11.2018 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schöner Film!! Brachte mich in meine Jugend zurück!!!! Thank you,Freddy!!! :-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Total Bescheuert am 04.11.2018 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schöner Film!! Brachte mich in meine Jugend zurück!!!! Thank you,Freddy!!! :-)