«Total menschlich!»

27. Oktober 2016 08:54; Akt: 27.10.2016 08:55 Print

Daniel Radcliffe philosophiert übers Furzen

Der Brite ist im schrägsten Film des Jahres zu sehen. Und er macht alles: Furzen, Masturbieren und den Weg mit seinem Ständer weisen.

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Daniel Radcliffe spielte zehn Jahre lang Harry Potter. Das hat den Briten nicht nur reich gemacht, sondern auch mutig. Der 27-Jährige weiß, dass er nie wieder einen solch großen kommerziellen Erfolg wie mit seiner Milliarden-Franchise einfahren wird, und macht deshalb nur mehr, worauf er Lust hat. Zum Beispiel «Swiss Army Man». In der schrägen Komödie spielt er eine Leiche, die ständig lautstark furzt, masturbiert und deren Erektionen einem Gestrandeten als Kompass dienen.

Das klingt erst mal sehr seltsam. Lange zur Rolle überreden musste man ihn trotzdem nicht. «Ich dachte, wow, das klingt anders. Dann las ich das Drehbuch und war total weggeblasen. Man konnte die Originalität auf jeder Seite förmlich explodieren hören. Man musste mir das Projekt nicht verkaufen. Ich wusste sofort, dass ich es machen werde», sagte er.

Bei der Premiere am Sundance Filmfestival im Januar hatten viele Zuschauer keine Lust auf Potters Flatulenzen und verließen angeblich fluchtartig den Raum. Und auch in Interviews wollen natürlich alle über die peinliche Körperfunktion sprechen. Das nimmt der Weltstar äußerst gelassen. «Wir haben keinen Film mit so vielen Fürzen gemacht, ohne anzunehmen, dass die Leute auch darüber reden werden», so Radcliffe.

Aber es gehe im Streifen um so viel mehr, wie er betont. «Die Fürze, genauso wie die Selbstbefriedigung und meine ständigen Erektionen repräsentieren Scham und Isolation. Es sind Dinge, die total menschlich sind, aber uns wird beigebracht, dass wir uns dafür schämen sollen.»

(L'essentiel)