Kinostarts der Woche

13. Juni 2019 17:49; Akt: 13.06.2019 17:52 Print

Eine Frau mischt die Men in Black auf

Der Kino-Donnerstag bringt Alien- und Action-Comedy, Jim-Jarmusch-Zombies und französischen Handy-Humor.

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«Wir sind die Männer in Schwarz … und die Frau in Schwarz» sagt Agent H (Chris Hemsworth) an einer Stelle in «Men in Black: International». Gleichberechtigung auch im MIB-Universum, in dem nicht mehr obercoole Jungs wie Will Smith, Tommy Lee Jones oder Josh Brolin das Sagen haben, sondern auch blitzgescheite Ladies wie Molly (Tessa Thompson), die ihre Begegnung mit den schwarz gekleideten Alien-Jägern im Kindesalter nie vergessen hat. 20 Jahre später sieht sie ihre Stunde gekommen, der Geheimorganisation beizutreten und die Welt zu retten. Ein Maulwurf in den eigenen Reihen, ein diamantartiger Schlüssel zur totalen Macht und etwas Techtelmechtel mit Agent H kommen der MIB-Lehrtochter Molly wie gerufen, um sich als Agentin M zu beweisen.

Unterhaltsam trotz Gaga-Story

Weit mehr als die Gaga-Story interessieren die vielen Aliens, welche die heutige Welt bevölkern, aber auch die Selbstironie und der Slapstick-Humor, mit dem der «Fate of the Furious»-Regisseur F. Gary Grey den Popcorn-Plausch serviert: Hier etwas Eighties-Kult (à la «Gremlins»-Mogwai), dort etwas «Star Wars»-Cantina und häufige Schauplatzwechsel à la James Bond 007. Besonders offensichtlich ist das «Besser gut geklaut als schlecht erfunden»-Prinzip am Winzling Pawny (US-Stimme: Kumail Nanjiani) abzulesen, der geradewegs an den «Guardians of the Galaxy»-Publikumsliebling Groot erinnert. Liam Neeson und Emma Thompsons erden die Spezialeffektorgie schauspielerisch, wobei insbesondere die Wüstenszene von Agentin M und Agent H in guter Erinnerung bleibt. Fazit: Nicht ganz so gelungen wie das «Jumanji»-Update, aber unterhaltsam alleweil.

Ebenfalls ab Donnerstag im Kino: «Le jeu»

Geplant war ein geselliger Abend unter alten Freunden. Doch die bevorstehende Mondfinsternis erhitzt die Gemüter. Getrieben von unterdrückten Gefühlen und latenter Langeweile im Alltag lassen sich drei Paare und ein «ewiger Single» auf ein Spiel ein: Alle legen ihr Handy in die Tischmitte, jede Nachricht und jeder Anruf wird mit den anderen geteilt. Doch bestimmte Geheimnisse bleiben besser verborgen, nicht wahr?

Amüsantes Diner-Lustspiel

Nach den Spaniern, den Türken und den Südkoreanern haben nun auch die Franzosen ein Remake der italienischen Komödie «Perfetti sconosciuti» aus dem Jahre 2016 gedreht. Herausgekommen ist eine amüsantes, locker und leicht vorgetragenes Diner-Lustspiel, dessen vorhersehbare Handlung spätestens bei Filmende ein abrupter Wandel erfährt. Mehr sei hier aber nicht verraten.

Zombie-Trip à la Jim Jarmusch

Wenn der «Down by Law»-Kultfilmer Jim Jarmusch einen Zombiefilm dreht, dann entsteht bestimmt keine 08/15-Gruselstreifen. Größte Neuerung in «The Dead don't die»: Anders als bei filmischen Vorgängermodellen (etwa bei George A. Romero oder im TV-Serienlangläufer «The Walking Dead») zerfallen die hiesigen Untoten nach dem Abhacken des Kopfes zu Staub, bewegen sich aber nach wie vor im Schneckentempo. Dies gilt auch für die Filmhandlung, die von Jarmuschs Lieblingsstars von Adam Driver («Paterson») über Bill Murray («Broken Flowers») bis hin zu Tilda Swinton («Only Lovers Left Alive») mal besser, mal schlechter vorgetragen wird: Als die Erdachse wegen Fracking aus den Fugen gerät, wird der Tag immer mehr zur Nacht und im US-Kaff Centerville steigen die Toten aus den Gräbern. Es folgt ein höchst eigenwilliger Zombie-Trip – Typisch Jim Jarmusch halt.

(L'essentiel)

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