HILFE

20. Mai 2018 06:00; Akt: 18.05.2018 18:57 Print

Ist das der blutigste Film des Jahres?

Der französische Thriller «Revenge» ist der wohl brutalste und kontroverseste Streifen des Jahres. Dabei soll das blutige Rache-Epos eine feministische Message haben.

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Drei schwerreiche französische Geschäftsmänner treffen sich Jahr für Jahr in einem Luxusferienhaus, das abgeschottet und einsam irgendwo in der Wüste steht. Dieses Jahr ist alles anders: Einer der Typen (der muskulöseste und hübscheste von ihnen, natürlich) hat seine blutjunge Geliebte Jen mitgebracht, während Frau und Kind zuhause warten.

Die sexy Amerikanerin weiß ganz genau, wie gut sie aussieht und fühlt sich sichtbar wohl in ihrer Rolle als begehrteste Person im Haus.Natürlich kommt das nicht lange gut und nach einer ziemlich expliziten Vergewaltigungsszene wird die – inzwischen auf einem Stock aufgespießte junge Frau – schwerst verletzt inmitten der Wüste ausgesetzt. Und hier setzt eigentlich erst die Haupthandlung von «Revenge» ein.

Notfall-Sanitäter bei der Kino-Premiere

Über kaum einen Streifen wird in Cineasten-Kreisen und Horror-Foren derzeit mehr diskutiert, als über das Spielfilmdebut der französischen Regisseurin Coralie Fargeat. Bei der Premiere des Thrillers während des «Toronto International Film Festivals» musste Medienberichten zufolge mindestens eine Person von Sanitätern abtransportiert werden – das stylische Blutvergießen war wohl zu viel für den empfindlichen Magen des besagten Kinobesuchers.

Mit einem positiven Rating von 91 Prozent auf der Bewertungsseite Rotten Tomatoes und durchgehend mehr als wohlwollenden Rezensionen von hochkarätigen Filmkritikerinnen und -kritikern scheint sich «Revenge» zu einem der wohl erfolgreichsten Genrefilme des Jahres zu entwickeln. Und das trotz sehr limitierter internationaler Kinoausstrahlung.

Feministin mit Rachegelüsten

Das Interessante: Nicht etwa die unbestreitbar schönen Szenenbilder und Aufnahmen oder der wirklich supercoole Look im Tarantino-meets-Western-meets-Snuff-Porno-Style finden den grössten Anklang bei der professionellen Kritik. Vielmehr wird der angeblich feministische Ansatz der Regisseurin gefeiert.

«In der Story geht es um die Transformation eines Mädchens. Von der lolitahaften Barbie, die mit sich selbst, ihrem Körper und ihrem Sexappeal im Reinen ist, von den Männern aber als schwach angesehen wird – hin zu einer mächtigen Superheldin», erklärt Coralie Fargeat ihre Intention im Interview mit Dazed Digital.

Kein grosser Unterschied zu «Kill Bill»

«Revenge» erhält ganz klar die guten Bewertungen zurecht und verdient sich sowohl durch die Aufmachung, als auch durch die schauspielerische Leistung aller Mitwirkenden klar einen Top-Platz im Olymp der nicht-jugendfreien Indie-Produktionen. Das vielgerühmte Feminismus-Element geht allerdings etwas unter – wenn man sich ehrlich ist.

Natürlich ist die Protagonistin Jen ziemlich badass unterwegs und zeigt den bösen Männern auf ihrem ultrabrutalen Rachefeldzug so richtig, wo der Hammer hängt. Ihr Charakter unterscheidet sich jedoch nicht wesentlich von anderen Powerfrauen im Lara-Croft-Style – wie man sie aus dem Mainstream-Kino (Uma Thurman in «Kill Bill») und sogar eher undergroundigeren Produktionen wie «I Spit On Your Grave» (zumindest im Remake von 2010) kennt.

Mit oder ohne besonders feministischem Unterton: Letzten Endes ist «Revenge» ein Film, der zwar vor allem von seiner Ästhetik lebt, dabei aber auch humoristische Elemente, packende Spannung und Unmengen an herumspritzendem Kunstblut zu einem kleinen Meisterwerk vereint.

(L'essentiel/tillate)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • irgendeen am 20.05.2018 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den Film wier villaicht eppes wann den Trailer net geing weisen dass et entsuergt gin as an der Wüst op eng Manneier dei keen Mensch kann iwerliewen. Hat fällt min 20m, kann keen Mensch iwerliewen, gett opgespießt vun engem Baamstomp deen min 10cm Duerchmiesser huet, kann keen iwerliewen. Et gesait aus als wier seng Wirbelseil gebrach dobai, et kann ab enger bestemmten Punkt sein Kieper net mei beweegen. Duerch greisst vum Baam as och genuch Muskelmasse futti gaang dass et garanteiert seng Been net benotzen kann. Zulecht hätt et duerch d‘Wonn souvill Blutt verluer dass et hätt stierwen missen. Film as einfach en 0850 gore film ouni Gehier an as et net derwärt gesin ze gin.

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  • irgendeen am 20.05.2018 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den Film wier villaicht eppes wann den Trailer net geing weisen dass et entsuergt gin as an der Wüst op eng Manneier dei keen Mensch kann iwerliewen. Hat fällt min 20m, kann keen Mensch iwerliewen, gett opgespießt vun engem Baamstomp deen min 10cm Duerchmiesser huet, kann keen iwerliewen. Et gesait aus als wier seng Wirbelseil gebrach dobai, et kann ab enger bestemmten Punkt sein Kieper net mei beweegen. Duerch greisst vum Baam as och genuch Muskelmasse futti gaang dass et garanteiert seng Been net benotzen kann. Zulecht hätt et duerch d‘Wonn souvill Blutt verluer dass et hätt stierwen missen. Film as einfach en 0850 gore film ouni Gehier an as et net derwärt gesin ze gin.