Kinostarts der Woche

12. Juli 2019 16:38; Akt: 12.07.2019 16:41 Print

Liebesgrüsse aus Ost und West

Luc Besson inszeniert das russische Topmodel Sasha Luss als knallharte KGB-Agentin.

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Von der Straßenverkäuferin zum Topmodel, zur KGB-Geheimagentin und Auftragskillerin – eine Geschichte, wie sie nicht das Leben, sondern Luc Besson für den Actionreisser «Anna» schrieb: Im Jahre 1990 wird die Russin Anna (Sasha Luss) in Moskau von einem Pariser Agenten entdeckt und zieht nach Paris. Doch ihr Topmodel-Job ist nur Tarnung, denn schon im Jahre 1987 rekrutierte sie der KGB–Agent Alex (Luke Evans) für den sowjetischen Geheimdienst, um Killeraufträge für Olga (Helen Mirren) auszuführen. Bis ihr der CIA-Agent Lenny (Cillian Murphy) auf die Schliche kommt.

Blutig, brutal und total sexy

Luc Besson sieht seine Filme als Momentaufnahme der aktuellen Weltlage. Das aktuelle Säbelrasseln zwischen Ost und West reduziert er auf simple Kaltkriegs-Action, die jedoch im Gegensatz zu andere Frauenpower-Pendants (von «Atomic Blonde» bis hin zu «Red Sparrow») nicht nur blutig, brutal und total sexy daherkommt, sondern auch mächtig viel Spaß bereitet – sofern man sich überhaupt auf Bessons Weltsicht einlässt. Seine Erzählform mit total überraschenden Rückblenden ist simpel, aber höchst effektiv und trägt maßgeblich dazu bei, seine jüngste «La femme Nikita»-Story viel intelligenter ausschauen zu lassen, als sie tatsächlich ist.

Einprägsames Actionkino

Ob Selbstmord im Angesicht des Todes, Sinneswandel im Badezimmer oder zwischenzeitliche Rückkehr an einen Tatort, immer wieder überrascht Besson seine Fans mit unerwarteten Wendungen, die dann mittels Rückblenden stellenweise etwas gar minutiös erklärt werden. Ungeachtet seiner negativen Einstellung gegenüber der Weltpresse und angeblicher Vorwürfe wegen sexueller Belästigung am Set – einprägsames Actionkino gelingt Luc Besson noch immer.

Ebenfalls ab Donnerstag im Kino: «Yesterday»

Wo wäre die Welt ohne Beatles-Songs? – So simpel die Ausgangsidee aus der Feder des «Notting Hill»-, «Love Actually»- und «About Time»-Autors Richard Curtis, so locker und lässig deren filmische Umsetzung durch den «Trainspotting»- und «Slumdog Millionaire»-Macher Danny Boyle. Wie zuletzt «Mamma mia!» (ABBA), «Bohemian Rhapsody» (Queen) oder «Rocketman» (Elton John) gelingt es auch «Yesterday», Songs von gestern dem heutigen Publikum schmackhaft zu machen. Einzig mit dem kitschigen Filmschluss überspannen die Filmemacher den Bogen.

«Photograph»: Unmögliche Love-Story aus Indien

Die eigentlich unmögliche Liebesgeschichte zwischen dem Fotografen Rafi und der Vorzeigestudentin Miloni verfilmte der «Lunchbox»-Regisseur Ritesh Batra für «Photograph» in ruhigen Einstellungen. Das Lustspiel darf sich aber nicht voll entfalten, vielmehr geht's um soziale Schichten und den Alltag einer Megacity zwischen Tradition und Moderne. Es bleibt ein präzis beobachtetes Liebesmelodrama, das sein volles Potential leider nie wirklich ausschöpfen kann.

(L'essentiel)

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