Überraschung

13. Februar 2020 07:32; Akt: 13.02.2020 07:33 Print

«Sonic» ist der beste Gamefilm seit Jahren

Kaum eine Videospiel-Umsetzung musste vorab so viel Häme einstecken wie «Sonic the Hedgehog». Entsprechend groß ist nun die Überraschung: Der Film funktioniert tatsächlich.

Der Trailer fängt die Sillyness des Films wunderbar ein. (Video: Paramount/Pictures Walt Disney)

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Als im Frühling 2019 der erste Trailer zur Verfilmung des Sega-Kultgames «Sonic» releast wurde, hätte sich die Fangemeinde am liebsten kollektiv das Augenlicht ausgeknipst. Nach der Online-Empörungswelle versprach Regisseur Jeff Fowler (41) ein Redesign, hielt Wort und stimmte mit einem neuen Trailer (oben!) vorsichtig optimistisch.

Aber kann ein Produktionsteam, das zunächst so hart daneben gegriffen hat, mit «bloß» einem neuen Look des Protagonisten den ganzen Film retten? Wie sich herausstellt, kann es das, jep.

«Sonic the Hedgehog» ist locker der beste Videospielfilm der letzten zehn Jahre (jaja, «Detective Pikachu» war auch ganz okay) – diesen vier Zutaten sei Dank:

1. Der Film feiert seine Sillyness

(Bild: Paramount Pictures/Walt Disney)

Sonic ist ein sprechender blauer Igel, der zu Fuß eine Geschwindigkeit von über 500 Kilometern pro Stunde erreicht. So etwas Absurdes in ein realistisches Gewand zu packen, wäre ähnlich spaßig wie ein Game übers Erstellen von Steuererklärungen.

Die Actionkomödie lässt sich darum nicht von den Grenzen der Realität aufhalten, ist wundervoll bescheuert, bietet Jokes für die Kleinen sowie Slapstick für alle und versucht gar nicht erst, seiner oberflächlichen und klischierten Story künstlich Tiefe zu verleihen, was so angenehm wie löblich ist.

2. Die wichtigsten Elemente der Games sind dabei

(Bild: Paramount Pictures/Walt Disney)

Sonics irrsinnige Geschwindigkeit ist auch ein zentraler Punkt in der Verfilmung – besonders eindrücklich und unterhaltsam umgesetzt in zwei Super-Slow-Motion-Sequenzen, die zeigen, wie schnell der Igel wirklich ist.

Ohne Goldringe, die überall rumliegen, ist Sonic in den Games schutzlos. Ganz ähnlich ist es auch im neuen Kinostreifen, der sich hauptsächlich darum dreht, dass der Flitzigel seine für ihn überlebenswichtigen Klunker zurückbekommt.

Das ist ein bisschen bescheuert, ja, aber wie du bei Punkt eins schon gelesen hast, macht genau dies «Sonic the Hedgehog» aus.

3. Jim Carrey ist so gut wie seit 20 Jahren nicht mehr

(Bild: Paramount Pictures/Walt Disney)

Wenn wir schon beim Thema Absurdität sind: Jim Carreys (58) Antagonist Dr. Robotnik ist komplett gaga. Und zwar die beste Art von komplett gaga.

Der Kanada-Amerikaner beruft sich voll auf seine ikonischen Rollen aus den 1990ern und prügelt die eher öde Game-Figur von einer Punchline zur nächsten und mit köstlichen Ausrastern zu einer großartigen Mischung aus Ace Ventura und The Mask.

Carrey geht darin so auf, dass wir im Falle eines Robotnik-Spin-offs gerne jetzt schon Kinotickets vorbestellen möchten.

4. Der Theme-Song ist tatsächlich gut

(Quelle: Youtube/Wiz Khalifa)

Eine im Vorfeld stark kritisierte Videospiel-Verfilmung mit einem eigens dafür geschriebenen, aufs Thema getexteten, von den drei angesagten Rappern Wiz Khalifa,Ty Dolla $ign und Lil Yachty performten Track promoten – what could possibly go wrong? Nun, eigentlich so ziemlich alles.

Tut es aber wider Erwarten nicht. Wie der Film funktioniert auch der Song und hält die gute Stimmung des Streifens bis in den Abspanns aufrecht.

Apropos: Dieser hält eine Mid- und eine Endcredits-Scene bereit, die beide Bock auf mehr «Sonic» machen – also wie bei Marvel-Filmen nicht gleich aufstehen, wenn die ersten Namen eingeblendet werden, ja?

«Sonic the Hedgehog» läuft jetzt in den Kinos.

(L'essentiel/shy)

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