Film «Love, Simon»

01. Juli 2018 18:15; Akt: 01.07.2018 18:15 Print

Überwindet Hollywood sein LGBTQ-​​Problem?

«Love, Simon» gilt als erster Mainstream-Film, der einen homosexuellen Teenager im Fokus hat. Vier Momente, die den Aufholbedarf offenbaren.

Es geht auch groß und glossy: «Love, Simon» gibt dem Thema Teenager-Coming-out eine Mainstream-Plattform. (Trailer: 20th Century Fox)

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Man mag eigentlich nicht glauben, dass die großen Hollywood-Studios bisher die Finger von LGBTQ-Liebesgeschichten gelassen haben. Doch Tatsache ist: Selbst Erfolgsfilme wie «Call Me by Your Name» oder «Moonlight» wurden mit vergleichsweise bedeutend kleineren Budgets produziert. Das zeigt, dass sie trotz weltweit positivem Echo noch immer Nischenprodukte sind.

Mit «Love, Simon» bringt Hollywood jetzt erstmals eine glossy Variante mit Popcorn-Veteranen – Jennifer Garner und Josh Duhamel – und einer Reihe hipper Newcomer – allen voran Katherine Langford («13 Reasons Why») und Hauptdarsteller Nick Robinson («Jurassic World») – ins Kino, die das Outing eines Highschool-Schülers zur Hauptstory macht.

Vier Film-Momente, die zeigen, wie überfällig das war:

1. «Es ist nicht fair, dass nur Schwule sich outen müssen»

In einer fiktiven «Was wäre wenn»-Sequenz outen sich die Hetero-Kids und ernten klassische «Was lief schief»-Reaktionen. Ein Moment, der so witzig wie unweigerlich klarmacht, wie weit weg wir noch immer von der Gleichberechtigung sind.

2. «Der Welt zu sagen, wer man ist, macht Angst»

Was Simon seinem Mail-Flirt im Vertrauen erklärt, betrifft auch im Kinosessel jeden. Am Ende haben wir doch alle Angst, unser ungefiltertes Ich könnte andere abstoßen. Empathie müsste an der Stelle jeder empfinden.

3. «Du verdienst alles, was du dir wünschst»

Den Satz flüstert Simons Mum (gespielt von Jennifer Garner) ihrem frisch geouteten Sohn zu. Wem Liebe irgendwann im Leben mal verweigert wurde, zuckt da zusammen. Also zuckt wohl wirklich jeder zusammen.

4. «Jetzt kannst du endlich atmen»

Noch ein schlauer Satz von Mum. Dass eine sexuelle Orientierung dieses vermeintlich universelle Zugeständnis in Frage stellen könnte, muss zumindest irritieren.

Fazit: Homosexuelle Liebe ist zwischen allen Klischees so unterschiedlich und individuell wie jede andere Form von Liebe. Sprich: wie jeder einzelne, der sich verliebt. Theoretisch wissen wir das auch im Mainstream längst – gleichwertig sehen wir sie deswegen längst nicht. «Love, Simon» ist ein Reminder.

«Love, Simon» läuft derzeit in den Luxemburger Kinos.

(L'essentiel/mel)

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