Kino-Schocker

04. September 2019 07:34; Akt: 04.09.2019 07:34 Print

Wer hat noch Angst vor Horror-​​Clown Pennywise?

Am 5. September startet «Es Kapitel 2» in den Kinos. Wir haben uns den neuen Schocker mit Pennywise angesehen.

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Nach dem wahnsinnigen Erfolg, den Regisseur Andrés Muschietti mit dem ersten Teil von «Es» hatte, wird der gruselige Clown, der ursprünglich aus der Feder von Horror-Meister Stephen King stammt, wieder auf die Menschheit losgelassen. Schafft es die Fortsetzung, Teil 1 noch zu toppen? Funktioniert Pennywise noch, wenn man ihn und seine Schock-Taktik schon kennt? Diesen Fragen gehen wir im Folgenden nach.

In der Kleinstadt Derry wird wieder brutal gemordet, Kinder verschwinden auf unerklärliche Art und Weise. Niemand kann erklären, wieso. Nur Mike (Isaiah Mustafa) weiß die schreckliche Antwort darauf. 27 Jahre, nachdem er und seine Loser-Freunde das schreckliche Monster im Kanalsystem unter der Stadt besiegt haben, ist Pennywise (Bill Skarsgard) wieder da. Und er dürstet nach Blut.

Doch die Gruppe hat damals auf Billys (James McAvoy) Anraten einen Blutschwur geleistet. Sollte Pennywise je wieder auftauchen, wird man sich ihm wieder in den Weg stellen. Jetzt ist es also so weit. Ein Mitglied nach dem anderen wird von Mike kontaktiert und zur Rückkehr nach Derry bewegt. Teilweise nur sehr widerwillig treten die inzwischen Erwachsenen Billy, Beverly (Jessica Chastain), Richie (Bill Hader), Eddie (James Ransone), und Ben (Jay Ryan) die Reise zurück zu ihrem coulrophobischen Kindheitstrauma an. Stan (Andy Bean) beschließt gar, sich aus der Affäre zu ziehen. Schnell wird den einstigen Freunden klar, dass Pennywise nichts von seiner Macht eingebüßt hat. Noch immer nährt sich das Monster von der Angst seiner Opfer. Auch der einstige Teenie-Brutalo Henry Bowers (Teach Grant) wird vom Clown rekrutiert, um ihm beim Kampf gegen den Club der Loser zu unterstützen.

Kopie des ersten Teils?

Prinzipiell gibt es an der Umsetzung Muschietties nicht wirklich etwas auszusetzen. Der Cast, sowohl in der Jetzt-Zeit als auch in der Vergangenheit (dafür konnten wieder die hervorragenden Kinder-Schauspieler gewonnen werden) überzeugt durch die Bank. Allen voran Bill Skarsgard als Pennywise als auch Jaeden Martell als junger Bill Denbrough. Aber mehr dazu später.

Denn obwohl eigentlich eh alles passt, passt genau deswegen eigentlich nicht wirklich etwas. Denn «Es Kapitel 2» ist im Grunde genommen nichts anderes als eine 1:1-Kopie von Teil 1. Es taucht ein schreckliches Monster auf und meuchelt Kinder. Die Kinder tun sich zusammen, nachdem sie jeder auf die eine oder andere Art und Weise mit dem Monster und damit ihren eigenen Urängsten konfrontiert wurden, um das Monster zu besiegen. Sie begeben sich in die Kanalisation, und schaffen es dort, das Monster tatsächlich zu besiegen. Wie schon im ersten Teil folgt auch Teil zwei genau diesem Schema. Und das nimmt dem Film einiges an Spannung und Zauber.

Auch Pennywise, der dank Bill Skarsgard ohne Frage eine unglaublich starke Leinwandpräsenz bekommt, wirkt im zweiten Teil nicht mehr ganz so gruselig wie noch im ersten Teil. Weil er und sein Tun dem Zuseher schon zu vertraut sind. Die Jumpscares, die den Kinogänger aus dem Sessel reißen sollen, sind größtenteils vorhersehbar und somit wirkungslos. Schade, aber beim zweiten Mal war auch der weiße Hai nicht mehr ganz zu furchteinflössend wie noch bei seinem ersten Auftritt.

Gelungener King-Cameo

Dass soll aber nicht heißen, dass es zu gar keinem Zeitpunkt im Film gruselig, spannend oder gar blutindenaderngefrierend wird. Ja, es gibt immer noch Momente, die einen aufschrecken lassen. In den rund 170 Minuten, die der Streifen lange ist, sollte das aber auch keine Kunst sein.

Etwas enttäuschend fällt auch der Auftritt vom erwachsenen Henry Bowers aus. In Teil eins war der brutale Bully mitverantwortlich für die heftigsten Szenen des Films. Jetzt ist er nur mehr ein Schatten seiner selbst. Schade. Für den Lacher des Filmes sorgt Schriftsteller Stephen King, der die Romanvorlage geschrieben hat, mit seinem genialen Cameo-Auftritt. Ob ihn wohl alle Zuschauer erkennen werden? Lasst euch überraschen.

Wie oben schon erwähnt, fühlt es sich streckenweise so an, als würde man sich den ersten Teil mit leicht adaptierten Szenen noch einmal ansehen. Das kann allerdings auch eine stark subjektive Einschätzung sein und muss nicht zwingendermaßen auf alle anderen Kinogänger zutreffen. Ob «Es Kapitel 2» an den Erfolg vom ersten Teil herankommen wird, wird aber bezweifelt. Denn selbst die beste Kopie bleibt immer nur eine Kopie vom Original.

(L'essentiel)

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