Kanye West

02. Mai 2018 14:31; Akt: 02.05.2018 14:36 Print

«400 Jahre Sklaverei? Das klingt wie eine Wahl»

US-Rapper Kanye West nannte die jahrhundertelange Versklavung von Schwarzen eine «Wahl». Mit der Äußerung hat er einen Sturm der Entrüstung entfacht.

storybild

Es ist nicht das erste Mal, dass Kanye West für eine Kontroverse sorgt. (Archivbild) (Bild: Chris Pizzello/Invision)

Zum Thema

Wieder einmal hat US-Rapper Kanye West mit einer politischen Meinungsäußerung für Kontroversen gesorgt: Anlässlich der bevorstehenden Veröffentlichung seiner neuen Alben äußerte sich der 40-Jährige in einem Interview über die Rolle der Schwarzen in den USA und sprach im Zusammenhang mit der jahrhundertelangen Sklaverei von einer «Wahl».

«Es ist die Rede von Sklaverei seit 400 Jahren», sagte der afroamerikanische Musiker am Dienstag (Ortszeit) in einem Interview mit TMZ Live, dem Radiosender der Promi-Website TMZ. «Seit 400 Jahren? Das klingt wie eine Wahl.»

Afroamerikaner müssten ihre Einstellung ändern

Was er damit meinte, führte West nicht genau aus. Er legte allerdings nahe, dass die Afroamerikaner selbst ihre Einstellung ändern müssten. «Wir befinden uns mental in einem Gefängnis», sagte West. «Ich mag das Wort 'Gefängnis', weil Sklaverei zu direkt mit der Vorstellung von Schwarzen verbunden ist. Wie Holocaust Juden bedeutet, bedeutet Sklaverei Schwarze», fügte der Rapper hinzu.

West löste mit seinen Äußerungen auf Twitter einen Sturm der Entrüstung aus. Der Rapper sah sich daher zu einer Reaktion in dem Kurzbotschaftendienst veranlasst. «Ich weiß natürlich, dass Sklaven nicht auf eigenen Wunsch in Ketten gelegt und in Schiffe gesteckt wurden», schrieb er. Die Gesellschaft könne aber nicht «in den nächsten 400 Jahren mental eingesperrt bleiben».

Trump sei sein «Bruder»

West erntete bereits Kritik, weil er als einer der wenigen schwarzen US-Künstler Donald Trump offen seine Unterstützung aussprach. Vergangene Woche bezeichnete West den US-Präsidenten gar als seinen «Bruder». Trump nannte West immer wieder als Beleg dafür, dass er entgegen anders lautender Darstellung auch in der schwarzen Bevölkerung Rückhalt genieße.

In einem Interview mit dem schwarzen Radio-Moderator Charlamagne tha God begründete West seine Sympathien für den Rechtspopulisten Trump, der immer wieder gegen das Establishment in Washington wetterte, folgendermaßen: «Wenn ich einen Außenseiter reinkommen sehe, schließe ich mich dem an.»

West hatte sich vor anderthalb Jahren wegen eines psychischen Zusammenbruchs aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Erst diesen Monat meldete sich der Ehemann von Reality-Star Kim Kardashian via Twitter zurück und kündigte für Juni ein Solo-Album sowie ein ein Album mit dem Rapper Kid Cudi an.

(L'essentiel/sep/afp)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.