Revolverheld

07. September 2019 11:02; Akt: 07.09.2019 11:25 Print

«Diesen Moment verbinde ich immer mit Luxemburg»

LUXEMBURG – Am Sonntag spielen Revolverheld in der Luxexpo. Ihr aktuelles Album ist gesellschaftskritisch und auch im Interview zeigen sich die Rocker politisch.

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Die deutsche Band Revolverheld kommt nach Luxemburg. Am Sonntag spielen sie Songs ihres aktuellen Albums «Zimmer mit Blick». Auf der Platte zeigen sich die Hamburger gesellschaftskritisch. «L'essentiel» hat mit dem Gitaristen Niels Kristian Hansen über die Haltung der Band und seine besondere Beziehung zum Großherzogtum gesprochen.

L'essentiel: Luxemburg ist das letzte Konzert auf eurer Open Air-Tour. Habt ihr dann überhaupt noch Kraft für uns?

Revolverheld: Selbstverständlich! In Luxemburg fühlen wir uns immer ein bisschen wie im Urlaub. Darum haben wir auf jeden Fall noch Kraft. Und da es unser Abschlusskonzert ist, werden wir auch noch besonders gute Laune haben.

Ihr wart schon oft in Luxemburg. Erinnerst Du Dich noch an ein besonderes Erlebnis hier?

Da gab es viele schöne Momente. Aber eine Sache werde ich wirklich nie vergessen: Das war 2005. Wir hatten gerade unser erstes Album veröffentlicht und ich stand mit Johannes draußen auf dem Parkplatz. Dann klingelte das Telefon und wir haben erfahren, dass unser Album in den Top 10 gelandet ist. Diesen Moment werde ich immer mit Luxemburg verbinden.

Euer aktuelles Album «Zimmer mit Blick» klingt anders als die anderen. Hier zeigt ihr eure gesellschaftskritische Seite. Soll eure Musik also nicht mehr einfach nur Spaß machen?

Wir waren immer politische Menschen und es gab immer gesellschaftskritische Aspekte bei uns. Zum Beispiel haben wir Konzerte bei Veranstaltungen gegen rechts gespielt. Von daher ist es jetzt nicht so, dass wir uns plötzlich verändert hätten. Aber man hat eben mit Mitte 20 auch noch andere Themen als jetzt mit 40. Außerdem haben nicht nur wir uns verändert. Auch die Zeiten werden immer angespannter. Da war es für uns einfach an der Zeit, ein anderes Album zu machen.

Was erhofft ihr euch davon?

Wir wollen ermutigen. Davon handelt ja auch der Titeltrack «Zimmer mit Blick». Man kann sich nicht einfach wegdrehen. Es ist jetzt an der Zeit: Man sollte sich jetzt informieren, sich jetzt in Themen einlesen. Unsere Kinder sollen schließlich auch noch in einer lebenswerten Welt leben. Und wenn ich da nur an den Klimawandel denke, ist es schon fünf vor zwölf.

Auf eurer Homepage habt ihr auch Carola Reckete, die Kapitänin der Sea-Watch 3, unterstützt. Ihr habt die Petition «#FreeCarola» geteilt. Warum unterstützt ihr sie?

Leben zu retten darf doch nicht bestraft werden. Die Umstände auf dem Boot waren offenbar unhaltbar. Sie musste die Menschen an Land bringen. Jemanden dafür zu bestrafen, ist nicht richtig. Aber das betrifft nicht nur die italienische Regierung. Die EU zeigt immer mit dem Finger auf die USA und die Grenze zu Mexiko. Aber was die Europäische Außengrenze angeht, etwa Lager Libyen, da gibt es doch auch bei uns ganz dringend Handlungsbedarf.

Hat es auch Probleme verursacht, dass ihr als Band mit dem neuen Album eine politische Linie habt?

Sobald man den Mund aufmacht, bekommt man Gegenwind. Aber das ist in Ordnung. Dass wir alle frei unsere Meinung sagen können, ist ja eine große Errungenschaft dieser Demokratie. Dafür lohnt es sich, zu streiten!

Revolverheld Sonntag, 20 Uhr, Luxexpo The Box, Luxemburg-Stadt. Eintritt: 49 Euro.

(Marlene Brey/L'essentiel)

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