«Langzeitarbeitslose»

28. Juli 2021 09:29; Akt: 28.07.2021 09:31 Print

Farid Bang rechnet mit deutscher Rapszene ab

«Asozialer Marokkaner» heißt das neunte Studioalbum des Rappers, das vor einigen Tagen erschienen ist. Darin rechnet er mit alten Feinden und der Rap-Szene ab.

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Rund drei Jahre ist der Echo-Skandal um Farid Bang (35) und Rap-Kollege Kollegah (36) her. 2018 wurden die zwei Rapper trotz Antisemitismus-Vorwürfen mit dem deutschen Musikpreis ausgezeichnet. «Ich habe mit dem Thema abgeschlossen, ich habe Strafe abgeleistet», so Bang gegenüber der Bild. «Ich hoffe, dass heute jeder in Deutschland weiß, dass ich mich klar von Antisemitismus distanziere», stellt der Rapper klar. «Sowas wird mir nie wieder passieren.»

Jetzt ist Bang, der mit bürgerlichem Namen Farid Hamed El Abdellaoui heißt, mit seinem neuen Album «Asozialer Marokkaner» am Start. In einem Interview mit der «Bild»-Zeitung spricht er über das, was damals geschah und darüber, wer auf seinem neuen Album zur Rechenschaft gezogen wird.

«Asozialer Marokkaner» ist eine Retourkusche

Bang knöpft sich in seinem neuen Album eine Vielzahl an alten und neuen Feinden vor. Angefangen hat er mit AfD-Fraktionschefin Alice Weidel (42), die bereits im Titel seines Albums einen Seitenhieb einstecken muss. Die Politikerin hat während der Echo-Preisverleihung 2018 getwittert, Bang sei «nichts als ein asozialer Marokkaner». Er erläutert: «Damit spielte sie auch auf einen Song an, den ich damals herausgebracht hatte. Ich habe ja marokkanische Wurzeln. Ich wollte mich an ihrer Dummheit bereichern.»

Zur Erinnerung: 2018 waren Bang und Weidel in einen heftigen Streit verwickelt. Bang nannte die Politikerin «Nazi Bitch» und drohte in einem Track damit, ihr das Nasenbein zu brechen. Weidel leitete als Konsequenz rechtliche Schritte ein. Der Rapper musste daraufhin eine Unterlassungserklärung unterzeichnen und eine Abmahnung in Höhe von mehreren tausend Euro bezahlen.

«Ich fühle mich wie ein Streetworker»

Doch nicht nur die AfD-Chefin bekommt auf Bangs neuem Album ihr Fett weg: «Ich hatte richtig Lust, mich über die deutschen Rapper lustig zu machen und das habe ich in den vergangenen Monaten köstlich ausgelebt. Ich habe mir nun vor allem die neue Rap-Generation vorgenommen», verrät er. Von der neuen Generation Deutschrap hält der 35-Jährige nämlich nicht allzu viel.

«Lass es mich so sagen, Hip-Hop besteht heute aus Langzeitarbeitslosen, die versuchen, mit italienischen Designermarken und Rolex-Plagiaten aus dem asiatischen Raum Jugendlichen zu imponieren. Doch den meisten gelingt das nicht – aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse und Grammatik», erklärt Bang. «Ich fühle mich wie ein Streetworker, der schon viel erlebt hat und die Jungs auf den Boden der Tatsachen zurückholen möchte.»

Capital Bra sei ein Glücksfall für die Rapmusik

Neben all den Sticheleien und dem Beef hat Bang aber auch noch ein paar liebe Worte übrig – und die gelten einzig und allein seinem Rap-Kollegen Capital Bra (26): «Capi ist einer der wenigen aus der neuen Generation, der seine Texte selber schreibt und dabei auch noch als Rapper glänzt. Er ist ein Glücksfall für die Rap-Musik. Uns verbindet eine lange Freundschaft, und wir haben noch einige Songs in petto. Da müssen sich einige noch warm anziehen.»


(L'essentiel/Saskia Sutter)

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