Statement-Festival Göteborg

02. September 2018 18:19; Akt: 02.09.2018 18:20 Print

Festival nur für Frauen – Männer reichen Klage ein

Beim Statement-Rockfestival in Schweden mussten Männer draußen bleiben. Sieben Herren passte das gar nicht: Sie erstatteten Anzeige wegen Diskriminierung.

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In Schwedens zweitgrößter Stadt Göteborg hat am Wochenende ein zweitägiges Rockfestival von und für Frauen stattgefunden. Transgender waren beim Statement-Festival zugelassen, aber keine Männer - auch keine männlichen Sicherheitskräfte oder Journalisten. Das passte offenbar einigen nicht: Wie der Sender SVT berichtet, sind bei der schwedischen Diskriminierungs-Ombudsstelle sieben Beschwerden eingegangen - von Männern, sie sich diskriminiert fühlten.

Grund für den männerfreien Event waren sich häufende sexuelle Angriffe auf Frauen bei Musikfestivals in den vergangenen Jahren. Der direkte Auslöser waren Vorkommnisse bei Schwedens größter Musikveranstaltung, dem Bravalla-Festival in Norrköping im vergangenen Jahr. Damals erstatteten Frauen in vier Fällen wegen Vergewaltigung und in 23 Fällen wegen sexueller Angriffe Anzeige bei der Polizei.

Warum es nötig war, ein männerfreies Festival zu machen

«Wenn jemand meint, dass es bei diesem Event Diskriminierung gibt, dann sollte er sich zuerst fragen, warum das Festival überhaupt erst notwendig war. Viele Frauen können heute nicht an Festivals teilnehmen, weil sie sich einfach nicht sicher fühlen. Dieser Event ist nicht die Lösung, sondern eine Antwort auf die Probleme, die die meisten Frauen im Alltag erleben», sagte Knyckare. Das Festival bezeichnet die Initiantin als «ein historischer Moment.»

«Ich wünsche mir eigentlich nicht die vollständige Trennung von Männern und Frauen, aber doch denke ich, dass es sehr wichtig ist, zum jetzigen Zeitpunkt das Festival zu machen», sagt Besucherin Hanna Gustavsson zum Portal «The Local». «Hier können sich Frauen sicher fühlen, einfach Spaß haben und feiern», meint auch die 34-jährige Künstlerin Julia Skonneby.

Die Ombudsstelle will nun prüfen, ob das Festival mit dem schwedischen Antidiskriminierungsgesetz vereinbar ist, wie der Sprecher Clas Lundstedt der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern wird in Schweden bereits in vergleichsweise vielen Bereichen durchgesetzt. Behördenangaben zufolge geben aber mehr als vier Prozent aller Frauen an, bereits Opfer sexueller Übergriffe geworden zu sein. 0,6 Prozent aller Männer geben dies an.

(L'essentiel/kle/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jos am 02.09.2018 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man stelle sich doch einfach nur vor, es wäre andersherum: ein Festival nur für Männer, Frauen verboten. Wie gross wäre wohl der Aufschrei! Ich bin generell gegen vermeintlich billige und ungerechte Lösungen für Probleme, weil man den Aufwand scheut, das echte Problem zu lösen: sexuelle Übergriffe geschehen in Schweden immer häufiger durch Männer aus einem bestimmten Kulturkreis die mit der westlichen Art zu leben offensichtlich überfordert sind...nur, das darf natürlich nicht laut gesagt werden. Da andere Lösungen (Ausweisungen, strengere Kontrollen oder bessere Überwachungen) politisch nicht gewollt sind, Geld und Personal kosten und generell zu anstrengend sind, gibt's wieder mal die vermeintlich einfache Lösung. Führt aber grundlegend nicht zur Beseitigung der Probleme.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jos am 02.09.2018 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man stelle sich doch einfach nur vor, es wäre andersherum: ein Festival nur für Männer, Frauen verboten. Wie gross wäre wohl der Aufschrei! Ich bin generell gegen vermeintlich billige und ungerechte Lösungen für Probleme, weil man den Aufwand scheut, das echte Problem zu lösen: sexuelle Übergriffe geschehen in Schweden immer häufiger durch Männer aus einem bestimmten Kulturkreis die mit der westlichen Art zu leben offensichtlich überfordert sind...nur, das darf natürlich nicht laut gesagt werden. Da andere Lösungen (Ausweisungen, strengere Kontrollen oder bessere Überwachungen) politisch nicht gewollt sind, Geld und Personal kosten und generell zu anstrengend sind, gibt's wieder mal die vermeintlich einfache Lösung. Führt aber grundlegend nicht zur Beseitigung der Probleme.