Releases der Woche

30. August 2018 11:22; Akt: 30.08.2018 11:22 Print

Interpol bekämpfen ihren inneren Schweinehund

Interpol benennen ihr sechstes Album nach ihren Dämonen und Poppy degradiert uns zu Zahlen. Wir haben die Musik-News der Woche.

Das Video zu Interpols «If You Really Love Nothing» zeigt Kristen Stewart auf einer Sauf-Tour. (Quelle: Youtube / Interpol)

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Album der Woche: Interpol – «Marauder»

«Der ‹Marauder› ist ein Teil von mir», sagt Paul Banks, Frontmann der New Yorker Post-Punk-Band Interpol, über den Titel ihres neuen Albums. «Er ist der Typ, der Freundschaften ruiniert und verrückten Scheiß anstellt.» Indem er diesem düsteren Charakterzug Songs widmet, möchte er ihn ein für alle mal ruhig stellen.

Ein Aufsteller waren Interpol noch nie. Bereits seit ihrem richtungsweisenden Debüt «Turn On The Bright Lights» (2002) stehen sie für menschliche Abgründe: Es ist die Art Musik, die man in einer depressiven Phase hört, um sich der Traurigkeit so richtig hinzugeben. Auch wenn man es kaum für möglich gehalten hätte, klingt «Marauder» noch ein Zacken hoffnungsloser als die Vorgänger.

Hörbar ist das nicht nur im typisch verwaschenen, fast schon gespenstischen Gitarrensound, sondern auch in den Lyrics: Banks analysiert den Zynismus der heutigen Gesellschaft («If You Really Love Nothing»), malt ein dystopisches Bild vom Überwachungsstaat («Surveillance») und reflektiert über die Leere unserer Social-Media-Sucht («Party's Over»). Produzent Dave Fridman, der in der Vergangenheit unter anderem mit MGMT aufgenommen hat, vertont diese paranoiden Gedanken mit einem klaustrophobischen Mix, der kaum Luft zum Atmen lässt.

Für das Video zu «The Rover» crashten Interpol ihre eigene Pressekonferenz. (Quelle: Youtube / Interpol)

Als Interpol «Marauder» geschrieben haben, wurden sie angeblich aus dem Proberaum geworfen, weil wegen zu hoher Lautstärke und anderer Eskapaden mehrfach die Polizei ausrücken musste. Banks innerer «Marauder» scheint also doch noch ab und zu durchzubrechen. Auch wenn die Selbsttherapie nicht wirklich funktioniert haben sollte, ist ein herrlich unbequemes Album entstanden.

Video der Woche: Für Poppy sind wir nur Codes

Poppy lancierte ihre Karriere auf Youtube – mittlerweile machte sich die US-Sängerin aber einen Namen als ernstzunehmende Künstlerin. Im futuristisch angehauchten Video zu ihrer gemeinsam mit Diplo produzierten Single «Time Is Up» füttert die 23-Jährige ihre Fans mit Pillen. Daraufhin verwandeln sich deren Gesichter in Binärcodes.

Poppy schloss sich für ihre neue Single mit Diplo zusammen. (Quelle: Youtube / Poppy)

(L'essentiel/nei)

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