Hate Speech in Songs

03. März 2020 16:49; Akt: 04.03.2020 11:18 Print

Kampagne zeigt wie Deutschrap Frauen demütigt

Mit dem Hashtag #unhatewomen soll Frauenhass der Kampf angesagt werden. Wie alltäglich dieser ist, zeigt das Video von Terre des Femmes anhand deutscher Rap-Texte.

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«Du bist ne Fotze, die schon nach zwei Bier auf der Theke tanzt, also laber uns nicht voll mit deinem Mädelskram. Eine Frau bleibt auf Ewigkeit ein Gegenstand.» Mit diesem Zitat des deutschen Rappers Finch Asozial beginnt das neue Kampagnenvideo von Terre des Femmes unter dem Titel #unhatewomen.

Im Clip sprechen die Protagonistinnen weitere frauenverachtende Songtexte in die Kamera, wie: «Es ist Kampfgeschrei, was nachts aus unserem Schlafzimmer dringt. Weil dank mir in deinem Gleitgel ein paar Glassplitter sind.»

Die gewaltverherrlichenden und misogyne Textzeilen stammen allesamt aus erfolgreichen, millionenfach gehörten Songs deutscher Rapper. Wer den Frauen beim Vortragen zusieht, kann sich kaum vorstellen, warum sich so viele diese Texte freiwillig anhören. Ohne Beat und Melodie bleiben von den Tracks nämlich bloß Frauenhass und Vergewaltigungsfantasien übrig.

Frauenhass prägt unsere Realität

«Gewalt gegen Frauen ist nicht immer nur körperliche Gewalt. Sie kann auch mit Worten ausgeübt werden», sagt Christa Stolle, Geschäftsführerin von Terre des Femmes. Die Menschenrechtsorganisation will mit der Onlinekampagne #unhatewomen gegen frauenverachtende Hassrede im Internet vorgehen.

Ziel sei, Hate Speech in Songs, Posts oder Kommentaren sichtbar zu machen, indem man mit dem Hashtag #unhatewomen online direkt widerspricht. «Denn wenn frauenverachtende Hassrede unwidersprochen bleibt und sogar millionenfach gehört und geliked wird, gilt sie irgendwann als normal. Sie prägt unsere Realität und beeinflusst das Selbstbild von Mädchen und Frauen.»

Kein Gesetz gegen Frauenhass

Im Rahmen der Kampagne fordert Terre des Femmes außerdem die deutsche Bundesregierung auf, frauenverachtende Hasskriminalität im Internet aktiv zu bekämpfen. Denn bisher gelten in Deutschland nur antisemitische, fremdenfeindliche und rassistische Beweggründe als Hate Crime. Doch Hate Speech gegen Frauen ist bislang kein offizieller Tatbestand. Ganz im Gegenteil: Unter dem Deutschrap-Deckmantel generiert er aktuell Millionen von Klicks und Streams.

Die Kreativagentur hinter der Kampagne hat sich übrigens einen speziellen Kniff überlegt. Um das Bewusstsein gezielt bei bisher unkritischen Rap-Fans zu fördern, wird die Kampagne besonders häufig vor jenen Musikvideos geschalten, aus welchen die Texte ursprünglich stammen.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ag am 04.03.2020 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wien sou eppes likt as net besser wei de blödian den et "sengt" interressant vir ze wessen waat seng mamm a seng schwestere soen.wou bleift do de respekt ...

  • einfach krass am 04.03.2020 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Nun denn, immer wieder erstaunlich was auf den Index geht und was erlaubt ist im Namen der 'künstlerischen' Freiheit.

Die neusten Leser-Kommentare

  • ag am 04.03.2020 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wien sou eppes likt as net besser wei de blödian den et "sengt" interressant vir ze wessen waat seng mamm a seng schwestere soen.wou bleift do de respekt ...

  • einfach krass am 04.03.2020 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Nun denn, immer wieder erstaunlich was auf den Index geht und was erlaubt ist im Namen der 'künstlerischen' Freiheit.