Amsterdam

08. März 2021 18:49; Akt: 08.03.2021 19:02 Print

Party-​​Experiment – 1300 Gäste feiern auf Festival

In Amsterdam testet die Regierung Großveranstaltungen unter eingeschränkten Bedingungen. Am Samstag durften hunderte mit negativem Test bei einem Musikfestival dabei sein.

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Am Samstag haben die Behörden in Amsterdam zum Testlauf für Großveranstaltungen eingeladen. Verschiedene Musiker und DJs traten dabei vor einer enthusiastischen Menge auf. Wie der «Guardian» berichtet, folgten rund 1300 Teilnehmer dem Ruf in den «Ziggo Dome». Das Mini-Festival fand am Nachmittag statt, um nicht gegen die aktuell gültigen Ausgehbeschränkungen in den Niederlanden zu verstoßen.

Bedingung für die Teilnahme war ein negativer Corona-Test in den letzten fünf Tagen. Fünf Tage nach dem Event werden sämtliche Teilnehmer erneut zum Test antreten müssen, um zu prüfen, ob es zu Übertragungen gekommen ist.

Tickets rasch ausverkauft

Die Festival-Besucher wurden in fünf Gruppen («Jungebles») von rund 250 Personen aufgeteilt – alle mit unterschiedlichen Aufgaben und Regeln. Während die einen Masken tragen mussten, sollten andere absichtlich so laut wie möglich schreien und sich bewegen. Zur Bewegungsüberwachung erhielten alle Raver ein elektronisches Etikett.

Wer sich zu den Glücklichen zählen durfte, wurde per Losverfahren entschieden. Die Tickets kosteten 15 Euro und waren in 20 Minuten ausverkauft. Zwölf Personen wurden aufgrund eines positiven Testresultats von der Teilnahme ausgeschlossen.

Hinter der Initiative mit dem Namen Fieldlab steht die niederländische Regierung in Zusammenarbeit mit der Event-Branche im Land. Wie der «Guardian» die Organisatoren des Testlaufes zitiert, konnten sie schon einige interessante Beobachtungen aus dem Experiment ziehen. Einer der Erkenntnisse war, dass auch in der Masken-Gruppe schnell die Hemmungen fielen und einige den Mundschutz ablegten.

«Solche Testläufe prüfen die Wirksamkeit von Maßnahmen»

Der Epidemiologe der Uni Bern, Matthias Egger, hält solche Studien für sehr sinnvoll. «Solche Tests wären sehr wichtig, um die Wirksamkeit für Maßnahmen zu prüfen.»

Die vorher durchgeführten Tests sowie der Ausschluss von positiv Getesteten würde die Aussagekraft natürlich einschränken, mit der Studie lasse sich aber gut zeigen, wie die Menschen auf mögliche Einschränkungen reagieren würden. Auch den Vorschlag der einzelnen Bubbles findet Egger sehr interessant. Der Berner war bis im Juni vergangenen Jahres Vorsteher der Swiss Task Force.

Tests sollen großzügigere Öffnungen ermöglichen

Fieldlab hat bereits Tests an Geschäftskonferenzen, Fußballspielen und Theateraufführungen durchgeführt. Ein Vertreter der Organisation äußerte gegenüber dem «Guardian» dann auch die Hoffnung, dass durch die Tests neue massgeschneiderte Lösungen für Großveranstaltungen möglich würden. «Die bisherigen Maßnahmen sind generisch, erlauben beispielsweise nur 100 Personen. Wir hoffen auf spezifischere Maßnahmen, z.B. dass man den Ziggo Dome zur Hälfte öffnen könnte».

(L'essentiel/Patrick McEvily)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pablo am 09.03.2021 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist eine Verletzung der Menschenrechte wenn nur Leute mit negativem Test feiern dürfen und nicht auch Leute ohne test. Es wird immer mehr Menschenrechtsverletzungen geben wenn die Regierungen durchsetzen dass nur geimpte Bürger alles tun dürfen (Reisen, Restaurant, Bar, Kino etc.).

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pablo am 09.03.2021 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist eine Verletzung der Menschenrechte wenn nur Leute mit negativem Test feiern dürfen und nicht auch Leute ohne test. Es wird immer mehr Menschenrechtsverletzungen geben wenn die Regierungen durchsetzen dass nur geimpte Bürger alles tun dürfen (Reisen, Restaurant, Bar, Kino etc.).