«Blurred Lines»

17. Oktober 2019 11:06; Akt: 17.10.2019 11:14 Print

Pharrell findet seinen eigenen Hit sexistisch

Musiker Pharrell Williams sagt in einem Interview mit «GQ», dass er sich für den Inhalt einiger seiner alten Songs schämt. Auslöser: sein umstrittener Track «Blurred Lines».

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

2013 veröffentlichten die US-Musiker Pharrell Williams (46), Robin Thicke (42) und T.I. (39) den Song «Blurred Lines». In dem Track singen die Musiker darüber, wie sie eine Frau zum Sex überreden möchten – und deuten an, dass das Verlangen nach Intimität erst nicht auf Gegenseitigkeit beruht.

«Ich weiß, du willst es. Du bist ein gutes Mädchen, ich kann dich nicht einfach gehen lassen», lautet ein Teil der Lyrics.

Der Song sorgte für Aufruhr: Kritiker gaben zu bedenken, dass das Lied sexuelle Nötigung und Gewalt an Frauen verharmlose. In einem Interview mit der «GQ» hat sich nun Pharrell zur Kritik geäußert. Er zeigt sich reuevoll – und spricht von einem grundsätzlichen Wandel in der Sicht auf seine Arbeit.

«Ich schäme mich für einige meiner alten Songs»

«Einige meiner alten Songs würde ich heute niemals so schreiben oder singen. Ich schäme mich für einige», so der 46-Jährige. Es habe einige Zeit und persönliche Entwicklung gebraucht, um das zu realisieren. Ausschlaggebend war die Kritik an «Blurred Lines».

«Dass ‹Blurred Lines› Vergewaltigungen verharmlosen soll, habe ich zunächst nicht verstanden. Schließlich fanden auch einige Frauen den Song gut.» Doch die Diskussion riss nicht ab. «Plötzlich realisierte ich, dass es wirklich Männer gibt, die das gleiche Vokabular wie wir im Song brauchen, wenn sie Frauen misshandeln», sagt Pharrell.

Diese Erkenntnis hat ihn umgehauen

Es spiele dabei keine Rolle, dass er selber ein solches Verhalten nicht unterstütze – es zähle nur, «wie es das Leben von Frauen beeinflusst»: «Ich begriff, was wirklich in ‹Blurred Lines› gesagt wird – und was das bei anderen anrichten kann.»

Pharrell weiter: «Ich habe realisiert, dass wir in einer chauvinistischen Kultur leben, in der einige Gruppierungen immer noch das Gefühl haben, sie seien anderen überlegen.» Er habe nicht gecheckt, dass die Lyrics in seinen Songs diese Ansichten stützten: «Als ich das erkannt habe, hat es mich umgehauen.»

Das Musikvideo zu «Blurred Lines». In der ursprünglichen Version waren die drei Models bis auf den Slip völlig unbekleidet. Das Video sorgte damit ebenfalls für Aufruhr – weil es Frauen deutlich objektivierte.

(L'essentiel/mim)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.