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30. August 2017 10:17; Akt: 30.08.2017 10:24 Print

Wer Taylor live sehen will, muss ihr Album kaufen

Taylor Swift ist zurück – und bald wird sie auch wieder auf der Bühne stehen. Wer sie live sehen will, muss sich aber zuerst als würdiger Fan beweisen.

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Da ist sie wieder, im Zentrum der Aufmerksamkeit: Taylor Swift hat über das Wochenende ein Comeback hingelegt, wie es vor ihr noch keine geschafft hat. Das Video zur Single «Look What You Made Me Do» hat den bisherigen 24-Stunden-Rekord pulverisiert: Mit 35 Millionen Klicks am Tag der Veröffentlichung überbot sie Adeles alte Bestmarke um 7,3 Millionen.

Inzwischen hat der Clip schon weit über 50 Millionen Views – mit einem durchschnittlichen Zuwachs von über einer Million pro Stunde. Auch auf Spotify, wo Swifts Musik erst seit zwei Monaten wieder verfügbar ist, setzt die 27-Jährige neue Maßstäbe: 8 Millionen Mal wurde die Single in den ersten 24 Stunden abgespielt. Ed Sheerans Rekord toppt sie damit um 1 Million.

Nur wer Fanartikel kauft, darf ans Konzert

Das lässt zwei Rückschlüsse zu: 1. Taylor ist wahnsinnig beliebt. 2. Sie (beziehungsweise ihr Management) weiß genau, wie man erfolgreich Pop macht. Mit jedem neuen Fabelrekord klingeln im Büro Swift auch kräftig die Kassen.

Diese Vorteile spielt das Team um Taylor auch für den Ticketverkauf ihrer kommenden Tour aus. Swift hat ein neues System lanciert. Kurzfassung: Man kann seine Chancen auf ein Ticket erhöhen, wenn man ihre Fanartikel kauft oder auf Social Media etwas zu Swifts Tour, Album oder ihren Videos postet.

Das neue Video zur Single «Look What You Made Me Do», in dem Swift mit zahlreichen Anspielungen gegen ihre Kritiker schießt.

Je mehr solcher Boost-Aktivitäten man sammelt, desto höher steigt man in der Warteliste für die ausgewählte Konzertstadt auf. Anders gesagt: Wer mehr Geld ausgibt, kann Taylor eher live erleben. Dazu muss man sich auf ihrer Website registrieren – und auch die Handynummer hinterlassen. Wie das Ganze genau aussieht, sehen Sie in der Bildstrecke.

Swift könnte ihr Publikum nach Wunsch zusammenstellen

Offiziell will das Team von Taylor Swift damit vorbeugen, dass Tickets von Bots und Schwarzmarkt-Händlern abgestaubt und danach im Netz teuer weiterverkauft werden. Klar ist aber: Auf diese Art werden die Albumverkäufe zusätzlich markant in die Höhe gepusht.

Dazu werden auch wertvolle persönliche Daten gesammelt, mittels denen sich Swifts Marketingabteilung noch gezielter an die Fans wenden kann. Wir haben uns auf der Seite angemeldet: Sekunden später klingelte schon das Telefon. Am anderen Ende der Leitung eine Roboterstimme aus den USA, die erklärte, was es als Nächstes zu tun gibt.

Für Luxemburg noch keine Pläne

Musikexperten äußern sich kritisch: In letzter Konsequenz könnte Swifts Management nun sogar auswählen, wie das Publikum bei ihren Shows ideal zusammengesetzt ist – das grenzt an Diskriminierung. Für Luxemburg sind noch keine Konzerte von Taylor Swift angekündigt.

Thomas Dürr, Geschäftsführer von Act Entertainment, einem der größten Veranstalter des Landes, sagt zur neuen Swift-Methode:

«Dieses Angebot funktioniert nur bei einem Hype.» Und den hat Taylor geschafft. Dürr fügt aber an: «Das Konzept scheint nicht langfristig ausgelegt zu sein.» Heißt: Man kann Fans damit auch verärgern, was Gift ist für jeden Künstler.

I

(L'essentiel)

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