«The Room»

02. August 2017 09:28; Akt: 02.08.2017 09:31 Print

James Franco und der übelste Film aller Zeiten

«The Room» ist eine Zumutung für jede Kinoleinwand. Trotzdem wurde der Streifen Kult. James Franco macht aus dem Stoff nun eine Komödie.

James Franco bringt die Enstehungsgeschichte von «The Room», dem schlechtesten Film der Welt, auf die Leinwand. (Quelle: Youtube.com)

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Cineasten sind sich selten einig. Doch in dieser Frage meistens schon. Ist «Room» der schlechteste Film aller Zeiten? Die meisten würden sagen: «Ja!» Trotzdem (oder vielleicht genau darum) bringt James Franco Ende des Jahres eine Behind-the Scenes-Komödie von «Room» auf die Leinwand. «The Disaster Artist» basiert auf den Memoiren von Wiseaus Co-Star Greg Sestero. Franco spielt Wiseau und führt Regie, sein Bruder Dave Franco ist als Sestero dabei. Die Liste des Cast platzt schier vor lauter Staraufgebot. In weiteren Rollen sind Zac Efron, Kate Upton, Josh Hutcherson, Seth Rogen und Sharon Stone zu sehen.

Aber wie schlecht ist «Room» überhaupt? Die Antwort: sehr schlecht. Kostprobe gefällig? Hier ein Original-Dialog aus «The Room».

Mark: Wie wars heute bei der Arbeit?

Johnny: Oh, ganz okay. Wir haben einen neuen Kunden und die Bank wird viel Geld verdienen.

Mark: Wer ist der Kunde?

Johnny: Das kann ich dir nicht sagen, ist vertraulich.

Mark: Ach, komm schon. Warum nicht?

Johnny: Nein, ich kann nicht. Egal, wie läuft dein Sexleben?

Klingt grauenhaft? Noch schlimmer als die verbalen Perlen im Streifen sind die schauspielerischen Darbietungen, allen voran die von Tommy Wiseau, dem Autor, Regisseur, Produzenten und «Star» von «The Room». In qualvollen 99 Minuten erzählt der gebürtige Pole die Geschichte von Johnny, dessen Verlobte etwas mit seinem besten Freund Mark anfängt – eine Story, die nicht mal Stoff für neun Minuten hergibt. Und Wiseau, der an etwas zwischen Graf Dracula und einen abgehalfterten Bond-Bösewicht aus dem Ostblock erinnert, ist der wohl unglaubwürdigste Banker der Filmgeschichte.

Trotzdem wurde «The Room» im Laufe der Jahre Kult – wann immer es Screenings des Films gibt, stehen die Leute Schlange dafür. Den schlechtesten Film der Welt, für den ihn viele halten, will man als Kinofan einfach gesehen haben. Zumal Wiseau wie ein Rockstar mit dem Streifen um die Welt tourt und danach fleissig Autogramme schreibt.

6 Millionen für die Tonne

Dass der Film zur Legende wurde, hat mehrere Gründe. Eine davon ist seine Entstehungsgeschichte. Sieht man sich den Film an, würde man die Produktionskosten auf maximal 10 Dollar schätzen. Doch angeblich betrug das Produktionsbudget satte 6 Millionen Dollar.

Wiseau tauschte die Crew viermal und die Darsteller dreimal aus, drehte sechs Monate lang im Studio und filmte gleichzeitig mit analogen und digitalen Kameras. Ganz zu schweigen von einem monumental hässlichen Riesen-Plakat, das Wiseau mitten in Los Angeles aufstellen ließ. Dass er das Geld, das angeblich aus zwielichtigen Geldwäscher-Kreisen stammte, so schnell durchbrennen konnte, machte «The Room» nur noch sagenumwobener und kultiger.

(L'essentiel)

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