Premieren-Absagen

13. Juni 2017 11:46; Akt: 13.06.2017 11:56 Print

Der Terror hat auch Hollywood im Griff

Nach den Anschlägen in Großbritannien geht die Angst um. Auf dem roten Teppich und im Schneideraum.

Tom Cruise ist im Reboot der «Mummy»-Saga zurück auf der großen Leinwand. Quelle: Universal Pictures.

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Gleich zweimal erschütterten innerhalb kurzer Zeit Terrorakte Großbritannien: Nach dem Anschlag auf das Konzert von Ariana Grande in Manchester mit 22 Toten folgte wenige Tage darauf in London ein weiterer Terrorakt.

Nur zwei Tage vorher hätte Superstar Tom Cruise dort über den roten Teppich laufen sollen, um seinen Mega-Blockbuster «The Mummy», der zum Großteil in der britischen Hauptstadt spielt, zu promoten. Doch nach dem Anschlag in Manchester sagte das Studio Universal den Fan-Event ab.

Reihenweise Absagen

In der gleichen Woche verzichteten auch die Macher von «Wonder Woman» in London und «Baywatch» in Berlin auf einen roten Teppich. Der Grund? Pietät gegenüber den Opfern.

Doch Fakt ist auch, dass die Sicherheit an solchen Anlässen weder für die Stars noch die Fans garantiert werden kann. Am diesjährigen Cannes Film Festival patrouillierten Polizisten mit Maschinengewehren die Croisette entlang, Journalisten durften nur nach dem Gang durch Metalldetektoren und einer ausgiebigen Taschenkontrolle ins Festivalzentrum.

Stars stehen auf der Todesliste des IS

Doch solche engmaschigen Kontrollen sind an einer Filmpremiere gar nicht möglich. Umso erstaunlicher, dass sich Tom Cruise und seine Co-Stars in Madrid und Paris dann doch den Fans zeigten. Denn Celebrities stehen auf der Todesliste des IS angeblich ganz weit oben.

Die Bedrohung durch Terrorismus aber hat nicht nur Auswirkungen auf Promo-Events, sondern auch auf den Inhalt der Filme. In «The Mummy» kommt es unter Londons Wahrzeichen, dem Big Ben, zu mehreren Explosionen.

Heikle Zerstörungsorgie in «The Mummy»

Die Macher überlegten lange, ob sie heikle Szenen der Zerstörung im fertigen Streifen lassen sollten. «Wir kamen zum Schluss, dass wir unser Leben nicht in Angst vor Terroristen führen können. Unser Ziel ist es, zu unterhalten», sagte Regisseur Alex Kurtzman Anfang Juni in einem Interview. «Wir waren uns nicht im Klaren darüber, welche Gebäude in London wir zerstören wollten. Wir haben uns für einen Sandsturm entschieden, der durch die ganze Stadt fegt.»

Im Juli 2016 bat der Filmverleih Studiocanal die französischen Kinobetreiber, seinen Actionfilm «Bastille Day» aus den Lichtspielhäusern zu verbannen. Der Film handelt von einem Terroranschlag am Nationalfeiertag (Bastille Day). Aus der Fiktion wurde traurige Wirklichkeit: An eben diesem Tag lenkte ein Terrorist einen LKW in die Menschenmenge und löschte dabei 86 Menschenleben aus.

«The Mummy» startet am Donnerstag in den Kinos.

(L'essentiel)

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