Konzert in Luxemburg

17. Dezember 2019 22:33; Akt: 18.12.2019 07:32 Print

Ghost feiern volle Horrormesse in der Rockhal

ESCH/BELVAL – Ein monumentaler Bühnenaufbau, haushohe Kathedralenfenster und dämonische Masken haben die Rockhal in ein anderes Heavy-Metal-Universum gebeamt.

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Zum Ende des The Ultimate Tour of Death-Tourzyklus machen die maskierten Old-School-Rocker Ghost am Dienstagabend nochmal Halt im Großherzogtum. Schon vor dem eigentlichen Konzert zeigt sich am Bühnenaufbau, dass die Schweden bei ihrer Stadiontour mit Metallica im Sommer Blut geleckt haben:

Sich monumental auftürmende Podeste gehen in strahlende, haushohe Kathedralenfenster auf dem Backdrop über. Nach den beiden Vorbands Tribulation und All Them Witches gehen die Lichter der Rockhal um 21 Uhr aus, unheilvolle Kinderchöre erklingen zu bedrohlichen Orchesterklängen, dann fällt der Vorhang mit einem Knall und die auflodernden Lichtbatterien beamen das Luxemburger Publikum in eine Heavy Metal-Messe der besonderen Art.

Mastermind als schräger Cardinal in rotem Frack

Der Showstart mit dem Album-Opener Rats offenbart gleich die musikalische Bandbreite der Band. Um den durch die Show führenden Cardinal Copia agieren sieben maskierte Musiker, die die old-schooligen Rock-Klänge mit poppigen Background-Chören, Keyboards und sogar Saxofon-Soli ausschmücken.

Hinter dem schrägen Cardinal in rotem Frack verbirgt sich Tobias Forge, das Mastermind der Band, der bereits im Interview mit L'essentiel «eine richtige Arena-Produktion» für die Rockhal-Show ankündigte.

Luxemburger Publikum: extrem textsicher

Entsprechend tritt die Band auch heute Abend nach dem imposanten Opening weiter auf das Gaspedal. Die Luxemburger Fans zeigen sich extrem textsicher und schmettern den maskierten Musikern die Ohrwurm-tauglichen Refrains gut gelaunt zurück. So wird aus einer Metalmesse mit Horrortwist immer wieder ein harmonisches Singalong-Fest.

Auch der künstlerische Aspekt kommt nicht zu kurz. Bei allem Hit-Potenzial nimmt sich die Band immer wieder außergewöhnlich viel Zeit für ausgedehnte Instrumental-Passagen. Ob atmosphärische Gitarrenduelle, vielschichtige Instrumentals, die an Prog Rock-Giganten wie Rush erinnern (das großartige Miasma sei hier exemplarisch genannt) oder ein eingeworfener Last Christmas-Jam... auch die Musiker im Saal kommen bei derart viel Virtuosität und Spielfreude auf ihre Kosten.

Am Ende zünden die maskierten Schweden dann nochmal das Hit-Feuerwerk und lassen die Rockhal in Singalong-Chören regelrecht explodieren. So geht ein beispielloses Konzertspektakel zu Ende, dass Show, Anspruch und Ohrwurm-Potenzial zu einer einzigartigen Erfahrung vereint. Diese Messe darf gerne wieder in Luxemburg gefeiert werden.

(Dustin Mertes/L'essentiel)

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