6 Gründe

21. November 2017 12:00; Akt: 21.11.2017 12:07 Print

Horrorfilme bringen so viel Geld wie nie zuvor ein

«It», «Get Out», «Annabelle: Creation»: 2017 war das bisher erfolgreichste Jahr des Genres an der US-Kinokasse. Das hat mehrere Gründe.

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2017 wird in die Geschichte des amerikanischen Kinos eingehen. Niemals zuvor machten Horrorfilme so viel Geld wie dieses Jahr. In den Top 15 rangieren gleich zwei Genrefilme. «It» auf Platz sechs mit über 326 Millionen Dollar (Stand 20. November), «Get Out» auf Platz 15 mit 175 Millionen Dollar.

Damit sind diese Filme erfolgreicher als beispielsweise der fünfte Teil von «Pirates of the Caribbean» oder der Animationshit «Boss Baby». Aber warum haben es Horrorfilme in den vergangenen Jahren vom Nischenmarkt zum Mainstream geschafft?

Die Qualität ist top:

Der Großteil der Horrorfilme, die früher ins Kino kamen, waren storytechnisch von bescheidener Qualität. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Die Filmemacher setzen auf gute Geschichten und Figuren, was mindestens gleich wichtig ist wie gruselige Effekte. Das bringt Anerkennung bei den Filmkritikern und dem Publikum.

«Get Out» etwa war mehr als nur ein Horrorfilm. Er war ein Kommentar zum versteckten Rassismus, der in Amerika immer noch weit verbreitet ist. Das lockt auch Leute ins Kino, die das Genre normalerweise meiden.

Horrorfilme sind rentabel:

Schon früher galt die Devise: Ein Horrorfilm bringt immer Geld. Vor allem mit dem Beginn des Videokassetten-Booms Anfang der 80er-Jahre wurde das Genre zunehmend populär. Die Regale der Videotheken waren gefüllt mit Horrorfilmen und fanden entsprechend Anklang. Hinzu kommt natürlich, dass Horrorfilme meist mit einem beschiedenen Budget realisiert werden.

Superproduzent Jason Blum («Insidious», «The Purge», «The Conjuring» etc.) hat eine klare Devise: Alle seine Filme sind Low-Budget. Beispiel: «Happy Death Day», der neuste Blum-Streifen, der aktuell in der Schweiz läuft, kostete nicht einmal 5 Millionen Dollar in der Produktion und spielte bisher knapp 100 wieder ein. Insgesamt haben seine Filme weltweit knapp drei Milliarden Dollar eingespielt. Die Rechnung geht also auf.

Der Trailer zum neusten Horror-Hit «Happy Death Day».

Das Genre braucht keine Stars:

In «It» spielt kein einziger Star mit. Okay, vielleicht ist dem einen oder anderen der Name Bill Skarsgård geläufig, der den Clown Pennywise spielt. Aber wohl eher wegen seines berühmten Bruders Alexander, der gerade als Tarzan zu sehen war. Zwar gibt es immer öfter auch Mainstream-Schauspieler, die im Genre mitwirken (Ethan Hawke, Vera Farmiga), aber große Namen sind selten und vor allem nicht entscheidend für den Erfolg. Das spart den Machern viele Millionen an Gagen und die Zuschauer scheint es nicht zu stören.

Der Trailer zu «It».

Fans wollen Horror das ganze Jahr über:

Früher fanden die gruseligen Filme fast ausschließlich in der Zeit um Halloween (31. Oktober) herum ihren Weg ins Kino und kannibalisierten sich oft gegenseitig. Heute laufen Horrorfilme das ganze Jahr über. «Get Out» etwa startete im Februar und wurde zum zweiterfolgreichsten Horrorfilm des Jahres. «Annabelle: Creation» kam im August heraus und rettete den ansonsten miserablen Monat.

Horror stärkt das Gemeinschaftsgefühl:

Das Kino hat als kollektives Erlebnis an Bedeutung verloren. Sprach früher die breite Maße über aktuelle Filme, die im Kino liefen, passiert das nun bei Serien. Auch gehen wir seltener in einer Gruppe ins Kino. Bei Horrorfilmen ist das anders. Die Zuschauer gehen gemeinsam ins Kino, um sich gemeinsam zu fürchten. Das schafft ein Gemeinschaftsgefühl.

Die große Leinwand schafft Anreize:

Im Horrorfilm passiert viel über das Sounddesign. Und der ist im Kino nun mal nicht vergleichbar mit (illegalen) Downloads auf dem Laptop. Bei einem Horrorfilm lohnt es sich also eher, Geld in einen Kinobesuch zu investieren, als bei einem dialoglastigen Film.

(L'essentiel/cat)

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