Hearst Castle

17. Juni 2019 10:37; Akt: 17.06.2019 10:52 Print

In diesem Schloss drehte Lady Gaga «G.U.Y.»

Das Hearst Castle ist ein beeindruckender Bau. Entworfen hat ihn Julia Morgan, die erste Architektin Kaliforniens.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Hearst Castle befindet sich in Kalifornien auf einem Hügel, der auch «La Cuesta Encantada» (verzauberter Hang) genannt wird. Es ist ein beeindruckender Bau, der in seiner Blütezeit Treffpunkt für Amerikas Elite war. Für diese Zeit ungewöhnlich: Hearst Castle wurde von einer Frau entworfen.

Die erste Architektin Kaliforniens

Die Architektin des Hearst Castle war Julia Morgan. Morgan war die erste Frau, die jemals an der École nationale supérieure des beaux-arts in Paris studieren durfte, der traditionsreichsten und berühmtesten unter den französischen Hochschulen für bildende Künste. Sie war außerdem die erste Architektin, die in Kalifornien eine Zulassung erhielt.

Nach ihrer Ausbildung in Frankreich kehrte Morgan zurück nach San Francisco und gründete dort 1904 ihre eigene Firma, die schon nach kürzester Zeit ein beeindruckendes Portfolio vorweisen konnte. Eines der ersten Projekte war der Glockenturm des Mills College in Oakland, der 1906 ein schweres Erdbeben überstanden hatte.

Schloss sollte eine einfache Ranch werden

Als Verleger und Medien-Tycoon William Randolph Hearst einen Architekten für sein prestigeträchtiges Anwesen suchte, wollte er nur den besten – und engagierte Julia Morgan. Ursprünglich sollte das Hearst Castle keineswegs so schlossartig werden. Geplant war eine große Ranch auf den rund 100.000 Hektaren Land bei San Simeon in Kalifornien.

Und während die Gebäude im Laufe der Zeit immer größer wurden, blieben die Namen gleich: Häuschen in der Größe einer kleinen Villa wurden noch immer «Cottages» genannt, das Schloss «Ranch». Julia Morgan arbeitete während 20 Jahren unermüdlich an Hearst Castle.

Sie reiste über 500 Mal an, um selbst Hand anzulegen, unter anderem um die Fliesen im Pool zu zerschlagen, damit sie aussehen, als stammen sie aus vergangenen Zeiten. Am Ende der Bauarbeiten hatte Hearst Castle 165 Zimmer, verteilt auf vier Gebäude.

Der einst größte Privatzoo der Welt

Er war bekannt als der «Hearst Garden of Comparative Zoology» (Garten der vergleichenden Zoologie) und sollte sich für Gäste anfühlen wie eine Safari: Wildtiere in (fast) freier Wildbahn. Im Zoo gab es Antilopen, Zebras, Kamele, Kängurus, Giraffen und vieles mehr.

In dieser Zeit war es keineswegs unüblich, dass vermögende Familien einen Privatzoo hielten. Hearst hob seinen Privatzoo aber auf ein neues Level: Neben den Safari-Tieren gab es Jaguare, Bären, Tiger, Löwen, Affen, exotische Vögel und sogar einen Elefanten. Obwohl Hearst den Zoo 1937 auflöste, leben heute noch über 100 Zebras auf dem Gelände.

Ein eigener Flughafen

Auf Hearst Castle gibt es nicht nur eine, sondern gleich zwei Start- und Landebahnen auf einem 28 Hektar großen Flughafen. Die Landebahnen sind groß genug für eine Boeing 747, die Hearsts illustre Gäste einfliegen sollte.

Heute ist der Flughafen das Besucherzentrum – und die Besucher wandeln auf den gleichen Pfaden wie einst die berühmte Pilotin Amelia Earhart landete. Eine Landebahn wird immer noch benutzt, allerdings nur von der Hearst Corp, dem Mutterkonzern.

Immer noch eine Farm

Auf dem Grundstück des Hearst Castle befindet sich auch eine Farm, die seit 150 Jahren Viehzucht betreibt. Die Farm wurde damals von Don «Pancho» Francisco Estrada geführt, einem guten Freund von Hearst. Nach seinem Tod überschrieb Hearst das Land an den Staat Kalifornien – unter der Bedingung, dass hier weiterhin Vieh gezüchtet und Lebensmittel angepflanzt werden.

Ein besonderes Gebäude ist die American Ranch, in der Estrada wohnte. Dort hat einst auch Elizabeth Taylor übernachtet – und angeblich durfte auch Lady Gaga während ihres Videodrehs dort nächtigen.

Bekannt aus Film und TV

Lady Gaga drehte im Hearst Castle das Video zu «G.U.Y.». Sie war ein so großer Fan des Anwesens, dass sie nicht nur die 23.000 Dollar Miete überwies, sondern auch noch weitere 250.000 Dollar für den Erhalt des Hauses spendete. Die hat das Hearst Castle auch nötig: Aktuell kostet es bis zu 12 Millionen Dollar pro Jahr, das Gebäude und die umliegenden Ländereien zu unterhalten.

Hearst hatte viele einflussreiche und berühmte Freunde. Zu den regelmäßigen Besuchern gehörten unter anderem Charlie Chaplin und Cary Grant. Übrigens: Hearst Castle gilt als Vorbild des Schlosses Xanadu im Film «Citizen Kane» von Orson Welles.

(L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.