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13. August 2019 19:22; Akt: 13.08.2019 19:29 Print

Mit ihren Tiktok-​​Hits verdienen Musiker nichts

Musik spielt auf der Video-Plattform Tiktok eine zentrale Rolle. Wenn ein Song viral geht, haben die Künstlerinnen und Künstler allerdings wenig davon. Das soll sich ändern.

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Loomy (24) geht mit dem Song «Senza filtro» gerade auf Tiktok viral: Zum Song des Italo-Rappers inszenieren User auf der ganzen Welt ihre 15-Sekunden-Clips, in denen sie sich durch die verschiedenen Insta-Story-Filter swipen – fast 40 Millionen Aufrufe hat die #ParisOslo-Challenge schon generiert.

So geht die #ParisOslo-Challenge. (Video: Wibbitz/20 Minuten)

Zuvor löste Lizzos (31) «Boys» die #AllTheBoys-Challenge aus, die über 500 Millionen Video-Aufrufe nach sich zog. Auch «Wasabi» der britischen Girlgroup Little Mix, ein Song aus dem Jahr 2018, inspirierte die User auf der Plattform zu einer neuen Challenge, die mit dem Face-Zoom funktioniert. Bisher haben diese Clips über 200 Millionen Video-Aufrufe.

1. Hitmaschine Tiktok

Sprich: Die Kurzvideo-Plattform hat längst auch die Macht, Hits zu schaffen – die schnell auch über Tiktok hinauswachsen. Einer der größten Viral-Hits, die von Tiktok ausgegangen sind, ist «Old Town Road» von Lil Nas X (20).

Nach einer Tiktok-Challenge wurde das Lied auf gängigen Streaming-Plattformen ebenfalls zu einem Welthit. Auch in Europa steht es seit Wochen auf den obersten Rängen in den Single-Charts.

2. Künstler verdienen nichts daran

Bloß: Mit ihren Hits und den Millionen Aufrufen machen die Musikerinnen und Musiker auf Tiktok kein Geld. Auch wenn die Werke natürlich urheberrechtlich geschützt sind. Zumindest noch nicht.

«Tiktok muss die Rechteinhaber der Songs, die bei den Videos verwendet werden, für die Nutzung bezahlen», sagt Giorgio Tebaldi von der Schweizer Verwertungsgesellschaft Suisa. Das gelte auch für Clips, die nur 15 Sekunden lang seien, wie das bei Tiktok der Fall sei.

Die Bedingungen der Bezahlung müssten aber noch ausgehandelt werden, erklärt Tebaldi. «Die Suisa – wie auch andere Verwertungsgesellschaften im Ausland sowie Musiklabels – ist derzeit über ihre Tochtergesellschaft Suisa Digital Licensing daran, die Nutzungsbedingungen mit Bytedance zu verhandeln.» Bytedance ist die chinesische Firma, der Tiktok gehört. Sie betreibt auch die chinesische Variante der App namens Douyin.

3. Das sagt Tiktok

Bei Tiktok ist man sich der unbefriedigenden Lage für Künstler bewusst. Auf Anfrage von L'essentiel erklären die Zuständigen: «Wir arbeiten eng mit Musikrechte-Inhabern zusammen, um auf der Plattform eine Soundbibliothek zu bewahren, mit der Nutzer ihre eigenen Kurzvideos anreichern können.»

Verhandelt werde zurzeit mit den Urheberrechtsgesellschaften und dem UK Copyright Tribunal. Man wolle eine «vernünftige Einigung» erreichen. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürften die Künstler dann pro Video-Aufruf eine Pauschale ausbezahlt bekommen.

4. Wie kommen die Songs überhaupt auf Tiktok?

Die Plattform bietet bereits jetzt eine große Auswahl an Songs, auf die User beim Erstellen von Videos zugreifen können. Nutzer können aber auch eigene Songs hochladen – allerdings über Umwege.

Mit Streaming verdienen Künstlerinnen und Künstler verhältnismäßig wenig. Gerade deshalb könnten aber weitere Einnahmen via Tiktok für sie wichtig sein, zumal auch Songs abseits des Mainstreams dank Tiktok Millionen Menschen erreichen.

(L'essentiel/fim)

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