Zwei Jahre nach Release

16. Juli 2019 13:57; Akt: 16.07.2019 15:12 Print

Netflix löscht Suizid-​​Szene aus «13 Reasons Why»

Der Streaming-Riese hat die kontroverse Szene der ersten Staffel, in der sich die Hauptfigur Hannah das Leben nimmt, entfernt. Die Fan-Reaktionen gehen auseinander.

Der Trailer zur zweiten Staffel von «13 Reasons Why», die im Mai 2018 releast wurde. (Video: Netflix)

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Fast zweieinhalb Jahre nach dem Release der ersten Staffel von «13 Reasons Why» hat Netflix die kontroverse Szene, in der die Hauptfigur Hannah (Katherine Langford) Suizid begeht, entfernt.

Laut «Variety» begründet der Streaming-Anbieter den Schritt so: «Wir haben die anhaltende Debatte um die Show verfolgt und auf Anraten der American Foundation for Suicide Prevention zusammen mit Serienschöpfer Brian Yorkey entschieden, die Szene anzupassen.»

Keine explizite Darstellung mehr

In der Originalfassung der finalen Episode der ersten Season war ungeschönt zu sehen, wie sich Hannah das Leben nimmt. Nun sieht sie sich nur im Spiegel an, während Clay (die andere Hauptfigur, gespielt von Dylan Minnette) aus dem Off erzählt, was passiert – gezeigt wird es aber nicht.

Hannahs Eltern finden sie daraufhin leblos in der Badewanne und rufen den Notarzt. Auch hier ist nicht zu sehen und wird nicht gesagt, wie sich Hannah umgebracht hat.

Anlass ist der Start der dritten Staffel

Schon vor etwas mehr als einem Jahr, zur Veröffentlichung von Staffel zwei hin, reagierte Netflix auf die anhaltende Diskussion und schaltete vor den Episoden kurze Awareness-Clips, in denen die Hauptdarsteller erklären, wie und wo man Hilfe und Beratung bekommt, wenn einem bestimmte Passagen speziell nahegehen.

Auch das Timing der angepassten Suizid-Szene kommt nun nicht von ungefähr: In besagtem Statement kündigt Netflix auch an, dass die dritte Staffel von «13 Reasons Why» «später diesen Sommer» releast wird.

Fans sind geteilter Meinung

Auf Social Media fallen die Reaktionen auf das Löschen der kontroversen Szene unterschiedlich aus. «Suizid ist nichts Schönes. Diese Szene war nichts Schönes. In der Serie gehts um Suizid. Die Szene rauszunehmen, macht keinen Sinn – vor allem nicht nach zwei Jahren», schreibt etwa diese Twitter-Userin.

«Wird nun jede Erwähnung von Suizid auf Netflix gelöscht? Jede Art von selbstverletzendem Verhalten? Jede explizite Vergewaltigungsszene? Jedes Verbrechen aus Hass? Diese Dinge existieren in der Welt da draußen – wo ziehen wir die Grenze?»

«Ich bin damit nicht einverstanden. Auch wenn es schwierig ist, die Szene zu schauen, so hat sie mir doch klargemacht, wie erschreckend und ernst Suizid ist. Sie hat das Thema nicht verherrlicht, sondern mich davon abgeschreckt, mir jemals so etwas anzutun.»

Anders sieht es dieser Nutzer: «Das reicht nicht. Die ganze Serie sollte verschwinden. Sie thematisiert nicht ernsthafte Themen, wie es immer heißt. Sie romantisiert sie und verherrlicht Suizid, den Einsatz von Waffen und psychische Probleme.»

«Ihr habt zwei Jahre gebraucht, um zu merken, dass eine komplett explizite Szene mit dem Suizid eines Teenagers keine so gute Idee war? Habt ihr damals echt gedacht, dass das okay sei?»

«An alle, die die explizite Suizid-Szene verteidigen: Denkt daran, dass Absicht und Wirkung nicht dasselbe sind, und versetzt euch in die Lage von Überlebenden eines Suizidversuchs, die den Machern ja so am Herzen liegen sollen. Netflix hat richtig gehandelt.»

«Netflix entfernt die Szene, in der Hannah Selbstmord begeht, aber lässt die Szene drin, in der Tyler verprügelt und vergewaltigt wird.»

(L'essentiel/shy)

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