Neues Sternenkrieg-Kapitel

14. Dezember 2016 08:11; Akt: 14.12.2016 08:38 Print

So wenig «Star Wars» steckt in «Rogue One»

Noch nie war ein «Star Wars»-Film so wenig «Star Wars» wie «Rogue One». Trotzdem oder gerade deswegen ist das Spin-off großartige, gar rührende Unterhaltung.

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2012 kaufte Walt Disney die «Star Wars»-Produktionsfirma Lucasfilm auf und kündigte vor gut zwei Jahren an, dass so ziemlich alle Comics, Bücher und Videospiele abseits der Hauptfilme und der «The Clone Wars»-Serie nicht mehr zur offiziellen Geschichte der Sternenkrieg-Saga zählen. Das erlaubt Disney, eigene Nebenstorys zu erzählen.

Nebenstorys wie «Rogue One», das erste in einer Reihe angekündigter Spin-offs, zu denen auch der für 2018 angedachte Han-Solo-Film gehört. «Rogue One» erzählt die Geschichte der gleichnamigen Eingreiftruppe, welche beauftragt wird, die Pläne für den imperialen Todesstern zu stehlen und so dessen Zerstörung im allerersten «Star Wars»-Film «Episode IV: A New Hope» überhaupt erst möglich zu machen.

(Quelle: Youtube/Star Wars)

«A Star Wars Story», lautet der Untertitel des Werks. Und eine «Star Wars»-Geschichte ist es auch, doch diese bricht mit zahlreichen Konventionen der Saga – und bringt so frischen Wind in die Reihe. Folgende Dinge macht «Rogue One» anders:

Das Intro fehlt

«Rogue One» ist nicht Teil der Hauptreihe, also keine «Episode» – und offenbar nicht des klassischen «Star Wars»-Intros würdig. Vom Logo und der rollenden Schrift fehlt jede Spur, genauso vom Kult-Musikthema. Immerhin: «A long time ago in a galaxy far, far away....» zu Beginn sowie der gewohnte Abspann haben es in den Film geschafft.

Eine eigene Identität

Auch während des 133-minütigen Space-Opera-Spektakels fehlen einige charakteristische Elemente der «Star Wars»-Hauptfilme. Die hoffnungslos veralteten, aber kultigen Szenen-Überblendungen sind harten Schnitten gewichen und der neu von Michael Giacchino statt von Reihen-Veteran John Williams komponierte Score fühlt sich sehr frisch an – speziell nach «Episode VII: The Force Awakens», das nicht nur inhaltlich, sondern auch musikalisch gar sehr von seinen Vorgängern inspiriert war. Bekannte Figuren kommen zudem höchstens in Kurzauftritten und Erwähnungen vor, während der neue Cast – darunter Diego Luna, Mads Mikkelsen und Ben Mendelsohn – durchweg überzeugt.

(Quelle: Youtube/Star Wars)

Keine Jedi-Ritter

Die machtbegabten Jedi gehören zu «Star Wars» wie schnelle Karren und Vin Diesels Glatze zu «Fast & Furious». In «Rogue One» aber sind die weisen Krieger bloß eine Randnotiz und es wird gerade mal ein einziges Lichtschwert geschwungen – und zwar ein blutrotes.

Der Blick zurück

Bisher verzichteten sämtliche «Star Wars»-Streifen auf Rückblenden. «Rogue One» bricht mit dieser Tradition und beginnt sogar mit einer, die ein traumatisches Erlebnis aus Hauptfigur Jyn Ersos (Felicity Jones) Kindheit zeigt.

(Quelle: Youtube/Star Wars)

Neue Sprücheklopfer

Comedy hatte stets Platz in George Lucas' Sternenkrieg-Universum und wurde vor allem durch die Auseinandersetzungen zwischen den Droiden R2-D2 und C-3PO sowie Han Solo und Chewbacca transportiert. Ein Roboter (K-2SO, gesprochen von Alan Tudyk) liefert auch in «Rogue One» die meisten Sprüche, doch auch die zynischen Bemerkungen der anderen Charaktere sorgen für überraschend viele Schmunzler.

Düster und kompromisslos

Apropos Zynismus: Dieser wird nötig, weil «Rogue One» das bisher dunkelste und tragischste «Star Wars»-Kapitel ist. Die Verzweiflung der Rebellen angesichts des übermächtigen Imperiums hält praktisch den ganzen Film über an, wichtige Figuren sterben nicht selten einen Heldentod und die vielen, überwältigend inszenierten Actionsequenzen sind heftig sowie kompromisslos geraten – «Saving Private Ryan» ist «Home Alone» dagegen. Hier zeigt sich der Vorteil eines für sich alleine stehenden «Star Wars»-Films: Regisseur Gareth Edwards konnte alle Register ziehen und musste nichts für Fortsetzungen aufsparen.

«Rogue One: A Star Wars Story» läuft heute in den Kinos anläuft.

Der neuste «Rogue One»-Trailer.

(L'essentiel/Quelle: Youtube/Star Wars)

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