Neue Plattform

31. Juli 2019 12:19; Akt: 31.07.2019 12:29 Print

TikTok macht die Hits – und verändert die Musik

Mit jeder Challenge, die auf TikTok viralgeht, frisst sich auch ein Song in die Gehörgänge der User. Die Plattform beeinflusst die Musikindustrie immer mehr.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Old Town Road» von Lil Nas X hat in den USA gerade einen neuen Charts-Rekord aufgestellt: Mit 17 Wochen an der Spitze der Single-Charts schlägt der Song Luis Fonsis Hit «Despacito» aus dem Jahr 2017 und den 90er-Jahre-Ohrwurm «One Sweet Day» von Mariah Carey und Boyz II Men, die je 16 Wochen auf Platz eins waren.

Der Rap-Country-Crossover-Song ist Ende 2018 dank einer Tik-Tok-Challenge viralgegangen. Erst danach hat er sich auf den gängigen Streaming-Plattformen zum Hit entwickelt. Mittlerweile ist der Track weltweit in Ländern von Mexiko bis Neuseeland auf Platz eins der Charts gekommen.

TikTok macht neue Hits

Immer mehr Leute entdecken Musik über TikTok. Denn viele der Memes und Challenges funktionieren nur mit den Songs. Oder sie werden sogar von Songs inspiriert, wie etwa die #YeehawChallenge zu Lil Nax Xs «Old Town Road» oder derzeit die #BoysChallenge zu Lizzos «Boys».

Gehen die Songs einmal viral, beginnen die User sie auch außerhalb der Video-App zu hören – denn wer viel auf TikTok unterwegs ist, hat die größten Hits irgendwann unweigerlich im Ohr.

TikTok inspiriert Playlists

Auf Spotify mehren sich Playlists mit Songs, die auf TikTok die Runde machten. «Tik Tik Songs That Are Stuck In My Head» etwa hat auf Spotify rund 90.000 Follower. Es gibt Dutzende ähnliche Playlists. Sie tragen Titel wie «Tik Tok Meme Songs», «Tik Tok 2019» oder «Tik Tok lol» und kommen alle auf mehrere zehntausend Follower.

Zahlreiche Tracks in den weltweiten Viral-Charts auf Spotify sind zuerst auf TikTok populär geworden. Auf Youtube wiederum sammeln Compilation-Videos wie die Reihe «Tik Tok Songs You Probably Don't Know The Name» Millionen Aufrufe.

TikTok verändert die Songs

Noch ist wenig berechenbar, welche Songs sich auf TikTok durchsetzen und viralgehen. Auch ältere Lieder erleben plötzlich Popularitätsschübe, wie etwa der 2014er Indie-Hit «My Type» von Saint Motel.

Wie Medium.com berichtet, verändert TikTok aber auch die Art, wie Songs geschrieben werden. Zum einen werden sie (noch) kürzer (schon Spotify hat in diese Richtung gewirkt), zum anderen achten Künstler noch mehr auf die Lyrics: Sie müssen besonders simpel, eingängig und originell sein, damit sie zu einem Meme werden können.

Ein aktuelles Beispiel: Im deutschsprachigen Raum werden unter dem Hashtag #Hengstin gerade Tausende Videos von Nutzerinnen hochgeladen. Unterlegt sind sie mit einem Song von Jennifer Rostock.

Im Text geht es um Empowerment. Jennifer Rostock singt: «Reden wir Tacheles! Ich glaube nicht daran, dass mein Geschlecht das schwache ist.» Der Song verbindet, was ein TikTok-Hit braucht: eingängige Zeilen, die sich von den Usern gut in Bilder übersetzen lassen, und einen tanzbaren Beat.

Es gibt neue Jobs

Mittlerweile gibt es Agenturen wie Muuser.com, die sich darauf spezialisiert haben, neue Musik mittels Influencern auf verschiedenen Plattformen groß zu machen. Michael Pelchat war der Erste, der «Old Town Road» auf TikTok hochgeladen hatte. Der 21-Jährige verdient zurzeit bis 600 Euro für ein Tik-Tok-Video, mit dem er einen neuen Song promotet, schreibt CNBC.com.

Auch Labels versuchen, mit neuen Künstlern oder Releases einen viralen Hit auf TikTok zu schaffen. So haben etwa die deutschen Kult-Raver Scooter ihre neue Single «God Save the Rave» über eine gleichnamige TikTok-Challenge und mit dem Support eines des sechs Millionen Follower schweren Tiktokers @FalcoPunch lanciert.

(L'essentiel/fim)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Moriarty am 31.07.2019 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Und zum Glück gibt es noch echte Musiker die richtige Musik auf echten Instrumente machen, und diese auch spielen können... Ist wie beim Hamburger, jeder kann einen Zurichten (McDo/Quick/u.s.w.), doch das Original (echtes Fleisch, frisches Salat, selbst gemachte Mayo) schmeckt am besten... ;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Moriarty am 31.07.2019 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Und zum Glück gibt es noch echte Musiker die richtige Musik auf echten Instrumente machen, und diese auch spielen können... Ist wie beim Hamburger, jeder kann einen Zurichten (McDo/Quick/u.s.w.), doch das Original (echtes Fleisch, frisches Salat, selbst gemachte Mayo) schmeckt am besten... ;-)