John Cooper Works GP

14. Mai 2020 15:11; Akt: 14.05.2020 15:19 Print

306 PS machen den Mini zum Go-​​Kart

Seit Mini unter der schützenden Hand von BMW steht, wird das Go-Kart-Feeling von der PR-Maschinerie bei jeder Neuheit forciert. Der John Cooper Works GP hält die Versprechungen.

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Der Tacho steht bei der Testfahrt auf der Rennstrecke schon auf 230, und der Vortrieb will einfach nicht enden. Denn es ist noch so viel Dampf auf dem Kessel, dass selbst der Fünfer-BMW die linke Spur räumt und den Kleinwagen entgeistert ziehen lässt, bis er mit 265 km/h am Horizont entschwindet. Herzlich Willkommen im Mini John Cooper Works GP, dem stärksten Mini aller Zeiten.

Das hätte sich John Cooper nicht in seinen kühnsten Träumen ausmalen können, als er in den 1960ern mit dem Tuning des kultigen Kleinwagens begonnen hat. Denn schon 200 km/h waren damals für den Winzling unerreichbar. Doch über 50 Jahre später stößt Mini in ganz andere Dimensionen vor. Denn wenn jetzt zu Preisen ab 50.000 Euro die dritte GP-Generation an den Start geht, stehen erstmals 306 PS und bis zu 450 Nm im Datenblatt.

In 5,2 Sekunden auf Tempo 100

Möglich macht das ein Griff ins Regal der Konzernmutter BMW, der einen 2,0-Liter-Turbo zu Tage fördert, wie er zum Beispiel auch im M 140i zum Einsatz kommt. Zwar ist das keine Überraschung, schließlich gibt’s den Vierzylinder hinter der weit aufgerissenen Front mit den feuerroten Nüstern auch schon in Club und Countryman. Doch während er dort ausschließlich als Allradler kommt und entsprechend vernünftig fährt, müssen beim Dreitürer die Vorderräder die Arbeit alleine verrichten.

Zwar kommen die bisweilen kräftig ins Wimmern, wenn der Motor aufdreht und die vollen 450 Nm anliegen. Doch mit einer breiten Lauffläche, einem sportlichen Profil und vor allem einem straffen Fahrwerk krallt sich der Mini so tapfer in den Asphalt, dass er in 5,2 Sekunden auf Tempo 100 schnellt und all seine braven Brüder weit hinter sich lässt. Und der direkten Lenkung sowie dem Sperrdifferential sei Dank, schubbert und schabt selbst in den engsten Kurven nichts und der Kleine klebt auf der Straße. Wenn es einen modernen Mini gibt, der das alte Go-Kart-Feeling bietet, dann ist es der GP.

Dass der Komfort dabei weitgehend auf der Strecke bleibt, wird kaum jemanden stören. Genau wie der pubertäre Lärm aus den in die Mitte gerückten Endrohren. Denn der Fahrer soll sich auf die Fahrbahn konzentrieren und sich an den Schraubstock-gleichen Sportsitzen erfreuen. Einen Rücksitz gibt’s im GP traditionell gar nicht. Erstens, weil die Briten stattdessen lieber ein massive Querstrebe einziehen. Zweitens, weil es im Dreitürer hinten ohnehin sehr eng ist. Und drittens, will es in so einer Knallbüchse niemand mehr als ein paar Kilometer auf der Rückbank aushält.

Limitiert auf 3000 Exemplare

Der Verzicht auf die Sitze im Fond ist zwar die größte, aber sicher nicht die augenfälligste Veränderung an der Optik. Sondern innen gibt’s zudem das neue Digital-Cockpit, wie man es bislang nur aus dem elektrischen Mini kennt, und außen gibt es Kotflügelverbreiterungen aus Karbon, das bei der Produktion von i3 und i8 anfällt, sowie einen doppelten Heckflügel, gegen den die Spoiler eines Porsche 911 Turbo beinahe bescheiden aussehen.

Zwar bietet der Mini GP maximalen Fahrspaß, doch lassen sich die Briten diese Extravaganz auch teuer bezahlen. Aber der hohe Preis für das Vergnügen ist offenbar kein Hindernis. Denn obwohl der John Cooper Works im GP-Trimm mal eben 50 Prozent teurer ist als üblich, dürften die weltweit 3000 Exemplare wohl schon weg sein.

(L'essentiel/Thomas Geiger)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nein, danke am 15.05.2020 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    50.000 Euro? Viel zu teuer, da bleibe ich beim Elektroauto, mein Tesla Model 3 beschleunigt besser, fährt schneller, ist günstiger in Anschaffung und Unterhalt und bietet mehr Platz und andere Funktionen. So ist der Umstieg auf Verbrenner jedenfalls nicht attraktiv.

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  • Nein, danke am 15.05.2020 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    50.000 Euro? Viel zu teuer, da bleibe ich beim Elektroauto, mein Tesla Model 3 beschleunigt besser, fährt schneller, ist günstiger in Anschaffung und Unterhalt und bietet mehr Platz und andere Funktionen. So ist der Umstieg auf Verbrenner jedenfalls nicht attraktiv.