Car of the Week

30. März 2018 13:29; Akt: 30.03.2018 13:28 Print

Als RS bekommt der Audi A5 «Rings of Fire»!

Audis neuer RS5 Sportback führt eine Tradition fort, die die Ingolstädter mit dem legendären RS2 vor einem knappen Vierteljahrhundert begonnen hatten.

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Er ist keine wirklich große Überraschung, die neue fünttürige Version des Audi RS5, zeitgemäß Sportback genannt. Das Original, das RS5 Coupé, fährt sehr zum Vergnügen seiner Besitzer schon ein Weilchen auf der Überholspur, die zusätzlichen Türen sind folglich eine logische Fortführung. Wenn also Michael-Julius Renz, Geschäftsführer der Audi Sport GmbH, bei der Vorstellung des RS Sportbacks auf der New York International Auto Show sagt, Audis «fünftüriges High-Performance-Coupés hat weder ein Vorgängermodell noch einen direkten Wettbewerber,» hat er nur zum Teil recht. Denn der Sportback baut natürlich auf einer Reihe brillanter Vorgänger auf.

Seit Porsche im Jahr 1994 im Auftrag Audis einen 80 Avant in ein knallhartes, feuerspeiendes Autobahnmonster verwandelte, und so den schlichten Kombi in den Weltmeister motorsportlichen Understatements verwandelte, ist die Welt der vier Ringe nicht mehr die selbe. Die «Usual Suspects»-Kundschaft von Audi in den 90er Jahren – Handelsvertreter, Kleinhandwerker und Studienräte – konnte ihr Auto nicht mehr von einem Rennfahrzeug unterscheiden, dessen 315 PS eine unerhört non-konforme und subversive Aggressivität ausstrahlte, was wiederum – nicht überraschend – den Verkauf der regulären Avants steigerte. Auch die üblichen Verdächtigen der linken Spur, aus Stuttgart und München, erlebten einen «Day of Reckoning», als plötzlich ein scheinbar simpler Mittelklasse-Kombi im Rückspiegel auftauchte und ihnen das Terrain streitbar machte.

Der US-Markt wird für Audi immer wichtiger

Automobilistische Ausnahmeerscheinungen mit exzellenten Fahrleistungen in schlichtem Gewand zu produzieren, ist in Ingolstadt zur Regel geworden. Mit dem RS Sportback haben die Oberbayern nun die Palette in Hinsicht auf den Markt in den USA und in Kanada feingetunet. Vor allem die USA, wo die VW-Tochter im letzten Jahr ein Verkaufsplus von 10 Prozent erreichen konnte, werden für Audi immer wichtiger. Was wohl der Hauptgrund gewesen war, das RS5 Coupé nicht mit einem in den USA unbeliebten Kombi zu erweitern, sondern mit einem um vieles akzeptableren Coupé mit vielen Türen.

Im Gegensatz zum «Soccer-Mom» Makel eines Kombis, ermöglicht ein fünftüriges Coupé der jung-dynamischen Mutter in Palo Alto, den Nachwuchs ohne Rückenprobleme und Image-Verlust auf dem Rücksitz festzuschnallen. Und es erlaubt dem Nordschleife-affinen Immobilienhändler in New Jersey, potenzielle Kundschaft bequem auf den Rücksitzen zu verstauen, ohne Abstriche beim Trackday am Sonntag machen zu müssen. Grund genug, den RS5 Sportback zuerst in Nordamerika anzubieten und mit der Auslieferung in Europa noch ein Weilchen zu warten.

Stilistisch keine Einbußen gegenüber dem Coupé

Das ist ein wenig schade, denn der Sportback ist ein prächtiges Automobil. Stilistisch verliert der Fünftürer nichts gegenüber dem Coupé. Die kurzen Überhänge und die umgreifende Motorhaube mit dem typischen Power Dome entsprechen der zweitürigen Variante. Und erstaunlicherweise verleihen die zusätzlichen Türen dem Sportback ein «feel» dynamischer Kompaktheit, unterstützt vom RS Singlefram-Grill und (optionalen) 20-Zoll Felgen.

Das Interieur ist schwarz und sportlich, mit hervorragenden, RS-typischen Sitzen in Wabensteppung, einem giganischen Display und dem auf RS-getrimmten virtuellen Audi-Cockpit. Die Motorisierung entspricht dem Coupé. Nur gibt Audi die Leistungsdaten des Sportback diesmal gleich passend für den amerikanischen Markt in Meilen pro Stunde an: der 2.9 TFSI V6-Biturbo-Motor mit 331 kW und einem maximalen Drehmoment von enormen 600 Nm beschleunigt den Audi RS 5 Sportback also in 3,9 Sekunden von 0 auf 60 mph (97 km/h).

Die Höchstgeschwindigkeit von 174 mph (280 km/h) erreicht der Sportback nach dem Kauf einer Option. Ebenfalls optional ist das RS-Sportfahrwerk mit Dynamic Ride Control (DRC), die Keramikbremsen und die Dynamiklenkung mit RS-spezifischer Abstimmung. Das Achtstufen-tiptronic Getriebe mit optimierten Schaltzeiten hingegen ist Standard. Gekonntes Understatement ist im Preis mit inbegriffen.

(L'essentiel/Michael Köckritz)

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