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24. Januar 2020 12:31; Akt: 24.01.2020 12:42 Print

Auch Toyota setzt auf Wasserstoff

Verantwortung und Umweltschutz sind Begriffe, die Toyota groß schreibt. Nun lancieren die Japaner ihr erstes Elektro- und ein neues Wasserstoffauto.

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Das Klima ist nicht nur – wie jetzt gerade – auf dem WEF in Davos ein Thema, sondern seit geraumer Zeit in der Firmenzentrale von Toyota. Schon mehrmals hatte Toyota den richtigen Riecher und erkannte umweltfreundliche Trends frühzeitig: Als erster Hersteller setzten die Japaner mit dem Prius konsequent auf den Hybridantrieb und damit auf die Elektrifizierung des Automobils. Später lancierten sie das erste in Serie hergestellte Brennstoffzellenfahrzeug, wenn auch nur in kleiner Stückzahl: Etwas mehr als 10.000 Stück wurden seit 2014 verkauft.

Toyota gibt Gegensteuer

Lange fuhr die Konkurrenz hinterher, bis das reine Elektroauto richtig Fahrt aufnahm und Toyota hier den Anschluss zu verlieren drohte. Doch nun gibt Japans mit Abstand größter Autobauer Gegensteuer und will sich in eine Mobilitätsfirma verwandeln. «Mobilität für alle» lautet das Credo, das sich schon im vergangenen Oktober an der Tokio Motor Show angekündigt hat – doch Autos standen damals kaum am Messestand von Toyota. Stattdessen wurden autonome Services gezeigt wie etwa ein Fitnessstudio auf Rädern, das man zu sich nach Hause bestellen kann.

Alle automobilen Neuheiten von Toyota und der Tochterfirma Lexus wurden nun aber in Amsterdam beim ersten Kenshiki Forum präsentiert. Beim größten Medienevent der Marke in Europa wies Johan van Zyl, CEO und Präsident von Toyota Europe, mehrmals auf die gesellschaftlichen Veränderungen und auf die damit verbundene Verantwortung der Autohersteller für die Natur hin. Toyota kümmere sich schon lange um die Umwelt und habe weltweit schon über 15 Millionen Hybridautos verkauft. «Im nächsten Jahrzehnt werden die Hybride nochmals eine wichtige Rolle spielen», bestätigte van Zyl. «Auch wenn sie nicht die perfekte Lösung sind.» Trotzdem sollen zwischen 2020 und 2025 weitere 5,5 Millionen Toyotas mit Hybridantrieb verkauft werden. Und bis spätestens 2030 wollen die Japaner eine Million emissionsfreie Fahrzeuge verkaufen.

Mehr Mirai

Zum Portfolio gehören alle Arten an elektrifizierten Autos: weiterhin klassische Hybride, Plug-in-Hybride und neu auch Elektro-Fahrzeuge und die zweite Generation des Wasserstoffautos Mirai. In den nächsten fünf Jahren will Toyota 25 neue Hybrid- und fünf Plug-in-Hybrid-Modelle sowie mehrere E-Fahrzeuge auf den Markt bringen. Als Ziel sollen ab 2025 nur noch 10 Prozent aller verkauften Autos über keine Elektrifizierung verfügen – Vernunft pur.

Beim ersten Elektro-Auto aus dem Toyota-Konzerns handelt es sich um den Lexus UX 300e. Das kompakte SUV soll mit vollen Batterien, die unter dem Fahrzeugboden verbaut sind, rund 300 Kilometer weit kommen. Und der UX 300e soll nicht einfach ein weiteres E-Mobil sein, sondern sich durch Qualität, Komfort und Langlebigkeit von der Konkurrenz abheben. «So wie man es von Lexus gewohnt ist», hieß es in Amsterdam. Der Preis für den UX 300e steht noch nicht fest, als Richtwert wurden 50.000 Euro angegeben. Ebenfalls auf dem Forum zu sehen war die futuristische Elektrostudie Lexus LF-30, der induktiv aufgeladen werden kann, autonom fährt und über künstliche Intelligenz verfügt. Und der wohl nie in Serie geht.

Auch Hybrid wichtig

Wichtige Puzzleteile in der Strategie von Toyota sind der Yaris Hybrid und der RAV4 Plug-in-Hybrid. Von diesen beiden Fahrzeugen erhofft sich Toyota viel Verkaufsvolumen. Der RAV4 soll als Hybrid-Flaggschiff weniger als 29 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen und nur 1,3 Liter Benzin auf 100 Kilometer verbrauchen. Die maximale E-Reichweite wird mit über 65 Kilometer angegeben. Die Speerspitze für die Zukunft bildet aber der neue Toyota Mirai: Die knapp 5 Meter lange Brennstoffzellen-Limousine hat drei Tanks, die sich in rund 5 Minuten mit Wasserstoff füllen lassen, und eine Reichweite von maximal 650 Kilometer ermöglichen. «Für uns steht dieser Antrieb für die Zukunft der Mobilität», so Johan van Zyl. In Europa wird der neue Mirai voraussichtlich ab Ende 2020 erhältlich sein.

Bei aller automobilen Vernunft bleibt bei Toyota doch noch Platz für etwas Spaß übrig: Die GR-Modelle Yaris und Supra sind auf Performance ausgelegt und optisch auf Sportlichkeit getrimmt. Im Yaris GR, der in verschärfter Form bei der Rally-WM eingesetzt wird, steckt ein neu entwickelter 1,6-Liter-Turbomotor mit 3 Zylindern, der 261 PS leistet und über den Vierradantrieb ein maximales Drehmoment von 360 Newtonmeter abgibt. Fahrspaß trotz Downsizing – bisher stand nur ein 6-Zylinder mit 340 PS zur Verfügung –, verspricht der GR Supra, den es neu auch mit einem 2-Liter-Vierzylinder mit 258 PS gibt.

(L'essentiel/bau)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Julie am 27.01.2020 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Schon vor 30 Jahren bin nach Paris gefahren und zwar bis ins 1.Parkhaus dann 5 Tage nur noch Metro, in Amsterdam ausserhalb geparkt und weiter mit der Tram, London idem usw. Private Autos und Parkhäuser in der Innenstadt sind eine Fehlentwicklung, Lebensqualität?Dementsprechend braucht's für mich kein Elektroauto, sondern ein CO2 optimierter Diesel ist nach wie vor die 1.Wahl. Hybrid ? darf der demnächst noch in die Städte, wie will man verhindern dass der Hybrid mitten in der Stadt auf Verbrenner umschaltet? Auf dem Land funktioniert individuelles Fahren besser, in der Stadt öffentliches...

  • jimbo am 26.01.2020 22:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sollt heeschen: Also leeft den Auto just ma engem Wierkungsgrad vun wait ënner 25%!!

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  • jimbo am 27.01.2020 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    En Waasserstoff Auto ass och en elektreschen Auto mat Batterien un Bord. Just dass dei nach eischter futti ginn!!! Sich mol op YT de Video vum „Horst Lüning“ - Wasserstoff - Energetische Zukunft oder teure Sackgasse

Die neusten Leser-Kommentare

  • jimbo am 27.01.2020 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    En Waasserstoff Auto ass och en elektreschen Auto mat Batterien un Bord. Just dass dei nach eischter futti ginn!!! Sich mol op YT de Video vum „Horst Lüning“ - Wasserstoff - Energetische Zukunft oder teure Sackgasse

  • Jos. am 27.01.2020 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Das Wasserstoffauto ist das Auto der Zukunft. Das Elektroauto ist eine links-grüne Totgeburt. Im Gegensatz zu den europäischen "Grünspechten" haben die Asiaten es längst begriffen. Die Fehlinvestitionen in Elektromobilität werden die europäischen Staaten nachhaltig übers nächste Jahrzehnt viel Geld kosten.

    • Claude am 29.01.2020 10:38 Report Diesen Beitrag melden

      Jos. waats du Saachen behaaps du schengs jo alles besser ze wessen. Wisou ass den Jos dann net den neien EU-Kommissiounspresident? Nemmen fir daat richteg ze stellen Jos, d'Asiaten sin dei greisst Zouliwwerer fir E-Auto Batterien

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  • Julie am 27.01.2020 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Schon vor 30 Jahren bin nach Paris gefahren und zwar bis ins 1.Parkhaus dann 5 Tage nur noch Metro, in Amsterdam ausserhalb geparkt und weiter mit der Tram, London idem usw. Private Autos und Parkhäuser in der Innenstadt sind eine Fehlentwicklung, Lebensqualität?Dementsprechend braucht's für mich kein Elektroauto, sondern ein CO2 optimierter Diesel ist nach wie vor die 1.Wahl. Hybrid ? darf der demnächst noch in die Städte, wie will man verhindern dass der Hybrid mitten in der Stadt auf Verbrenner umschaltet? Auf dem Land funktioniert individuelles Fahren besser, in der Stadt öffentliches...

  • jimbo am 26.01.2020 22:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sollt heeschen: Also leeft den Auto just ma engem Wierkungsgrad vun wait ënner 25%!!

    • Claude am 29.01.2020 10:39 Report Diesen Beitrag melden

      Ganz genau Jimbo

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  • jimbo am 25.01.2020 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wasserstoff ass Quatsch! Dat ass nix anescht wei en Elektroauto mat mei klenger Batterie, dei Batterie gett dauernd nogelueden an dann doduerch eischter futti well se hier Ladezyklen eischter ereescht huet. Zudem lait de Wirkungsgrad vir den Wasserstoff hirzestellen bei 50%, den Auto selwer notzt dann och just 25%, an dann ass mol nach net de Verloscht beim Tanken mat agerechent. Also leeft deen Auto just mat engem Wirkungsgrad vun 96% notzen? Wasserstoff gett vun deenen selwechten verdriwwen, wou eis aktuell de Bensin/Diesel verkafen, dei mussen fort!!

    • Korinth am 26.01.2020 17:12 Report Diesen Beitrag melden

      Absolut, an en plus erem total unfälleg Technik mat lauter beweglechen mechaneschen Deeler, en Tank an Leitungen déi ennert Heichdrock stin an dicht mussen sin. Lauter Fehlerquellen mat deenen een emmer erem an eng Revisioun muss, Ofhängegkeet vun net existenten Tankstellen an an an... An daat soll d'Technik vun der Zukunft sin? Fir den Konsument absoluten Quatsch, ech kann mer et hechstens fir grouss kommerziell Gefierer virstellen wéi Busser an Camionen.

    • wat ass Quatsch? am 27.01.2020 08:38 Report Diesen Beitrag melden

      5 Minuten tanken an 650 Kilometer ouni Angscht ze hunn fir d'Heizung, d'Klimaanlag an d'Luchte unzemachen oder bis héem ze kommen. Endlech mol eng serieus Alternativ zou Batterien, Emweltknascht, Kannerarbecht, Atomstroum, geftegen Müll asw.

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