e-tron (Sportback)

09. Oktober 2020 07:04; Akt: 09.10.2020 08:08 Print

Audis E-​​Flaggschiff im «L'essentiel»-​​Pendlertest

LUXEMBURG – Mit dem e-tron greift Audi Platzhirsch Tesla an. Aber passen Luxus-SUV und Batterie überhaupt zusammen? Wir haben zwei Boliden auf ihre Alltagstauglichkeit getestet.

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Die deutschen Premium-Hersteller verbindet man mit vielem, aber nicht gerade mit sparsamen Stromern. Lange schaute man Elon Musk zu, wie der den Automobilmarkt quasi im Alleingang auf den Kopf stellte. Die Präsentation des Audi e-tron im Jahr 2018 war daher so überraschend wie konsequent. Statt erstmal einen Kleinwagen mit Batterie auszustatten, dachte man sich in Ingolstadt scheinbar: «Wenn schon, denn schon!» Und die Strategie scheint aufzugehen: Laut Audi ist das vollelektrische Luxusschiff der meistverkaufte E-SUV.

Pendlertest

Doch passen 2,5 Tonnen Leergewicht, 450 PS und eine Batterie überhaupt zusammen? Taugen der e-tron und der seit diesem Jahr erhältliche e-tron Sportback auch im Alltag, oder müssen die Boliden nach der Fahrt zum Bäcker wieder an die Steckdose? L'essentiel wollte es wissen und hat sie dem Pendlertest unterzogen. Der e-tron muss von Luxemburg bis in die Eifel und am nächsten Tag zurück. Für den Sportback steht Saarbrücken «aller-retour» auf dem Programm. Schafft der 700 Kilogramm schwere Akku das?

Batterie

Den e-tron gibt es in verschiedenen Leistungsversionen. Im «50 quattro» stecken 71 kWh, die eine Reichweite von etwa 340 Kilometer ermöglichen sollen, die 95 kWh des «55 quattro» sollen den SUV sogar 440 Kilometer weit tragen können (siehe Infobox). Entsprechend groß ist die Überraschung beim Abholen der beiden Fahrzeuge in Sandweiler: Trotz komplett geladener Batterie werden im «50 quattro» nur 260 Kilometer angezeigt. «Das wird anhand der letzten Fahrweise berechnet – und Testfahrzeuge werden gerne ordentlich getreten», erklärt der Mitarbeiter grinsend: «Keine Sorge, wenn Sie einigermaßen normal fahren, reicht das für die Strecke locker.»

Optik

Während viele Konkurrenten einen schon von Weitem wissen lassen «hier kommt ein Stromer!», übt sich der e-tron in Understatement. Sofern das bei den gewaltigen Ausmaßen überhaupt möglich ist. Optisch reiht er sich irgendwo zwischen A6 allroad, Q5 und Q7 ein. Nur das Fehlen von markanten Endrohren verrät: «Ich verbrauche keinen Tropfen Sprit.»

Interieur

Was soll man sagen? Audi halt! Edle Materialien in Verbindung mit bester deutscher Verarbeitung. Auch hier wird kompromisslos auf Oberklasse gesetzt, auf keinen Schnickschnack verzichtet, um dafür vielleicht ein paar Kilo leichter zu werden und dafür entsprechend weiter zu kommen. Einzig der großzügig verbaute Klavierlack ist Geschmackssache. Wer – wie unser Testfahrer – bei Fingertatschen zu erhöhtem Herzinfarkt-Risiko neigt, sollte stets ein Mikrofasertuch im Handschuhfach haben.

Fahrgefühl

Obwohl sich der Kreuzer im Stadtverkehr als überraschend übersichtlich und wendig entpuppt, gehört er auf die große Straße: Denn dort macht er richtig Spaß! Der Antritt ist für ein Auto dieser Dimensionen richtig stark, mit seinen riesigen Walzen klebt der e-tron förmlich in jeder Kurve, will immer weiter. Wenn dann über das im Testwagen verbaute «Bang & Olufsen Premium Sound System» das Lieblingsset läuft, will man das auch: immer weiter! Wäre da nicht der ständige Blick auf die Reichweitenanzeige...

Fazit

Doch der Mitarbeiter sollte Recht behalten. Obwohl auch wir die beiden Fahrzeuge nicht geschont haben, reicht der Akku für den Test. Auf den 110 Kilometern von der L'essentiel-Redaktion in Differdingen bis nach Saarbrücken büßt der Sportback nur 90 Kilometer Reichweite ein. Und das bei 38 Grad Außentemperatur, Klima, Sound System (und gelegentlich auch dem Pedal) auf Vollgas – wahrlich keine Laborbedingungen. Unter Idealbedingungen und im Schongang trauen wir ihm sogar die versprochene Reichweite zu.

Rein logisch spricht einiges gegen Audis ersten Vollstromer. Aus guten Gründen sparen Tesla & Co. an jedem Gramm, legen jedes einzelne Bauteil auf mehr Reichweite aus. Kompromisse, die der e-tron nicht eingeht. Wer sich den SUV gönnt, muss auf nichts verzichten und bekommt gewohnten Audi-Oberklasse-Luxus. Nur mit Ladekabel. Luxus, der natürlich seinen Preis hat. Der getestete e-tron Sportback S line 50 quattro kostet knapp 92.000 Euro, der e-tron advanced 55 quattro 98.000 Euro.

(Philip Weber/Dustin Mertes/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dusninja am 09.10.2020 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Tipp: wie in D ein E auf die Kennzahlen pappen, das wurde dann "Werbung" machen und mann könnte dann kreative Lösungen wie "Busspur freigeben" umsetzen, ohne dass da sie wer ärgern, dass sich einer vorbeipfuscht, weil es sichtbar für alle ist

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  • Bunzi am 09.10.2020 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Der Verbrauch des e-tron fällt vollkommen aus der Zeit. 20 bis 30% mehr zum Konkurrenten Model X ist nicht akzeptabel. Dabei hat er auch weniger Akku (netto 86kWh) im Vergleich zum Tesla (93,4kWh). Viel weniger Leistung, mehr Verbrauch, deutlich weniger Reichweite und viel schleteres Ladenetzwerk. Preislich zwar durch die mittlwerweile 30% Rabatt (versteckt in den Firmen Leasingraten) ist er zwar etwas günstiger als das Model X, aber Preis/Leistung bleibt trotzdem weit hinter Tesla. Gutes Auto aber leider nur ein zweiter Platz für ein 3 Jahre jüngeres Modell. Kein gutes Zeugnis für ABM.

  • Eldu Mage am 12.10.2020 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Testbericht mit sehr gutem Video. Ihr solltet unbedingt mehr Videos zeigen. Vor allem wenn sie so gut gemacht sind wie dieses.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Eldu Mage am 12.10.2020 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Testbericht mit sehr gutem Video. Ihr solltet unbedingt mehr Videos zeigen. Vor allem wenn sie so gut gemacht sind wie dieses.

  • Wie soll man das anstellen? am 12.10.2020 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Muss mit meinem Sohn einmal Luxemburg -Wien und zurück fahren um seine Studentenwohnung einzurichten. Haben dafür 4 Tage eingeplant.

    • das nennt man effektif am 12.10.2020 13:11 Report Diesen Beitrag melden

      Da bei einem Standart 220 V Anschluss 40Stunden für die 95 kWh Version anstehen bei max Reichweite bis 440 km also 7,5 Tage anhängen für die Ladezeit.

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  • Bunzi am 09.10.2020 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Der Verbrauch des e-tron fällt vollkommen aus der Zeit. 20 bis 30% mehr zum Konkurrenten Model X ist nicht akzeptabel. Dabei hat er auch weniger Akku (netto 86kWh) im Vergleich zum Tesla (93,4kWh). Viel weniger Leistung, mehr Verbrauch, deutlich weniger Reichweite und viel schleteres Ladenetzwerk. Preislich zwar durch die mittlwerweile 30% Rabatt (versteckt in den Firmen Leasingraten) ist er zwar etwas günstiger als das Model X, aber Preis/Leistung bleibt trotzdem weit hinter Tesla. Gutes Auto aber leider nur ein zweiter Platz für ein 3 Jahre jüngeres Modell. Kein gutes Zeugnis für ABM.

  • dusninja am 09.10.2020 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Tipp: wie in D ein E auf die Kennzahlen pappen, das wurde dann "Werbung" machen und mann könnte dann kreative Lösungen wie "Busspur freigeben" umsetzen, ohne dass da sie wer ärgern, dass sich einer vorbeipfuscht, weil es sichtbar für alle ist

    • Eldu Mage am 12.10.2020 13:41 Report Diesen Beitrag melden

      Sehr gute Idee. Sollte man an die Regierenden weitergeben.

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