BMW iX3

24. Dezember 2019 12:51; Akt: 29.12.2019 10:45 Print

Bei Stromern setzt BMW auf Reichweite statt PS

Ausgerechnet der Gralshüter der «Freude am Fahren» macht beim aktuellen Power-Play der Premium-Stromer nicht mit.

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BMW iX3: 200 kW (270 PS) für 400 Kilometer Reichweite. Für BMW dürften die fehlenden kW oder der fehlende Allradantrieb kein allzu großes Problem darstellen, denn Hauptmarkt für den Neuling ist China. (Bild: BMW)

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400 – das scheint die neue Glückszahl der auf den Strom gekommenen Premiumautomarken zu sein. 400 PS, oder noch besser 400 kW und eine Reichweite von 400 Kilometern oder mehr. Wer beim elektrischen Auto-Quartett punkten will, muss solche Eckwerte anbieten. Doch die Zeiten des Auto-Quartetts sind längst vorbei, und langsam aber sicher denken auch die Hersteller um. Zwar lancierte BMW in den vergangenen Monaten einen Sportler – SUV, Limousine oder Coupé – nach dem anderen, und viele Präsentationen fanden auf Rennstrecken statt. Doch zumindest beim für kommendes Jahr angekündigten Elektro-SUV iX3 steht BMW auf die Bremse.

Mit über 400 Kilometern soll der Stromer zwar auch mit einer imposanten Reichweite aufwarten, wenn er Ende 2020 auf die Straße kommt. Weniger spektakulär sind dafür die Leistungsdaten des iX3, zumal der 200 kW (270 PS) starke X3-Ableger aus Effizienzgründen ohne Allradantrieb auskommen muss. Die Kraft von 400 Nm wird exklusiv an die Hinterräder geleitet.

EfficientDynamics auf neuem Niveau

«Im BMW iX3 erreicht EfficientDynamics ein neues Niveau», entgegnen die Münchner. «Seine eDrive-Technologie der fünften Generation umfasst eine Antriebseinheit, bei der Elektromotor, Leistungselektronik und Getriebe in einem zentralen Gehäuse verbaut sind.» Dadurch wird die Antriebseinheit nicht nur kompakter, sondern die Leistungsdichte verbessert sich so laut den Münchnern gegenüber dem bisherigen BMW-Elektroantrieb um rund 30 Prozent.

Der Akku verwendet NMC-811-Zellen in Form von Prismen. Das Kürzel steht für eine Lithium-Ionen-Batterie, bei der die eine Elektrode aus Nickel, Mangan und Cobalt im Verhältnis 8:1:1 besteht. Damit wird besonders viel Nickel, aber weniger Mangan und Cobalt eingesetzt als in gängigen 622-Zellen. «Im Vergleich zur letzten Batterie-Generation konnte der Cobalt-Anteil um zwei Drittel reduziert werden», schreiben die Münchner. Außerdem beschafft BMW die Rohstoffe Cobalt und Lithium nun erstmals selbst und gibt sie an die Zell-Produzenten weiter.

Danach werden die Zellen in BMW-Werken zu fertigen Akkus zusammengebaut. Die Batterie wird wie üblich im Fahrzeugboden untergebracht, so dass es keine Einbussen beim Platzangebots gegenüber dem normalen X3 gibt. Dank der eher gedrosselten Leistung verspricht BMW auch einen besonders niedrigen Stromverbrauch von unter 20 kWh/100 km im WLTP-Zyklus.

Bis zu 60 Prozent CO2-Einsparungen

In Sachen CO2-Bilanz betont BMW, dass der iX3 im gesamten Produktzyklus (inklusive Rohstoffbeschaffung, Lieferkette, Produktion, Nutzungsphase und Recycling) einem konventionellen X3 (konkret: dem BMW X3 sDrive 20d der aktuellen Generation) deutlich überlegen ist. Bei Verwendung von europäischem Durchschnittsstrom in der Nutzungsphase wird 30 Prozent CO2 eingespart, bei Verwendung von grünem Strom sind es rund 60 Prozent, so BMW. Darüber hinaus kann der Akku wie beim i3 nach seiner Verwendung im Auto als Stationärspeicher weiterverwendet werden. Das verbessert die CO2-Bilanz weiter.

Die fehlenden kW, aber vor allem der fehlende Allradantrieb im Vergleich zu Audi e-tron, Jaguar i-Pace und Mercedes-Benz EQC wird den Erfolg des Stromers wohl beeinträchtigen, denn Neuwagen mit Allradantrieb sind gefragter denn je. Doch für BMW ist das kein allzu großes Problem, denn Hauptmarkt für den Neuling ist China, wo das Auto auch vom Joint Venture BMW Brilliance Automotive in Shenyang gebaut werden wird. Und dass weniger auch mehr sein kann, wird sich wohl auch in der Automobilindustrie rumsprechen.

«Power of Choice»

BMW bezeichnet den iX3 als «ein weiterer Meilenstein in der konsequenten Umsetzung der Elektrifizierungsstrategie der BMW Group». Mit seinem Debüt im Jahr 2020 wird der BMW X3 zum ersten Modell der Marke, das sowohl mit herkömmlichen Benzin- und Dieselmotoren als auch mit Plug-in-Hybrid sowie mit rein elektrischem Antrieb verfügbar ist. Mit diesem «Power of Choice»-Angebot will die BMW Group die unterschiedlichen Anforderungen und Wünsche ihrer weltweiten Kunden sowie maximale Wirksamkeit bei der Reduzierung der CO2-Emissionen erreichen. Die BMW Group hat im Dezember die Marke von einer halben Million ausgelieferter elektrifizierte Automobile übertroffen.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • loshein am 24.12.2019 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja, wenn man‘s nicht kann, dann lässt man es. Mercedes kriegt‘s auch nicht hin und verlegt den Start ein Jahr nach hinten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • loshein am 24.12.2019 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja, wenn man‘s nicht kann, dann lässt man es. Mercedes kriegt‘s auch nicht hin und verlegt den Start ein Jahr nach hinten.