Lancia Fulvia 1.3 S

14. März 2020 12:25; Akt: 14.03.2020 12:29 Print

Das sind wirklich tolle Aussichten

Das Lancia Fulvia Coupé war nicht nur hübsch, sondern auch ganz schön schnell. Sogar die Amerikaner konnten sich für ihn begeistern.

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1965 wurde mit dem Lancia Fulvia am Genfer Autosalon ein zweitüriges Coupé mit zwei Notsitzen vorgestellt. Wie bereits die zwei Jahre zuvor präsentierte Limousine wurde auch das Coupé im eigenen Haus gezeichnet, als Designer stand Pietro Castagnero am Zeichenbrett.

Das Ergebnis wusste zu überzeugen, denn auf dem um 15 cm verkürzten Radstand der Berlina war ein überaus hübscher Sportwagen mit tiefer Gürtellinie und großen Fensterflächen entstanden. Viel mehr Rundumsicht bot kaum ein anderes geschlossenes Auto in jener Zeit (und bis heute).

Leichter Sportler

Technisch erbte das Coupé die Technik der Limousine Fulvia 2 C, allerdings wurde der Hubraum auf 1216 cm3 vergrößert, sodass nun 80 PS bei 6000 Umdrehungen zur Verfügung standen.

Leer wog der Wagen mit selbsttragender Karosserie rund 950 kg, als Spitzengeschwindigkeit wurden vom Werk 160 km/h genannt, als Verbrauch neun Liter pro 100 km. Damit konnte das Fulvia Coupé sowohl hinsichtlich Sportlichkeit als auch Sparsamkeit punkten.

Drei Serien

Lancia sah bald Verbesserungsbedarf und vergrößerte den Motor auf 1,3 Liter Hubraum, womit nun mindestens 87 PS zur Verfügung standen. Zumal wurden Hauben und Türen nun aus Aluminium hergestellt, womit sich das Gesamtgewicht spürbar reduzierte.

Bereits 1966 hatte Lancia die Variante «HF» (High Fidelity) vorgestellt, eine auf knapp über 800 kg reduzierte Sportversion.

Lancia optimierte derweil weiter und präsentierte im September 1970, bereits unter der Ägide Fiat, die Serie 2, bei der vor allem bezüglich Sicherheitsattributen manches verbessert worden war.

So war nun eine Superduplex-Zweikreisbremse an Bord, Verankerungen für Sicherheitsgurte auf allen Sitzplätzen, drei Bedienungshebel am Lenkrad und ein Sicherheitsrückspiegel. Neu gab's ein Fünfganggetriebe, womit allfällige gewichtsbedingte Fahrleistungsverluste wieder ausgeglichen werden konnten, zumal die Leistung der 1,3-Liter-Version mit 1298 cm3 nun mit 90 PS angegeben wurde.

Im Jahr 1974 wurde das Fulvia Coupé erneut ein wenig überarbeitet, die Anpassungen waren allerdings vor allem kosmetischer Natur. Immerhin rund 140.000 Fulvia Coupés (inklusive HF-Versionen) hatte Lancia in den rund 14 Baujahren produziert, kein schlechtes Ergebnis für ein Auto, das eigentlich niemand wirklich benötigte. Von den gebauten Autos dürfte allerdings nur ein geringer Teil überlebt haben.

Noch heute eine Freude zu fahren

Auch 50 Jahre nach seiner Entstehung wirkt der Lancia Fulvia als Coupé attraktiv, da sehen andere Autos aus jener Zeit deutlich älter aus. Die Platzverhältnisse vorn sind generös, wenn man nicht gerade ein Sitzriese ist. Die Rundumsicht ist, wie bereits erwähnt, hervorragend. Der Motor wird per Zündschlüssel gestartet und tönt etwas rau, erinnert ein wenig an den Klang des Boxer-Subaru. Das Fünfganggetriebe lässt sich gut schalten, wenn man sich an das Schaltschema gewöhnt hat.

Ein echter Heißsporn ist der Wagen mit 90 PS heute natürlich nicht mehr, damals aber hatten die Konkurrenten auf der Straße 40 oder vielleicht 60 PS und da war man im 10-kg-pro-PS-Lancia natürlich gut aufgehoben.

Am Lenkrad lässt sich der Wagen sein Alter aber kaum anmerken und man kommt jederzeit mit dem Alltagsverkehr mit. Er überzeugt mit gesittetem Komfort und einer sehr sportlichen Auspuffnote. Und zu den Schönen gehört man im Fulvia Coupé sowieso.

(L'essentiel)

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