Erster E-Porsche

05. September 2019 21:55; Akt: 05.09.2019 23:25 Print

Der Beginn einer komplett neuen Ära

Mit der Weltpremiere des Taycan katapultiert sich Porsche in ein neues Zeitalter. Die erste Elektro-Sportlimousine der deutschen Sportwagenmarke zielt auf Tesla-Käufer.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Spannung ist bei Porsche derzeit deutlich zu spüren – und vermutlich so hoch wie nie zuvor. Denn für die deutsche Sportwagenmarke entlädt sich diese Woche mit der Weltpremiere des rein elektrisch betriebenen Porsche Taycan in Berlin endlich die mit zahlreichen Vorpräsentationen und weltweit anberaumten Technik-Workshops aufgebaute Spannung.

Was lange im Verborgenen irrlichterte, soll nun wie ein Blitz einschlagen: Die Erschaffer des Porsche 911, der Sportwagenikone schlechthin, haben endlich auch ein Elektrofahrzeug am Start. Oder wie es Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG an der Weltpremiere in Berlin sagte: «Der Taycan verbindet unsere Tradition mit der Zukunft. Er schreibt die Erfolgsstory unserer Marke fort. Dieser Tag markiert den Beginn einer neuen Ära.»

An Tesla orientiert

Im Gespräch mit den Porsche-Verantwortlichen wird klar, dass man sich bei der Entwicklung des Taycans an den erfolgreichen Tesla-Modellen orientiert. Und ein Blick in die Verkaufsstatistik macht auch deutlich warum: Im ersten Halbjahr 2019 setzte Tesla alleine in der Schweiz über 3220 Fahrzeuge ab. Im gleichen Zeitraum blieben die vier Porsche-Topmodelle Macan, Cayenne, 911 und Panamera mit insgesamt 1740 Verkäufen weit zurück. E-Mobilität ist im Luxussegment derzeit angesagt – und der Taycan entsprechend zum Erfolg verdammt?

Solches mag man bei Porsche offiziell natürlich nicht bestätigen, aber die Zahlen sprechen für sich. Bis 2022 investiert Porsche im Stammwerk in Zuffenhausen insgesamt über sechs Milliarden Euro in ein komplett neues Werk für E-Fahrzeuge. Der Taycan in den beiden Versionen Turbo und Turbo S bildet dabei nur die Speerspitze der Porsche-E-Offensive. Weniger leistungsstarke Taycan-Varianten folgen, und Ende 2020 schiebt Porsche mit dem Taycan Cross Turismo eine zusätzliche Crossover-Variante (ähnlich wie der Panamera Gran Turismo) nach.

Auf Anhieb als Porsche erkennbar

Die Voraussetzungen, zum sportlichen E-Erfolgsmodell zu werden, bringt der Taycan wie zu erwarten im Übermass mit. Angesiedelt im C-Sportlimousinen-Segment, ist der Viertürer mit der typischen Silhouette auch als Stromer auf Anhieb als Porsche erkennbar. Vierpunkt-LED-Leuchten mit markanten Lufteinlässen an der Front und das durchgehende Leuchtenband am Heck prägen den Auftritt der aus Aluminium und Stahl gefertigten Karosserie. Die wahren Innovationen verbergen sich aber darunter.

Da ist zum einen das Porsche Advanced Cockpit mit je nach Wunsch drei bis fünf Digitaldisplays. Bedienknöpfe sucht man hier vergebens. Die konsequente Reduktion konventioneller Bedienelemente wird in der Porsche-Zukunft groß geschrieben. Selbst die sonst üblichen Regelschieber für die Lüftungsdüsen entfallen. Gesteuert werden die Luftströme ausschließlich über Touchscreens. Und wer gar keinen Finger krümmen will, aktiviert mit «Hey Porsche...» die Cockpit-Sprachsteuerung.

625 PS – im Overboost-Modus gar bis zu 761 PS

Besonders stolz sind die Porsche-Ingenieure aber auf die Antriebseinheit des Taycans. Zwei E-Maschinen liefern im Taycan Turbo sowie im Turbo S jeweils 625 PS Allradantrieb. Beim Turbo S stehen mit aktivierter Launch Control im Overboost-Modus gar bis zu 761 PS und ein maximales Drehmoment von 1050 Newtonmetern zur Verfügung.

Die 2,8 Sekunden, in denen der Turbo S damit aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen, fühlten sich bei einer ersten Mitfahrt surreal an. Ein Gefühl, wie man es sonst nur von den schärfsten Bahnen im Vergnügungspark her kennt – oder von einem Tesla. Das an der Hinterachse verbaute Zweigang-Getriebe sorgt zudem automatisch dafür, dass der Taycan im ersten Gang noch stärker beschleunigt und im zweiten Gang bei hoher Geschwindigkeit über Leistungsreserven zur Beschleunigung verfügt.

Taycan-Baureihenleiter Stefan Weckbach ist aber schon heute überzeugt, dass der Taycan das sportlichste Fahrzeug im Segment der viersitzigen Elektrofahrzeuge ist: «Der Taycan realisiert die größtmöglich Spreizung zwischen Reichweite und Performance und bietet dabei beste Alltagstauglichkeit.» Das Lithium-Ionen-Batteriepaket im Unterboden stellt eine Systemspannung von 800 Volt zur Verfügung, welche laut Porsche schnellere Ladezeiten und eine höhere Dauerleistung verspricht.

5 Minuten laden für 100 Kilometer

Im Optimalfall kann der Porsche so in 5 Minuten Strom für weitere 100 Kilometer Reichweite laden. Bei aller Sportlichkeit soll der Taycan laut Porsche aber auch mit seiner Alltagstauglichkeit punkten. Die Reichweite beträgt bis zu 412 Kilometer beim Turbo S und bis zu 450 Kilometer beim Turbo nach dem neuen WLTP-Messzyklus. Ob er das Versprechen hält, werden die ersten 25.000 Kunden schon bald feststellen können. Sie haben sich die erste Taycan-Jahresproduktion bereits vor der Weltpremiere gesichert.

Porsche Taycan Turbo

Modell: Viertürige Sportlimousine

Maße: Länge 4963 mm, Breite 1966 mm, Höhe 1378 mm, Radstand 2900 mm

Kofferraum: 366 (hinten) und 81 (vorne) Liter

Motor: Zwei permanenterregte Synchronmaschinen mit bis zu 625 PS/500 kW, Turbo S bis 761 PS/560 kW

Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 3,2 Sekunden (Turbo S: 2,6 s), Höchstgeschwindigkeit 260 km/h

Verbrauch: 26,0 oder 26,9 kWh (Turbo S) auf 100 Kilometer (Werksangaben) Energieeffizienzkategorie: B

CO2-Ausstoß: 0 g/km

Markteinführung: Februar 2020

Preise: Turbo ab 146.643,– Euro, Turbo S ab 182.403,– Euro

(L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • loshein am 06.09.2019 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langsamer als ein Tesla aber doppelt so teuer. Und was heisst hier ‚turbo‘?

  • jimbo am 07.09.2019 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bleift de Problem wou een de Porsche dann luede kann.... Tesla huet iwwerall Supercharger insatlleiert.... Wei leeft dat bei Porsche?

    einklappen einklappen
  • wat soll daat? am 06.09.2019 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    möchte gerne wissen wie der wahre ökologischer Fussabdruck von solch einem Unsinn aussieht. Doch da E-Auto nun wohl alles grün oder was?

Die neusten Leser-Kommentare

  • jimbo am 07.09.2019 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bleift de Problem wou een de Porsche dann luede kann.... Tesla huet iwwerall Supercharger insatlleiert.... Wei leeft dat bei Porsche?

    • Yves am 08.09.2019 16:01 Report Diesen Beitrag melden

      An de Porsche kann en net vill lueden, just eng kleng Valiss. Vlaicht en Velosträger un d‘Attache-Remorque, da kann en mei lueden.

    einklappen einklappen
  • René am 07.09.2019 05:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Turbo ? Mei laecherlech geet et woul net!

  • loshein am 06.09.2019 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langsamer als ein Tesla aber doppelt so teuer. Und was heisst hier ‚turbo‘?

  • Japs am 06.09.2019 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ein wichtiger Beitrag zur Energieeffizienz für Leute, die aufs Privatflugzeug verzichten und sich mit anderem Volk in die First Class quetschen

  • wat soll daat? am 06.09.2019 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    möchte gerne wissen wie der wahre ökologischer Fussabdruck von solch einem Unsinn aussieht. Doch da E-Auto nun wohl alles grün oder was?