Neues Tesla Modell

19. März 2019 22:15; Akt: 19.03.2019 22:21 Print

Der Gejagte wird zum Jäger

Mit dem Model Y erweitert Tesla die Modellpalette um einen Kompakt-SUV. Der hat allerdings Rückstand auf die Konkurrenz.

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Das hört die Tesla-Gemeinde nicht gerne: Wenn das Model Y frühestens ab Herbst 2020 auf die Straßen rollt, dann haben die Amerikaner einen Teil ihres großen Vorsprungs durch Elektrotechnik gegenüber der Konkurrenz verspielt. Denn während Elon Musk den Kompakt-SUV vergangene Woche mit gewohnt großen Worten angekündigt hatte, stehen bereits ein paar vergleichbare E-SUV am Start, oder werden in den kommenden Monaten lanciert. Das wird Musk ärgern, denn in Europa wird das Model Y nicht vor 2021 erhältlich sein, also bestenfalls in zwei Jahren.

Erstaunlich. Denn Tesla hat es sich beim Model Y verhältnismäßig einfach gemacht und den Neuling quasi 1:1 auf Basis des Model 3 aufgebaut. Laut offiziellen Angaben kommen 75 Prozent des neuen Elektro-SUV auch im Model 3 zum Einsatz. Ein Vorgehen, wie es bei den etablierten Autoherstellern natürlich auch gang und gäbe ist. Das heißt: Viele Attribute des erfolgreich gestarteten Model 3 findet man auch im Model Y – das reduzierte Design, das «nackte» Cockpit mit dem riesigen Touchscreen, die vergleichbaren und immer noch imponierenden Fahrleistungen oder das XXL-Panorama-Glasdach. Nur baut alles ein wenig höher.

Das Beste aus zwei Welten

Und höher sind auch die Ansprüche, die Musk an seinen Neuling stellt. Zum einen verspricht er «die Funktionalität eines SUV, aber er fährt sich wie ein Sportwagen». Zum andern ist der E-Pionier zuversichtlich, dass das Model Y zum erfolgreichsten Tesla werden könnte. Dafür sprechen die bereits erwähnten Pluspunkte des Model 3, dagegen spricht aber das defensive Timing. Denn ganz offensichtlich will der Tesla-Boss im Falle des Model Y negative Schlagzeilen verhindern, sollte es mit der Produktion wieder Probleme geben, wie beim Model 3. Ob diese Taktik zum jetzigen Zeitpunkt des Aufbruchs in die E-Mobilität noch aufgehen kann?

Sicher ist, dass Tesla wie beim Model 3 erst einmal mit den leistungsstärksten Versionen Long Range, Dual Motor AWD und Performance loslegt. Das Basismodell hingegen geht in den USA nicht vor dem Frühjahr 2021 an den Start. Erst dann ist das Model Y mit einer elektrischen Reichweite von bis zu 390 Kilometern (nach neuer Verbrauchsmessung WLTP) und einer Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h zum Einstiegspreis von 39.000 Dollar erhältlich. In Europa ein Jahr später.

Bis dahin wird die Variante Long Range mit Hinterradantrieb und der Top-Reichweite von maximal 540 Kilometern zum Preis ab 50.000 Euro der günstigste Einstieg in die Model-Y-Welt. In dieser Ausführung beschleunigt das Elektro-SUV innerhalb von 5,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und fährt maximal 209 km/h schnell. Die Allrad-Version mit zwei Elektromotoren hingegen kommt nach WLTP-Standard 505 Kilometer weit, beschleunigt innerhalb von 5,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h, schafft maximal 217 km/h und kostet 53.000 Euro.

Der «Autopilot» kostet 7500 Euro Aufpreis

An der Spitze der Modellpalette steht die Topversion Performance ab 61.000 Euro: Hier stehen eine elektrische Reichweite von bis zu 480 Kilometern, eine Höchstgeschwindigkeit von 241 km/h und 3,7 benötigte Sekunden für den Standardsprint im Datenblatt. Bei diesen Preisen handelt es sich um die fünfsitzige Version mit «normaler» Farbe. Wer 7 Plätze will, muss 2800 Euro Aufpreis zahlen, wer den «Autopilot» mit allen Möglichkeiten ordert, bezahlt weitere 7400 Euro. Und wer beim Topmodell überall ein Häkchen setzt, landet bei über 74.000 Euro. Bestellt werden kann das Auto ab sofort – auch in der Schweiz, gegen eine Anzahlung von 1700 Euro.

Dass Elon Musk 72 Stunden nach der Präsentation noch keine Zahlen zu den Bestelleingängen des Model Y getwittert hat, kann eigentlich nur zwei Gründe haben: Die Tweets von Musk werden aufgrund negativer Erfahrungen sicherheitshalber überwacht, oder die Zahlen blieben bisher hinter den Erwartungen zurück.

Modellvarianten Model Y

Performance

Reichweite: 480 Kilometer

0-100 km/h in: 3,7 Sekunden

Top-Speed: 241 km/h

Preis: ab 61.000 Euro

Long Range AWD

Reichweite: 505 Kilometer

0-100 km/h in: 5,1 Sekunden

Top-Speed: 217 km/h

Preis: ab 53.000 Euro

Long Range RWD

Reichweite: 540 Kilometer

0-100 km/h in: 5,8 Sekunden

Top-Speed: 209 km/h

Preis: ab 50.000 Euro

Standard

Reichweite: 390 Kilometer

0-100 km/h in: 6,3 Sekunden

Top-Speed: 193 km/h

Preis: ab ca. 35.000 Euro

Tesla Modellnamen

Der Name des neuen Tesla-Modells ist kein Zufall, sondern steht in direktem Zusammenhang mit den anderen Autos der Kalifornier. Auf S, 3 (hätte E heißen sollen) und X folgt Y –aneinandergereiht hätte das das Wort «SEXY» ergeben. Doch für einmal war ein traditioneller Hersteller schneller – Ford hatte sich das «E» bereits gesichert. Also ist Tesla nicht «SEXY» sondern «S3XY»... aber damit kann Musk wohl leben.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Red Dwarf am 20.03.2019 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    der ist noch hässlicher als das Model 3

  • Herbert Weber am 19.04.2019 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Konkurrenz? Welche "Konkurrenzmodelle" sind denn da gemeint? Ich sehe weit und breit keine vergleichbaren Modelle, die 2020/21 in notwendigen Stückzahlen verfügbar sein werden. Fahre das Model 3 und konnte dieser Tage den Audi e-tron testen. Ganz ehrlich. Fährt sich zwar ein wenig besser als ein Benziner oder Diesel, aber ist ein Auto 1.0 (Eins Punkt Null). Das Tesla Model 3 ist mit seinem Bedienkonzept, Reichweite und Performance Autofahren 2.0 (Zwei Punkt Null...) und da müssen die deutschen Autohersteller noch lange "üben"...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Herbert Weber am 19.04.2019 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Konkurrenz? Welche "Konkurrenzmodelle" sind denn da gemeint? Ich sehe weit und breit keine vergleichbaren Modelle, die 2020/21 in notwendigen Stückzahlen verfügbar sein werden. Fahre das Model 3 und konnte dieser Tage den Audi e-tron testen. Ganz ehrlich. Fährt sich zwar ein wenig besser als ein Benziner oder Diesel, aber ist ein Auto 1.0 (Eins Punkt Null). Das Tesla Model 3 ist mit seinem Bedienkonzept, Reichweite und Performance Autofahren 2.0 (Zwei Punkt Null...) und da müssen die deutschen Autohersteller noch lange "üben"...

  • Red Dwarf am 20.03.2019 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    der ist noch hässlicher als das Model 3