Taycan

04. Oktober 2019 08:32; Akt: 04.10.2019 08:32 Print

Die Porsche-​​DNA in die Zukunft gebeamt

Über keinen Porsche wurde so viel geschrieben, bevor er auf der Straße war, wie über den Taycan. Bei den Probefahrten überzeugte der erste Elektro-Porsche mit markentypischen Qualitäten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Dreht sich die Diskussion um die Marke Porsche, sind die Meinungen schnell gemacht: Porsche steht für Design, Sound, Antrieb und Funktionalität – sie bilden die DNA der deutschen Sportwagenmarke. Da liegt es auf der Hand, dass der neue Porsche Taycan, das erste reine Elektrofahrzeug der Zuffenhausener, unter Einbezug eben dieser Prämissen beurteilt wird.

Trägt der Taycan genug Sportlergene in sich, die seit dem Ur-Porsche sorgfältig von Modell zu Modell weitergegeben wurden? Hält ein Elektro-Porsche in Sachen Sportlichkeit mit seinen Verbrenner-Brüdern mit? Der Fragenkatalog ist beliebig lang, der bei der ersten Ausfahrt die klärenden Antworten liefern soll. Und die Erwartungen sind hoch, schließlich investiert Porsche bis 2022 sechs Milliarden Euro in die Stromer-Fertigung.

Ein reinrassiger Sportwagen – trotz Elektroantrieb

Werden Elektrofahrzeuge in der Regel in flachen Gegenden vorgestellt, um mit Reichweite zu beeindrucken, präsentiert Porsche seinen Stromer gleich in der Meisterdisziplin, der kurvigen Bergfahrt zwischen Dornbirn und Innsbruck. Zuerst aber beantwortet ein Augenschein die Frage nach dem Design.

Ja, die viertürige E-Limousine mit ihrer abfallenden Dachlinie, dem markentypischen Heck mit markanten Radläufen ist auch in Natura auf Anhieb als Porsche erkennbar. Die auffälligen Luftschächte vor und hinter den Frontkotflügeln sind ebenso Geschmackssache, wie das futuristisch anmutende Cockpit mit bis zu fünf Digitaldisplays. Und dass die Sitze im Heck nur kleinen Personen genügend Kopffreiheit bieten, überrascht bei der flachen Fahrzeugsilhouette kaum. Dafür stellen die Gepäckfächer vorne und hinten alltagstaugliche 447 Liter Stauraum zur Verfügung.

Der Sound kann nicht überzeugen, der Antrieb schon

Beim Sound macht sich nach den ersten Kilometern dann eine wortwörtlich leise Enttäuschung breit. Hier muss man sich von traditionellen Gewohnheiten verabschieden. Die surrende Geräuschkulisse im Taycan hört sich auch mit Aktivierung des Porsche Electric Sport Sounds beim besten Willen nicht sportlich an. Zudem wird das Geräusch bei hohen Tempi von den Radabrollgeräuschen übertönt, und das ist auch gut so, schließlich ist die Ruhe einer der Pluspunkt von Elektrofahrzeugen.

Dagegen macht sich im Taycan beim Antrieb und der Funktionalität absolute Begeisterung breit. Hier haben die Porsche-Ingenieure ihr Versprechen eingelöst und einen unglaublich präzisen und dynamischen Sportwagen auf die Räder gestellt, dessen Schwerpunkt dank den Batteriepaketen im Unterboden gar tiefer liegt als beim Porsche 911.

Im Taycan Turbo S mit 761 PS stehen im Overboost-Modus bei der Betätigung des Fahrpedals unglaubliche 1050 Newtonmeter Drehmoment bereit. Das bedarf der Angewöhnung, denn beim Antritt presst der Porsche Fahrer und Passagiere mit unglaublicher Wucht in die Sitze. Weitaus vernünftiger und immer noch sportlich fühlen sich die 680 PS und 850 Newtonmeter im Taycan Turbo an, der mit weniger Leistung protzt, dafür mit mehr Reichweite gesegnet ist.

800 Volt-Systemspannung sorgt für kürzeste Ladezeiten

Laut der WLTP-Zulassung hat der Turbo eine Reichweite von bis zu 450 Kilometern, beim Turbo S sind es bis zu 412. Sind die Batterien mit maximal 93,4 kWh Gesamtkapazität leer, erlaubt die 800 Volt-Systemspannung deutlich reduzierte Ladedauern: Am Schnelllader mit Gleichstrom (270 kW) sind die Batterien in einer Kaffepause in nur 22,5 Minuten auf bis zu 80 Prozent geladen. An der häuslichen Wallbox mit Wechselstrom (11 kW) dauert die Ladung von 0 auf 100 Prozent rund neun Stunden.

Immer an Bord ist mit auf der Vorder- und Hinterachse angebrachten E-Motoren bei beiden Modellen der Allradantrieb. Ein speziell entwickeltes Zweiganggetriebe sorgt dafür, dass der Spagat zwischen der antrittsstarken Beschleunigung im ersten Gang und der zusätzlichen Beschleunigung des automatisch schaltenden, zweiten Ganges bei hohem Tempo gewährleistet ist, bis zur Spitzengeschwindigkeit von 260 Stundenkilometer. Hat man bei der Optionenliste alle Häckchen gesetzt, lässt sich der knapp fünf Meter lange Taycan mit Allradlenkung und Wankstabilisierung so spielend leicht um die Kurven zirkeln, dass man das Gewicht von 2,3 Tonnen nie spürt.

Porsche Taycan Turbo

Modell: Viertürige Sportlimousine

Maße: Länge 4963 mm, Breite 1966 mm, Höhe 1378 mm, Radstand 2900 mm

Kofferraum: 366 (hinten) und 81 (vorne) Liter

Motor: Zwei permanenterregte Synchronmaschinen mit bis zu 625 PS (Turbo S bis 761 PS)

Batterie: Lithium-Ionen-Akku mit 93,4 kWh

Reichweite (WLTP): 381 bis 450 Kilometer

Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 3,2 Sekunden (Turbo S: 2,6 s), Höchstgeschwindigkeit 260 km/h

Verbrauch: 26,0 bis 26,9 kWh auf 100 Kilometer (Werksangaben)

Markteinführung: Februar 2020

Preise: Turbo ab 152.136 Euro, Turbo S ab 185.456 Euro

CO2-neutrale Produktion

«Der Taycan entsteht ganz bewusst in Zuffenhausen, wo Herz und Seele der Marke ihre Heimat haben», sagt Albrecht Reimold, Produktionsvorstand von Porsche. Das umzusetzen, war nicht einfach: In das bereits dicht bebaute Werksgelände nahe Stuttgart mussten der Karosseriebau, die Lackiererei, ein Werk für die Fertigung von Elektromotoren, die Fahrzeugmontage sowie ein 900 Meter langer Fördertunnel gebaut werden. Der Taycan wird CO2-neutral gefertigt: Strom aus erneuerbaren Quellen, Biogas zur Wärmeerzeugung, elektrifizierte Logistikfahrzeuge, Abwärmenutzung, begrünte Dachflächen und autonom verkehrende Transportwagen anstelle eines herkömmlichen Produktionsbandes sind die Zutaten für diese «Zero Impact Factory».

(L'essentiel/ds)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Diesel Greid am 04.10.2019 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wat mecht een Elektro Auto mat engem Turbo ? As wuel eng Mogelpackung ? Mee doran sin se jo Weltmeister.

  • Wer zu spät kommt .. am 04.10.2019 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Bei Tesla bekommt man für das halbe Geld die gleichen Fahrleistungen. Sie fertigen tagtäglich ca 100 Autos und wenn mam jetzt bestellet ist er spätestens in 3 Monaten da. Wann ist dieser Porsche lieferbar ?

  • dusninja am 06.10.2019 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und der Tesla, der in Ösiland abgefackelt sieht man warum der so billig ist. Und ich glaube nicht, dass der Persilschein, den sich die Police grand ducale ausgestellt hat, sauber ist. Die ganzen Daten, die nach Hause geschickt werden ist für mich ein Verstoss gegen das Ermittlungsgeheimnis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • dusninja am 06.10.2019 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und der Tesla, der in Ösiland abgefackelt sieht man warum der so billig ist. Und ich glaube nicht, dass der Persilschein, den sich die Police grand ducale ausgestellt hat, sauber ist. Die ganzen Daten, die nach Hause geschickt werden ist für mich ein Verstoss gegen das Ermittlungsgeheimnis.

  • dusninja am 06.10.2019 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf ntv kann man sehen, wie man an die Tanke kommt, wenn die Batterie alle ist. 5 Mal an aus reicht für 500m rollen.

  • Wer zu spät kommt .. am 04.10.2019 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Bei Tesla bekommt man für das halbe Geld die gleichen Fahrleistungen. Sie fertigen tagtäglich ca 100 Autos und wenn mam jetzt bestellet ist er spätestens in 3 Monaten da. Wann ist dieser Porsche lieferbar ?

  • Diesel Greid am 04.10.2019 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wat mecht een Elektro Auto mat engem Turbo ? As wuel eng Mogelpackung ? Mee doran sin se jo Weltmeister.

  • Neunelf am 04.10.2019 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Porsche mit 4 Türen ist kein Porsche !